R I W E R – Blog eines Seniors

30. Juni 2008

Dienstleistung für Senioren

Es gibt Arbeiten, die von Senioren mit zunehmendem Alter nur noch schwer zu erledigen sind. Es kommt auf die Mobilität und den Gesundheitszustand an. Gerade ältere Menschen, die noch einen eigenen Haushalt führen, sind hiervon besonders betroffen. Wie gern würden diese Menschen sich helfen lassen, wenn sie es bezahlen könnten und wenn sie den helfenden Hände auch vertrauen könnten.
Die Verbraucherzentrale NRW und das Generationen-Ministerium NRW haben ein Projekt gestartet, um den Bedarf nach zuverlässigem Personal für den Haushalt Rechnung zu tragen. Man hat eine Datenbank angelegt, in der sich Gewerbetreibende aufnehmen lassen können, die sich verpflichten, festgelegte Qualitätskriterien einzuhalten. Eine Qualitätskontrolle der aufgenommenen Dienstleister gibt es nicht. Alle an eine Beschwerdestelle genannten “Schwarzen Schafe” werden entfernt und müssen mit Abmahnungen rechnen. Privatpersonen und Minijobber werden nicht als Anbieter registriert. Warum eigentlich?
Zugriff auf die Datenbank “Haushaltsnahe Dienstleistungen für ältere Menschen in NRW” sind neben der Hauptzielgruppe der Senioren auch die der Alleinerziehenden. Die Preise sollen moderat sein.
Weitere Informationen findet Ihr bei der Verbraucherzentrale.

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Tintagel (Cornwall)

Unser letzter Ausflug ging nach Tintagel an der Atlantkküste, bevor wir am anderen Tag Two Bridges Hotel für die Heimfahrt wieder verlassen mussten. Auch Tintagel hatten wir bereits vor 35 Jahren einmal besucht und waren sehr gespannt auf die touristischen Veränderungen. Von unserem Hotel im Dartmoor ist Tintagel etwa 40 Miles (ca. 70 KM) entfernt und wir brauchten für diese Strecke fast zwei Stunden, da fast nur enge Landstraßen zu unserem Ziel führen. Tintagel besteht aus einem kleinen Ort, mit einem vorgelagerten Fels, auf dem die Überreste von “Tintagel Castle” zu sehen sind, angeblich die Geburtstätte von König Artus, dem berühmten Ritter der Tafelrunde und aus der Geschichte um den heiligen Gral. Dieser Felsen ist nur über eine schmale Landzunge mit dem Festland verbunden und man muss über steile Treppen den Zugang erklimmen. Keine leichte Sache, wie aus dem nebenstehenden Bild zu sehen ist. Trotzdem versuchen sich auch ältere Touristen an diesem Auf- und Abstieg, obwohl sie mitunter nicht “gut zu Fuß” sind. Die “Pumpe” hat kräftig zu tun, was ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Selbst Tiere und Säuglinge werden mitgenommen. Mitunter versteht man die Unvernunft der Leute nicht. Wenn man dann die Mühsal der Kletterei überstanden hat, hat man die zweifelhafte Freude, auf der Oberfläche des Felsens Reste von Grundmauern zu bewundern. Alle akkurat hergerichtet mit vereinzelten Hinweistafeln, um auf die Historie des Ortes hinzuweisen. Man ist an der Atlantikküste, einer Steilküste, an der immer eine “steife Brise” weht. Von hier ist Nordamerika nicht mehr weit, wenn man ein guter Schwimmer ist und ein paar tausend Kilometer nichts Besonderes darstellt. Zur Landseite hin hat man einen schönen Blick über eine Schlucht auf das King Arthus Castle Hotel mit dem schönen Namen Camelot. Wer die Seeluft und einen windigen rauhen Urlaub an grandiosen Steilküsten liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Ein Drei-Sterne- Hotel als massiver Ziegelsteinklotz, mitten in die Natur gestellt. Wem das wohl eingefallen ist? Anscheinend kommt es an, denn, wie man auf der Homepage des Hotels erfahren kann, haben schon berühmte Leute der Vergangenheit ihr Haupt auf eines der Betten niedergelegt. Vielleicht ist es ja etwas für den einen oder anderen von Euch, ausführliche Informationen erfahrt ihr über die Links im Text. Der Ort Tintagel selbst ist ein Straßendorf, in den letzten Jahren mächtig für den Touristmus herausgeputzt, mit einigen Übernachtungsmöglichkeiten und vielen kleinen Restaurants. Als wir vor 35 Jahren das erste Mal hier waren, gab es dies alles nicht. Damals gab es das zuvor erwähnte Hotel und zwei Souvenier-Shops. Als ausgewiesene Attraktion gab es, wie auch heute noch, das Old Post Office aus dem 14ten Jahrhundert zu bestaunen. Es gehört in England zum nationalen Kulturerbe. Ein Kleinod, das man über die Jahre aus dem Mittelalter bewahren konnte. Am Nachmittag verließen wir den mystischen und geschichtsträchtigen Ort wieder. Wir fuhren in nördliche Richtung zu dem – hauptsächlich in England – bekannten Badeort Bude, wo wir noch etwas Spezielles zu erledigen hatten. Davon in Kürze mehr, in einem weiteren Blog.

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28. Juni 2008

Nationalstolz

Der folgende Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 28.06.2008, geschrieben von Ismene Poulakos, bestätigt eigentlich den Blog von Robert Basic, in dem er über das Nationalgefühl geschrieben hat, wenn man ein paar extreme “Ausreißer” bei den Kommentaren mal draußen vor lässt:

Ein “epochaler Trend”: der junge Nationalstolz
Forschngsergebnisse belegen, dass die WM 2006 positive Folgen für die Einstellung Jugendlicher zu Deutschland hat. Bemerkenswert ist, dass nicht nur unter den Deutschen zwischen 14 und 18 Jahren nach der Weltmeisterschaft der Nationalstolz gewachsen ist.

