R I W E R – Blog eines Seniors

29. Mai 2008

Dünkirchen

Vor 20 – 30 Jahren bin ich des öfteren nach England mit dem Auto gefahren. Von Köln kommend, war die kürzeste Verbindung die Autobahn bis Ostende und von dort mit der Fähre nach Dover. Dünkirchen als Fährhafen war mir unbekannt. In Erinnerung war mir eine Kriegsgeschichte, die mir mein Vater als kleiner Junge erzählte.
1940 wurden alliierte Truppen von Panzerverbänden der Deutschen Wehrmacht bei Dünkirchen eingekesselt. Weit über einer halben Million Soldaten stand der Gang in die Kriegsgefangenschaft bevor, was sicherlich eine Vorentscheidung des II. Weltkrieges gebracht hätte. Hitler befahl mit dem endgültigen Angriff bis zum nächsten Tag zu warten, weil er die Kapitulation der alliierten Verbände vor der Welt richtig auskosten wollte, entgegen dem Rat seiner Generäle. Ein fataler Fehler! Über Nacht konnten die Alliierten 90% der Truppen und fast alles Kriegsmaterial nach England evakuieren. Was der deutschen Wehrmacht am anderen Tag in die Hände fiel, war nicht mehr kriegsentscheidend. Hinzu kam der Hohn und Spott der Weltöffentlichkeit.
Unter dem Titel “Schlacht um Dünkirchen” ist diese Episode in die Geschichte eingegangen.
Zurück zu meiner Reise: Mittlerweile geht die Autobahn an Ostende vorbei und folgt dem Lauf der Küste, an Dünkirchen vorbei nach Calais. Die knapp 370 Kilometer von Köln nach Dünkirchen wurden in gut vier Stunden geschafft, inclusive eines Erholungsstopps und des zäh fließenden Verkehrs auf dem Brüsseler Autobahnring. Schon 20 Kilometer vor Dünkirchen wird recht deutlich auf Schildern über der Autobahn auf den Fährhafen hingewiesen.
Von Ostende nach Dünkirchen dünnte sich der Verkehr kräftig aus. Jetzt hatten wir es hauptsächlich mit vielen LKW´s aus dem osteuropäischen Raumzu tun. Führend war das Nationalitätskennzeichen “PL” für Polen. Das dürfte vielen von anderen Autobahnabschnitten bekannt sein.
Das Fährticket hatte ich vorsorglich schon zu Hause über das Internet gebucht. Dünkirchen wird hauptsächlich von der Fährgesellschaft “Norfolkline” angelaufen. Ein reguläres Fährticket von Dünkirchen nach Dover ist mit 98,- Euro ausgewiesen (One-way). Im Internet habe ich es für knapp 40,- Euro bekommen. Das hat weiter den Vorteil, dass man keinen Ticket-Counter suchen und warten muss. Man wird zweimal zum Halten aufgefordert, einmal um das Ticket entwerten zu lassen, ein anderes Mal um den Pass zu zeigen. Ruck-Zuck stand man in der Wartelinie zum Einschiffen. Alles einwandfrei und übersichtlich ausgeschildert.
Die Überfahrt erfolgt im Zweistundentakt. Sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt ist eine Zeitumstellung von einer Stunde notwendig. Die Einschiffung verlief zügig und dauerte ca. 20 Minuten. Die eigentliche Fährfahrt dauerte zwei Stunden. Rund 60 PKWs wurden an Bord gebracht. Mit LKW´s war die Fähre voll ausgelastet. Eine große Zahl von LKW´s musste sogar zurück bleiben, so groß war deren Andrang. Ich denke, das Hauptgeschäft macht die Fähre mit den LKW´s. Die PKW´s sind nur ein Zubrot. Beim Einschiffen der LKW´s wurde mir so richtig bewusst, welche Warenmengen über die Straße abgewickelt werden, obwohl andere Alternativen (Bahn – Schiff) durchaus zur Verfügung stehen. Ein wichtiges Argument dürften sicherlich die Dumpingpreise des osteuropäischen Transportwesens sein. Da die Spritpreise kräftig am Steigen sind, bin ich mal gespannt, wie sich in Zukunft die Lage im Transportwesen entwickelt.
Bei strahlendem Sonnenschein waren wir am Morgen aufgebrochen. An der See und auf der See war es jedoch dunstig, Sichtweite ca. fünf Kilometer. Wahrscheinlich hervorgerufen durch die enorme Sonnenstrahlung, der Verdunstung und der daraus resultierenden hohen Luftfeuchtigkeit. Kurz hinter Dover, auf der Fahrt Richtung London, kam dann wieder die Sonne hervor.
Das Fährschiff war ein neueres Modell, voll klimatisiert, mit einem Extra-Service für die LKW-Fahrer (Duschmöglichkeiten, Extra-Lounge, kostenloses Internetsurfen etc.). Das Letztere machte ich mir auf der Rückfahrt zunutze, nur ein Deck tiefer, für die Normalsterblichen, doch davon später mehr. Auf dem Schiff, vorn und an der Seite, nur Glas. Hinten konnte man über zwei Decks die Frischluft genießen. Aus Sicherheitsgründen – auch anders als früher, als man sich über das gesamte Schiff  im Freien ergehen konnte.
Der zollfreie Einkauf hielt sich auch in Grenzen. Die Stange Zigaretten war sogar 10,- Euro teurer, als beim regulären Einkauf zuhause. Das war mir aber schon bekannt, von meinen Flügen nach England. Da die Schachtel Zigaretten in England fast doppelt so teuer ist, werden auf den Flügen nach England schon gar keine Zigaretten mehr angeboten, aus steuerlichen Gründen.
Ein Highlight bekamen wir dann auf der Fähre zu sehen. Wir waren etwa 10 Kilometer von Dünkirchen weg, als wir von einem Hubschrauber angeflogen wurden, der einen Mann auf der Fähre absetzte, alles ohne zu landen und mit voller Fahrt der Fähre. Schönes Schauspiel.
Fortsetzung folgt …

2 Kommentare »

  1. ich bin engländer und fahre auch offt nach england
    wie:Norfolkline ferries P&O ferries seafrance
    oder euroferries schreiben se mal zurück icq
    419480679

    Kommentar von jack norfolkline fan — 5. November 2008 @ 20:52

  2. yea man. pretty nice article. keep updating!

    ICQ 7

    Kommentar von Excutle — 28. Juni 2009 @ 3:39


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