Es mögen sich andere gewundert haben. Dass es nach dem Halbfinale-Sieg der Deutschen über die Türken keine Randale gab. Sondern sogar gemeinsame Partys unter deutschen und türkischen Flaggen. Für den Kölner Professor Ulrich Schmidt-Denter sind die Ereignisse vom vergangenen Mittwoch eine besonders willkommene Bestätigung seiner Forschung. Vor und nach der WM 2006 hat der Psychologe die Einstellung von deutschen Jugendlichen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund verglichen. Das erstaunliche Ergebnis: Nicht nur unter den Deutschen zwischen 14 und 18 Jahren ist nach der Weltmeisterschaft der Nationalstolz gewachsen. Auch die ausländischen Jugendlichen stehen der deutschen Kultur und der Wirtschaft positiver gegenüber – und sind stolz auf Deutschland. Und das, obwohl die deutsche Mannschaft gar keinen Titel errungen hat. „Offenbar beeinflusst die positive Atmosphäre der Weltmeisterschaft das Erleben der Jugendlichen“, sagt Schmidt-Denter. Damit verbunden seien positivere Emotionen in Bezug auf ihr Land. Der unverkrampftere Umgang mit nationalen Gefühlen und Symbolen sei ein „epochaler Trend“. Das legten Vergleiche mit anderen Studien nahe. Die Studie aus dem Department Psychologie der Universität Köln ist Teil eines großen kulturvergleichenden Projektes. Mehr als 1000 Jugendliche wurden allein in Deutschland in den Jahren 2001 und 2002 befragt. 2007 verglichen die Kölner Psychologen die Daten mit 120 qualitativen Interviews, in denen unter anderem gezielt nach der Weltmeisterschaft gefragt wurde.

Die Ergebnisse deuten jedoch nicht nur auf einen gestiegenen Nationalstolz hin, sondern auch auf mehr Toleranz und weniger Fremdenfeindlichkeit. „Die große WM-Party hat die Jugendlichen näher zusammengeführt“, kommentiert Schmidt-Denter. Der Nationalstolz junger Menschen könne durch bedeutende Ereignisse kurz- und mittelfristig beeinflusst werden.

Der viel zitierte „Partyotismus“ macht also nicht nur Spaß, sondern hat auch positive Nebeneffekte. Und bringt vielleicht Politiker auf gute Ideen, wie sie künftig Gelder für Anti-Rassismus-Kampagnen sinnvoll anlegen können.

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27. Juni 2008

Princetown (Dartmoor)

Die größte Stadt im Dartmoor dürfte Princetown sein, wenn man überhaupt von einer Stadt sprechen kann. Ich meine, es ist ein größeres Dorf, eine Siedlung mit Kirche, Friedhof und drei Pubs. Sie liegt etwa sechs Kilometer westlich unseres Hotel Two Bridges.
Princetown
ist in England besser bekannt wegen seines berühmt berüchtigten Gefängnisses. Das Gefängnis wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts gebaut, um die Kriegsgefangenen der napoleonischen Kriege und die des amerikanisch / britischen Krieges von 1812 aufzunehmen. Nach diesen Kriegen wurde es geschlossen und 1851 als ziviles Gefängnis neu eröffnet, bevor es 1917 wieder geschlossen wurde. Drei Jahre später wurde es erneut eröffnet und seitdem gehören Schwerstkriminelle und Lebenslängliche zu ihren Insassen.
Am 24. Januar 1932 kam es zur größten Revolte in diesem Gefängnis, bei der ein Gefangener von einem Wärter erschossen wurde. Der Gefangenenaufstand hat etwa zwei Stunden gedauert. Nachdem bewaffnete Verstärkung angefordert wurde, soll es kaum 15 Minuten gedauert haben, bis alles wieder unter Kontrolle war. Es gab auch mehrere Ausbrüche und Fluchtversuche. Kaum einer endete erfolgreich, dank der besonderen Lage des Gefängnisses, das eine Fluch aussichtslos machte. Dem Haupteingang zum Gefängnis schräg gegenüber befindet sich das Gefängnis- Museum, das einen vielfälltigen Querschnitt über das Leben in diesem Gefängnis wiede gibt, dazu gibt es eine Vielzahl an Exponaten zu sehen, z.B. auch Gegenstände, die Gefangene zum Schmuggeln von Kassibern verwendeten. Es ist schon erstaunlich, auf welche Ideen man kommt in der Einsamkeit seiner Zelle. Zur Zeit unseres Besuches waren im Gefängnis 631 Gefangene inhaftiert, ausgewiesen durch eine Anzeige im Museum.
Auf dem kleinen Friedhof des Ortes liegen nicht nur die Verstorbenen aus dem Ort, sondern auch die aus dem Gefängnis. Auf kleinen kubischen Steinen, mit einer Kantenlänge von ca. 20 Zentimeter, ist der Name des toten Gefangenen und das Sterbejahr dokumentiert. Von diesen Steinen waren vielleicht 30 Stück zu sehen, kein Stein stammte aus der Zeit vor 1965.

Princetown verfügt auch über eine eigene kleine Brauerei, in der das Jail Ale und das Dartmoor IPA produziert werden. Man bekommt dieses Bier im Prince of Wales Pub. Die beiden anderen Pubs heißen Railway and the Plume of Feathers. Letzteres war an zwei Abenden unseres kurzzeitigen Aufenthaltes das bevorzugte Restaurant zum Dinner. Hier gab es Gerichte aus der Gegend, also einheimische Hausmannskost. Sehr zu empfehlen! Mit vollgeschlagenem Magen machten wir uns dann auf die Heimreise, ins nahe gelegene Hotel Two Bridges.

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26. Juni 2008

Cyberkrieg

Ohne das es von der Öffentlichkeit so richtig wahrgenommen wurde, fand in den letzten Monaten, hier in Europa, ein Krieg statt, bei dem kein Schuss fiel, kein Panzer rollte und keine sichtbaren Zerstörungen angerichtet worden sind. Es wurde ein Land angegriffen und seiner Wirtschaft schweren Schaden zugefügt. Mittels des Internets war es feindlichen Angriffen ausgesetzt.
Estland war in einem “Cyberkrieg” verwickelt.
Der Hightech-Staat wurde durch die elektronischen Angriffe in seinen Gesellschaftsfunktionen dermaßen gelähmt, dass man von einem “Terrorakt” sprechen kann. Die Ziele der Angriffe waren dieselben, die auch bei einem realen Angriff in Mitleidenschaft gezogen würden: Regierungsstellen, Banken, Medien und die Industrie. Auch Krankenhäuser und Zieleinrichtungen waren betroffen, eine “Terrorattacke“, die Furcht und Chaos auslösen sollte.
Was war der Anlass? Man nimmt an, dass der Beschluss der estnischen Regierung, ein umstrittenes sowjetisches Soldatendenkmal aus der Stadtmitte von Tallinn zu entfernen, der Auslöser war. Die russischsprachige Minderheit und die russische Politik mischte sich in die Angelegenheit ein. Es kam zu schweren Krawallen. Die Nachrichtenmedien auf der ganzen Welt haben Ende April diesen Jahres darüber berichtet. Die Proteste dehnten sich auch auf das Internet aus. Es kam zu einer massiven Datenüberlastung, der sogenannten “distributed denial of serviceAttacke: Wenn eine große Anzahl von Computern gleichzeitig dieselbe Webseite mit Anfragen bombardiert, dann bricht diese zusammen.
Ein raffinierter Angriff am 30. April war derart massiv und die Belastung von estnischen Servern so groß, dass die Betreiber ihre Kunden abkoppelten und alle Verbindungen neu gestartet werden mussten. Banken, Behörden und Zeitungen waren stundenlang außer Funktion gesetzt, der Notruf funktionierte nicht.

Den Höhepunkt erreichten die Attacken am 09. Mai, dem Gedenktag des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg. Webseiten, die sonst 1000 Zugriffe am Tag hatten, wurden mit 5000 Zugriffen pro Sekunde bombadiert und das pausenlos, bis zu zehn Stunden lang. Erstmals wurde den Menschen klar, dass die Segnungen des Internets und das Vertrauen in die Technik auch ihre Schattenseiten haben konnten. Ein Land, das sich total der Techinik verschrieben hat, in dem die Verwaltung papierlos arbeitet, in der Regierungsprotokolle nur im Internet existieren, Bankaktionen übers Web erfolgen und Fahrkarten und Parkgebühren per Handy bezahlt werden, trifft ein derartiger Angriff besonders empfindlich und macht es verwundbar.
Inzwischen konnten wirksame Gegenmittel eingesetzt werden, wobei das Verteidungsministerium und auch die NATO im Kampf um die Internetsicherheit eingebunden worden sind. Gegen erneute Angriffe weiß man sich jetzt zu wehren, doch die nächste Attacke kann noch schlimmer werden, befürchtet man.
Als Schuldigen hat Estlands Außenminister schnell die Regierung in Moskau ausgemacht. Die IP-Adressen der Computerattacken waren auf die des Kremls zurückzuführen. Diese Schuldzuweisung wurde empört zurückgewiesen. Auch estnische IT-Experten glauben nicht so recht daran. Sie vermuten russische Hacker hinter dem Bombardement, denn auch unter den Computer-Freaks gibt es Nationalisten, die für einen Angriff auf Estland nicht erst auf einen Auftrag aus dem Kreml warten.

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25. Juni 2008

Reiche leben länger

In einer Studie wurde jetzt festgestellt, dass Rentner und Senioren mit Geld länger leben, als Ruheständler, die weniger Geld zur Verfügung haben. Wer hätte das gedacht?

Als Grund wird angeführt, dass Wohlhabende während ihrer berufstätigen Zeit einer geringeren körperlichen Belastung ausgesetzt waren. Zudem müssten sie seltener mit existenziellen wirtschaftlichen Problemen kämpfen und könnten sich deswegen vermehrt ihrer Gesundheit widmen.
Dies trifft besonders bei den Beamten zu. Ohne ein Vorurteil bedienen zu wollen steht fest, dass Angestellte und Arbeiter durchschnittlich, nach dem Eintritt in den Ruhestand, noch 15,8 Jahre leben, Beamte aber 17,8 Jahre.
Am niedrigsten ist der Studie zufolge die Lebenserwartung bei wirtschaftlich schlechter gestellten Pensionisten mit 14,6 Jahren, am höchsten bei Beamten des höheren Dienstes mit 19,6 Jahren.
Ein Schelm ist der, der Böses dabei denkt.
Für Frauen liegen keine Daten vor.

Wer sich für die Studie interessiert, kann sie hier nachlesen.

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24. Juni 2008

Plymouth

Unsere erste Nacht im Two Bridges Hotel (siehe Beitrag) war ein Traum. Kein Wunder, wenn man (und Frau) in einem Himmelbett schläft und dann die Ruhe in der Abgeschiedenheit des Nationalparks.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, natürlich “English Breakfast”, starteten wir unseren ersten Ausflug nach Plymouth. Two Bridges sollte nur unser Standort sein, zu dem wir abends zurückkehren wollten.
Nach Plymouth waren es ca. 18 Miles (ungef. 30 KM) und nach einer langsamen Autofahrt erreichten wir 45 Minuten später unser Ziel, einen Parkplatz am westlichen Rand der Zitadelle, an der Hoe Road. Von hier hatten wir einen direkten Zugang auf die Promenade und zu den Attraktionen an der davorliegenden Klippe.

Plymouth-1

Vor fast genau 35 Jahren waren wir schon einmal hier. Die Promenade hat sich selbst nicht verändert mit dem Denkmal der gefallenen Soldaten aus zwei Weltkriegen und den davor stehenden Monumenten zweier berühmter Leute. Einer davon war Sir Francis Drake, der hier vor Plymouth die spanische Armada 1588 vernichtend geschlagen hatte.
Plymouth hat ein großes Hafengebiet und ist einer der Kriegshäfen der Royal Navy. Eine Hafenrundfahrt war deshalb unumgänglich. Sie dauerte ca. eine Stunde. Belohnt wurden wir mit einem strahlend blauen Himmel bei mäßigem Wind.
Am nordöstlichen Teil der Zitadelle schließt sich die Altstadt mit dem Yachthafen an. Dieser Teil der Stadt wird “The Barbican” genannt. Hier gibt es viele kleine Geschäfte und Restaurants, die viel besucht werden und in einem dieser Restaurants nahmen auch wir unser verspätetes Mittagessen ein, natürlich ein Fischgericht.
Einen Besuch im nahe gelegendem National Marine Aquarium mussten wir aufgeben, weil man kurz vor der Schließung um 17:30 Uhr stand. Entschädigt wurden wir von einer Handvoll Jungen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren, die sich eine Spaß daraus machten, in voller Kleidung von der Hafenkante aus ins etwa sieben bis acht Meter tiefere Hafenbecken zu springen. Beileibe nicht ungefährlich und durch Hinweisschilder auch deutlich als verboten markiert, aber so sind nun mal Jungen in der Sorglosigkeit und Risikobereitschaft ihres Alters, zumal an diesem Maitag das Wetter und die Temperaturen mitspielten.

Jumper

Im Hintergrund links ist das Natinal Marine Aquarium zu sehen. Mit diesen Eindrücken machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Two Bridges. Zurück bleiben die Erinnerungen an einen schönen Tag.

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23. Juni 2008

Nationalgefühl

Im Zuge der Europameisterschaft im Fußball 2008 hat sich Robert Basic, bekannt als der Macher von “Basic Thinking Blog“, in einem Blog mit dem Nationalgefühl von Bürgern anderer Nationen auseinander gesetzt, angeregt durch die negativen Postings einiger Kommentatoren. Er hat seine Ansicht der Dinge dargestellt und sein Blog wurde reichlich kommentiert.
Sehr interessant der Blog selbst und dann die Stellungnahmen derjenigen, die etwas zu sagen haben oder zumindest glauben, etwas sagen zu müssen.

NextGen Ausländer

anlässlich des Postings “Türkei – Deutschland” fielen mir die zahlreichen Kommentare der türkischen Fans auf. Wenige davon musste ich editieren, da man “die Deutschen” mit Nazis verglich, ab dafür. Viele andere zeigen jedoch eine erstaunliche klare Abgrenzung: Wir Türken, Ihr Deutsche, die über das rein Sportliche gefühlt hinausgeht. Ich selbst habe doch den Kroaten die Daumen gedrückt und “gegen die Deutschen” getrommelt, ist das etwa was anderes? Um ehrlich zu sein, war es mir ziemlich wurst, ob nun die eine oder die andere Mannschaft gewinnt. Genauso trommel ich für Frankfurt, wenn sie gegen die Bayern spielen. Gewinnen sie, ist es super, gewinnen sie nicht, ist es schade, aber letztlich kommt es mir stets darauf an, ein schönes Fußballspiel zu sehen. Und gerade bei der EM handelt es sich um ein Turnier, was die Spannung um einige Potenzen erhöht, da kann man sich so herrlich reinsteigern.

Hier geht es weiter ….

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22. Juni 2008

Die letzte Frage

Neuinszenierung des Urknalls

Kurzform einer Geschichte von Isaac Asimov

In der Erzählung DIE LETZTE FRAGE stellt Asimov die alte Frage, ob das Universum unausweichlich sterben muss, und was bei diesem Weltuntergang mit allen intelligenten Lebewesen geschieht. Allerdings vermutet Asimov, das Universum werde in Eis und nicht im Feuer sterben, nachdem die Sterne ihren Wasserstoff verbrannt haben und die Temperaturen fast auf den absoluten Nullpunkt gefallen sind.

Die Geschichte beginnt im Jahre 2061, als ein Riesencomputer die Energieprobleme der Erde gelöst hat, indem er einen massiven Solarsatelliten entworfen hat, der die Sonnenenergie zur Erde zurückstrahlt. Der AC (Analogcomputer) ist so groß und kompliziert, dass selbst die für ihn zuständigen Techniker nur eine ungefähre Vorstellung von seiner Arbeitsweise haben. Aufgrund einer Fünfdollarwette fragen zwei betrunkene Techniker den Computer, ob sich der Tod der Sonne vermeiden lasse oder ob das Universum auf jeden Fall sterben müsse. Nachdem der AC stumm über die Frage nachgedacht hat, erwidert er:
KEINE AUSREICHENDE DATEN FÜR EINE SINNVOLLE ANTWORT.

Jahrhunderte später hat der AC das Problem der Hyperraumreise gelöst, und die Menschen beginnen, Tausende von Sternensystemen zu kolonisieren. Der AC ist so groß, dass er mehrere hundert Quadratkilometer auf jedem Planeten einnimmt, und so komplex, dass er sich selbst pflegt und wartet. Eine junge Familie fliegt auf der Suche nach einem neuen Sternensystem durch den Hyperraum, unfehlbar geleitet vom AC. Als der Vater beiläufig erwähnt, auch die Sterne müssten irgendwann sterben, werden die Kinder hysterisch. »Lass die Sterne nicht sterben«, bitten sie. Um sie zu beruhigen, fragt der Vater den AC, ob sich die Entropie umkehren lasse. »Seht ihr«, sagt der Vater, während er die Antwort des AC liest, »der AC kann jedes Problem lösen.« Tröstend sagt er: »Wenn die Zeit gekommen ist, wird er sich um alles kümmern, also macht Euch keine Sorgen.« Dabei verschweigt er aber, dass der AC in Wirklichkeit ausgedruckt hat:
KEINE AUSREICHENDEN DATEN FÜR EINE SINNVOLLE ANTWORT.

Jahrtausende später ist die ganze Milchstraße kolonisiert. Der AC hat das Problem der Unsterblichkeit gelöst und die Energie der Milchstraße erschlossen, aber er muss neue Galaxien zur Kolonisierung finden. Der AC ist so komplex, dass schon lange niemand mehr versteht, wie er funktioniert. Ständig verbessert er seine Schaltkreise selbst und entwirft neue. Zwei Mitglieder des galaktischen Rates, beide mehrere hundert Jahre alt, erörtern die dringende Frage, wie sich neue galaktische Energiequellen finden lassen, und überlegen, ob wohl das Universum selbst seinem Ende entgegen geht. Lässt sich die Entropie umkehren? fragen sie. Die Antwort des AC:
KEINE AUSREICHENDEN DATEN FÜR EINE SINNVOLLE ANTWORT.

Millionen Jahre später, die Menschheit hat sich über unzählige Galaxien des Universums ausgebreitet. Der AC hat das Problem gelöst, wie man den Geist vom Körper trennen kann, und das Bewusstsein der Menschen kann ungehindert durch die weiten Räume von Millionen Galaxien streifen, während ihre Körper sicher auf einem längst vergessenen Planeten untergebracht sind. Zwei Geister treffen sich im All und fragen sich im Laufe ihres Gesprächs, in welcher der unzähligen Galaxien die Menschen entstanden sind. Der AC, der inzwischen so angewachsen ist, dass er größtenteils im Hyperraum untergebracht werden musste, beantwortet ihre Frage, indem er sie augenblicklich in eine obskure Galaxie befördert. Sie sind enttäuscht. Die Galaxie ist so gewöhnlich wie Millionen anderer Galaxien, und der ursprüngliche Stern ist längst tot. Die beiden menschlichen Geister bekommen es mit der Angst zu tun, weil sich für Milliarden Sterne im Kosmos nach und nach das gleiche Schicksal abzeichnet. Die beiden Geister fragen, ob sich der Tod des Universums selbst vermeiden läßt, woraufhin der AC erwidert:
KEINE AUSREICHENDEN DATEN FÜR EINE SINNVOLLE ANTWORT.

Jahrmilliarden später, die Menschheit besteht aus Billionen und Aberbillionen unsterblicher Körper, um die sich Automaten kümmern. Das kollektive Bewusstsein der Menschheit, das frei durch das Universum schweifen kann, verschmilzt zu einem einzigen Geist, der seinerseits mit dem AC verschmilzt. Es hat keinen Sinn mehr, den AC zu fragen, aus was er besteht oder wo im Hyperraum er sich wirklich befindet. »Das Universum stirbt«, denkt der Mensch kollektiv. Ein Stern nach dem anderen, eine Galaxie nach der anderen stellen die Energieerzeugung ein, und die Temperaturen im Universum nähern sich dem absoluten Nullpunkt. Verzweifelt fragt sich der Mensch, ob die Kälte und Dunkelheit, die die Galaxien langsam verschlingen, den unausweichlichen Tod bedeuten. Aus dem Hyperraum antwortet der AC:
KEINE AUSREICHENDEN DATEN FÜR EINE SINNVOLLE ANTWORT.

Als der Mensch den AC auffordert, die erforderlichen Daten zu sammeln, erwidert dieser: DAS WERDE ICH TUN. ICH TUE ES SCHON SEIT HUNDERT MILLIARDEN JAHREN. MEINEN VORGÄNGERN IST DIE FRAGE SCHON OFT GESTELLT WORDEN. ALLE DATEN, DIE ICH HABE, REICHEN NOCH IMMER NICHT AUS.
Ein unermesslicher Zeitraum verstreicht, das Universum ist endgültig tot. Im Hyperraum sammelt der AC seit Ewigkeiten Daten und denkt über die letzte Frage nach. Schließlich entdeckt er die Lösung, obwohl es niemanden mehr gibt, dem er die Antwort nennen könnte. Sorgfältig entwickelt der AC ein Programm und beginnt dann mit der Umkehrung des Chaos. Er sammelt kaltes, interstellares Gas, bringt tote Sterne zusammen und schafft so eine gigantische Kugel.
Als diese Arbeit getan ist, ruft der AC mit donnernder Stimme aus dem Hyperraum:

ES WERDE LICHT!

Und es ward Licht…

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21. Juni 2008

Sommersonnenwende

Heute, am 21. Juni, haben wir laut Kalender die kürzeste Nacht des Jahres, die Sommersonnenwende. Da wir auf der Nordhalbkugel leben, ist es die kürzeste Nacht, am Äquator ist heute die Tag- und Nachtgleiche und auf der Südhalbkugel unseres Erdballs ist heute die Nacht am längsten. In vielen Ländern der Europas und in den USA beginnt die Jahreszeit des Sommers.

Die Sommersonnenwende wird auch heute noch von vielen Menschen als mystischer Tag betrachtet, oft begleitet von weltlichen und religiösen Feierlichkeiten. Literarisch hat die Besonderheit um das heutige Datum kein geringerer als William Shakespeares in seinem Drama “Ein Sommernachtstraum” bearbeitet.

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Mitternachtsspitzen

Eine Kultsendung des WDR Fernsehens feiert heute ihr 20-jähriges Bestehen, die Mitternachtsspitzen. Gastgeber Jürgen Becker und seine beiden treuen Wegbegleiter Wilfried Schmickler und Uwe Lyko werden heute Abend um 21:45 Uhr live (sonst wird die Sendung am Donnerstag vorher aufgezeichnet) aus dem Alten Wartesaal des Kölner Hauptbahnhofes, eineinhalb Stunden lang, ein Feuerwerk der guten Laune und des Kabaretts abfeuern, zu sehen auf WDR 3.

Jürgen Becker wird in altbekannter Weise die Sendung wieder moderieren und zu fast allem seinen eigenen “Senf” dazu beisteuern. Uwe Lyko wird wieder seinen ewig schimpfenden und nörgelnden Rentner Herbert Knebel präsentieren und Wilfried Schmickler durch den Ausruf „Aufhören! Aufhören, Herr Becker“, dass Ende der Sendung beschließen.
Meine Favoriten sind Uwe Lyko als “Smoky” alias Helmut Schmidt und Wilfried Schmickler als “Loki” alias Hannelore Schmidt, (Helmut Schmidts Frau) in der seit November 2007 bestehenden Reihe „Loki & Smoky”, und sind fester Bestandteil jeder Sendung. Köstlich, die Anfangsfrage von “Smoky“: “Loki – frag´ mich mal was ..“.
Lasst Euch die Sendung nicht entgehen und schaut Euch heute Abend die Jubiläumssendung an, ein Hingucker! Zur Einstimmung nachfolgend der Sketch vom 09. Februar 2008, zu sehen auf Youtube.

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20. Juni 2008

Letzte Ernte

Filed under: Psychologie — riwer @ 22:41
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Im Zusammenhang zu meinem Blog “Tot !” ist mir ein Gedicht in den Kopf gekommen, das ich in meiner Kindheit in der Schule lernen musste. Es hat mich damals schon sehr angesprochen und im Laufe meines Lebens ist es mir immer wieder in den Sinn gekommen und hat mich immer sehr nachdenklich gestimmt. Ich möchte es Euch nicht vorenthalten und hoffe, dass es Euch genauso gut wie mir gefällt.

Letzte Ernte” von Lulu von Strauß & Torney

Ich brachte in 70 Jahren viele Ernten ein,
dies soll mein letztes Fuder wohl gewesen sein,
die Gäule scheuten am Tore, sie jagten mit Gewalt,
ich schrie und riss an der Leine, aber mein Arm ist alt.

Vor ihren polternden Hufen der Staub flog auf wie Rauch,
die Garben schleiften die Steine, mein alter Rücken auch,
Mutter, was hilft das Weinen, es ist nun wie es ist,
70 Jahre und drüber, war doch ne schöne Frist.

Das sie den Schmied nur holen, ein Eisen fehlt dem Roß
und hinterm Hof am Tore, da ist ein Pfosten los,
und dass ichs nicht vergesse, da wo die Pappeln stehn,
im letzten Schlag am Berge, da solln sie Roggen säen.

Kommt jeder an die Reihe, König, Bauer und Knecht,
ists unsres Herrgotts Wille, so ist es mir auch recht.
Was stehst du vor dem Bette und beugst dich über mich,
meinst du, ich seh die Totenlichter nicht?

Vier Lichter vor der Lade, wies sich zu recht gehört,
vier Pferde vor den Wagen, der mich von Hofe fährt.
Der weißen Klageweiber zween vor meiner Truh,
mit weißen linernen Laken vom Kopf bis an die Schuh.

Mutter, kommen die Kühe schon vom Kamp herein?
Die Schwarze brüllt am Tore, da muß es Melkzeit sein.
Ich hör die Knechte singen vor der Dielentür -
morgen am Feierabend, da bin ich nicht mehr hier.

Viel Hände braucht die Ernte, der Herrgott hats gewußt,
gottlob, dass ich nicht früher hab gemußt,
und wenn ich heute Feierabend machen soll,
gemäht sind die letzten Ähren und alle Scheuern voll.

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Das perfekte Käsesandwich

Das hat uns noch gefehlt!

Wer das perfekte Käsesandwich möchte, muss diese Formel anwenden: W = [1 + ((bd)/6.5)) - s + ((m-2c)/2) + ((v+p)/7t)] (100 + l/100) – die Dicke der Käsescheibe in Millimetern (W) ist also abhängig von der Dicke des Brotes (b), der Dicke der Tomatenscheibe (v), der Margarine oder Butter (s) und des Salatblattes (l) sowie der Art des Teig-Geschmacksverstärkers (d), des Weichmachers (c), der Würze (t) sowie nicht zuletzt der Masse an Mayonnaise (m) und Menge des in Großbritannien sehr beliebten Pickle (p – in Essig eingelegtes Gemüse).

Hier gehts zum ganzen Artikel bei n-tv.de.

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19. Juni 2008

EC-Karte

Wie schön und einfach ist es doch , mit der Kreditkarte oder EC-Karte am Geldautomaten Bargeld zu ziehen oder Einkäufe zu bezahlen (solange das Konto gedeckt ist), sei es im Ausland oder zu Hause. Das könnte bald vorbei sein, dann nämlich, wenn die Banken und Sparkassen ihre Drohung wahr machen und das Maestro-System von Mastercard blockieren.
Hintergrund ist eine Entscheidung der EU-Kommission vom Dezember 2007, die Mastercard untersagt, Gebühren im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zu nehmen, weil es gegen das Wettbewerbsrecht verstößt. Dem Unternehmen wurde eine Frist bis zum 21. Juni 2008 eingeräumt. Da Mastercard mit seinen Plänen bei den Wettbewerbshütern auf taube Ohren stößt, hat das Unternehmen beschlossen, erst einmal alle Gebühren zu streichen und eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshof abzuwarten.
Dies hat aber jetzt die Banken aufgeschreckt. Sie bestehen darauf, für ihre Dienstleistung im Auslandszahlungsverkehr bezahlt zu werden, andernfalls droht man mit einer Blockade, denn wer arbeitet schon gern umsonst? Die Banken haben seinerzeit eine Zahlungsgarantie für alle Geldgeschäfte mit der Maestro-Card übernommen. Wird jetzt diese Garantie zurückgezogen, werden Zahlungen im Ausland wohl kaum mehr möglich sein. Das hätte ungeahnte Konsequenzen. Die EU fordert von MasterCard ein völlig neues Gebührenmodell. MasterCard berechnet bisher für Kreditkartenzahlungen im Ausland zwischen 0,8 und 1,2 Prozent vom Umsatz, der Konkurrent VISA dagegen nur 0,7 Prozent.
Der Streit zwischen den Banken und MasterCard wird wohl mal wieder auf dem Rücken der Kunden ausgetragen, die ohnehin letztendlich die Rechnung bezahlen, egal auf welche Gebühr man sich einigt.

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Tot !

Gestern war ich auf einer Beerdigung. Der Vater eines lieben Freundes war vor einer Woche plötzlich verstorben. Der 74-Jährige legte sich abends wie gewohnt schlafen und am anderen Morgen war er tot, die Leichenstarre war schon eingetreten. Mitten aus dem Leben gerissen, plötzlich, unvorbereitet, für alle unfassbar.
Vor 14 Tagen, auf einer Geburtstagsfeier, hatte ich noch mit ihm geredet. Wir sprachen darüber, was man im Alter noch so alles vor hat. Unter anderem sagte er mir, dass er so manch´ einem jungen Menschen noch etwas vormachen könne, in Bezug auf Kraft und Ausdauer. Er fühlte sich gesund und voller Tatendrang. – Und eine Woche später dann sein überraschender Tod.
Wie schwer wir Menschen doch mit dem Tod eines nahen Verwandten umgehen können. Wir wissen alle, dass wir nur auf Zeit leben, dass unser Ende unausweichlich ist. Nur wissen wir nicht, wann dieser Zeitpunkt sein wird. Im Leben machen wir Pläne, planen für die Zukunft, doch nur sehr wenige planen auch ihr eigenes Ende. Da dieses Ende kommen wird, sollten wir darauf vorbereitet sein. Ich meine, ab einem gewissen Alter sollte man sich vorbereiten. Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute kann der letzte Moment sein. Rechtzeitig sollte man “sein Feld bestellt” haben, sollte fast alles geregelt haben, sollte vorbereitet sein und auch so leben. Man sollte sich auch mit dem Tod auseinander setzen, sollte darüber reden, was einen erwarten kann.
Viele Menschen haben Angst vor dem Tod und vor dem Sterben. Diese Angst kann man minimieren, wenn man sich Gedanken macht und den Sinn des Todes einsieht. Die Angst resultiert aus dem Ungewissen, weil keiner weiß, was danach sein wird. Für mich habe ich die Notwendigkeit des Todes eingesehen. Durch die Zeit unterliegen wir einer ständigen Veränderung. An der Natur, an den Jahreszeiten sehen wir, was ich meine: Im Frühling das Neuentstehen allen Lebens, im Sommer die völlige Pracht- und Lebensentfaltung, im Herbst das Sterben der Natur, im Winter der Tod mit dem Übergang zum Frühling, zum neuen Leben. Die Natur stirbt im Herbst, um Platz zu machen, damit sich im Frühling neues Leben entwickeln kann. Und so ist es auch mit uns Menschen: Wir müssen sterben, damit unsere Nachkommen Platz zum Leben haben!
Beim Tod eines Menschen gehen einem die merkwürdigsten Gedanken durch den Kopf. Ich bin christlich erzogen, ohne übermäßig gläubig und religiös zu sein, deshalb kann ich einigen Bibeltexten viel abgewinnen. Die Erfahrung unserer Väter wird sehr schön in einem alten, sehr alten Text ausgedrückt, dem Psalm 90. Da heißt es unter anderem:

Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre,
und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe;
denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

Nachtrag: Bevor es hier zu Kommentare über die Richtigkeit des Psalm-Zitates kommt, hier der Text aus der Lutherbibel von 1912:

Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre,
und wenn’s köstlich gewesen ist,
so ist es Mühe und Arbeit gewesen;
denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon.

Hier der Text aus der Elberfelder Bibel:

Die Tage unserer Jahre, ihrer sind siebzig Jahre,
und, wenn in Kraft, achtzig Jahre,
und ihr Stolz ist Mühsal und Nichtigkeit,
denn schnell eilt es vorüber, und wir fliegen dahin.

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17. Juni 2008

Beipackzettel

Mein Verhältnis zu Ärzten ist zwiespältig. Auf der einen Seite kann man auf sie nicht verzichten, auf der anderen Seite spreche ich vielen ihre Qualifikation ab, weil sie mehr das Geldverdienen im Kopf haben, als ihrem hippokratischen Eid zu folgen, auch wenn dieser nicht mehr gefordert wird. Andere wiederum haben zu dem, was sie auf der Universität und im Praktikum gelernt haben, nichts dazu gelernt. Wie zum Hohn wurde meine Ansicht noch untermauert durch einen Fall, der sich in meiner eigenen Familie zugetragen hat.
Seit ein paar Monaten bekommt mein Familienmitglied zwei Präparate: Enalapril-corax gegen Bluthochdruck und Cymbalta, ein schmerzlinderndes Mittel und Antidepressivum. Der Beipackzettel wurde zwar bei der Ersteinnahme der Mittel kurz überflogen, ansonsten wurde auf die Verordnung des Arztes vertraut. Die Mittelchen taten ihre Wirkung und alles schien gut zu sein.
Vor acht Monaten bekam nun mein Verwandter quasi über Nacht das erste Mal eine enorme Reizung der Bronchien, was mit heftigen Hustenanfällen begleitet wurde. Diese Hustenanfälle kamen tief aus der Lunge und traten im Extremfall zwei bis dreimal in der Minute auf. Dies ging über fast vier Wochen. Der konsultierte Arzt verschrieb Hustenmittel und Beruhigungsmittel.
Nicht nur der Patient wurde durch diese heftigen Hustenanfälle physisch überaus in Mitleidenschaft gezogen, dieses “Bellen” hatte auch negative Auswirkungen auf das Zusammenleben der übrige Familie. Man hatte Mitleid mit der Person, konnte sich aber auch dem ständigen Husten nicht entziehen und man wartete selbst voller Beklemmung auf die nächste Attacke.
Acht Monate hatten wir Ruhe. Die neueste Reizung der Bronchien begann vor 14 Tagen. Da der Arzt schon beim letzten Mal keine Linderung erzielen konnte, ging unser Patient jetzt direkt zur Apotheke und fragte nach einem starken Hustenmittel. Der gewissenhafte Apotheker fragte nach den Beschwerden und welche Medikamente eingenommen würden. Bei der Nennung der oben erwähnten Mittel fragte er, ob denn der Hausarzt nicht auf die Nebenwirkungen der Medikamente hingewiesen habe. Das musste verneint werden und der Apotheker riet, den Arzt darauf hin zu weisen.
Zu den Nebenwirkungen bei Enalapril-corax heißt es: “Atemwege: Häufig können trockener Reizhusten, Halsschmerzen, Heiserkeit und Entzündungen der größeren Luftwege (Bronchitis), gelegentlich Atemnot, Entzündung der Nebennasenhöhlen …. auftreten.” Und bei Cymbalta heißt es: “Entzündliche Erkrankungen: Halsentzündung.
Der Hausarzt wurde von dem Patient auf die Nebenwirkungen, die der Beipackzettel beschrieb, hingewiesen. Natürlich konnte er seine Fehleinschätzung nicht offen zugeben und empfahl der Patientin Enalapril-corax erst einmal ganz abzusetzen und Cymbalta alle zwei Tage zu nehmen. Hinzu kam die Verschreibung eines Antibiotikums. Tatsächlich lassen die Beschwerden nach. Warum ist man (Arzt) nicht früher darauf gekommen?

Sicher, man ist für sich selbst verantwortlich, aber hätte der Arzt in diesem Fall nicht Bescheid wissen müssen, hätte er sich nicht selber über die Nebenwirkungen der Medikamente Kenntnis verschaffen müssen? Mein Familienmitglied ist jedenfalls geneigt, den Hausarzt zu wechseln. Der Arzt meines Vertrauens sollte gewissenhaft sein, eine Mindestanforderung, die man einfach erwarten kann.

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17. Juni

Heute vor 55 Jahren, am 17. Juni 1953, wurde ein Aufstand von großen Teilen der arbeitenden Bevölkerung der damaligen DDR und Ost-Berlin blutig niedergeschlagen. Russische Panzer kamen den Machthabern der sozialistischen Republik zur Hilfe und halfen bei der Wiederherstellung von “Ruhe und Ordnung“. Es gab viele Tote und Verletzte.

Zum Gedenken an diesen Volksaufstand verabschiedete der damalige deutsche Bundestag am 04. August 1953 ein Gesetz, dass den 17. Juni zum “Tag der Deutschen Einheit” und zum Feiertag erklärte.

Erst mit der Wiedervereinigung 1990 wurde der 17. Juni als Feiertag abgeschafft und der 3. Oktober zum Nationalfeiertag erklärt, zum Gedenken an die Wiedervereinigung.

Soweit der politische Teil. Für uns als Kinder und Heranwachsende der damaligen Zeit wurde der 17. Juni in der vorsommerlichen Zeit gern als willkommener Feiertag angenommen. Das Gedenken an die Bedeutung des Tages war Sache der Politiker. Uns war Baden gehen und das Genießen der zusätzlichen freien Zeit wichtiger.

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15. Juni 2008

Morning (Morgenstimmung)

Vor 165 Jahren, am 15. Juni 1843 wurde Edvard Grieg geboren. Er war einer der berühmtesten Söhne Norwegens, der bekannteste Komponist dieses Landes. Von seinen Orchesterwerken sind die beiden Peer-Gynt Suiten wohl die bekanntesten Musikstücke. Sie sind eine Vertonung des dramatischen Gedichtes gleichen Namens von Henrik Ibsen, ebenfalls ein Sohn Norwegens. Die Morgenstimmung, den ersten Satz seiner Peer-Gynt-Suite Nr. 1 kennt wohl fast jeder, wenn meistens auch nur der Melodie nach. Wenn die ersten Töne erklingen, kommt der Aha-Effekt.
Hört Euch das Stück einmal an. Lasst die Stimmung auf Euch wirken. Die richtigen Töne um einen neuen Tag zu beginnen. Es passt auch zu meinem vorherigen Blog über Dartmoor.

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14. Juni 2008

Two Bridges (Dartmoor)

Nach einer fast einstündigen Fahrt durch enge Straßen, flankiert von mannshohen Büschen oder brusthohen, aus kleinen Granitplatten aufgeschichteten Mauern, erreichten wir unser Ziel, mitten im englischen Nationalpark Dartmoor. Two Bridges besteht eigentlich nur aus dem gleichnamigen Hotel, unserem Ziel und ein paar in der Gegend herumstehenden Katen. Vor dem Hotel kreuzt ein kleiner Fluß die einzige befestigte Straße, der West Dart River. Über den Bach spannen sich zwei Brücken, etwa 50 Meter voneinander entfernt und aus Granit- Platten und -Blöcken erbaut. Sie dürften einige hundert Jahre auf den Buckel haben. Links und rechts vom Bach eine Hügellandschaft aus brachliegenden Feldern, Wiesen mit Schafen und Landstriche mit moosbewachsenen Granitebenen. Keine Gegend für Jux und Spaß, ganz im Gegenteil, hier findet man Ruhe und Erholung. Die Landschaft lädt zu ausgedehnten Wanderungen und Spaziergängen ein. Natur pur, in der man die Seele “baumeln” lassen kann.
Das Hotel “Two Bridges” war unser Domizil für vier Tage. Es wurde 1794 erbaut und hat seinen eigentümlichen englischen Charme bis heute erhalten. Heute gehört es zu Gruppe der “Warm Welcome” Hotels. Es ist hat einen großen Tagungsraum, dessen Vermietung und die Unterbringung der Tagungsgäste, die Haupteinnahmequelle sein dürfte. Die Lobby und die davor befindliche Kaminecke, aber auch die Bar strahlten etwas aus, was wir Continental Europäer als “typisch englisch” bezeichnen würden. In der gediegenen Einrichtung war man Teil des viktorianischen Zeitalters. Man konnte die Gegenwart vergessen.
Natürlich wurde im Restaurant des Hotels auch ein “English Breakfast” serviert. Hätte es gefehlt, wäre es ein echter Stilbruch. Eine Besonderheit dieses Hotels sind die Suiten mit Himmelbett. Wir
hatten die “Bridal Suite“. Auch wenn wir die “Silberne Hochzeit” schon weit
hinter uns gelassen haben und mit strammen Schritten auf die “Goldene
Hochzeit” zusteuern, war es doch schön in Nostalgie zu schwelgen.
Obwohl das Hotel nur mit drei Sternen ausgezeichnet ist, würde ich es jederzeit meinen Freunden empfehlen, die auf Ruhe und Erholung Wert legen.

13. Juni 2008

Freitag der 13.

Filed under: Allgemein — riwer @ 8:33
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Abergläubige Menschen sollten heute im Bett bleiben, zumindest aber nicht das Haus verlassen. Wie es sich mit dem Unglückstag verhält, kann man sehr schön bei Wikipedia nachlesen:

Der Freitag der 13. gilt im Volksglauben als ein Tag, an dem besonders viele Unglücke passieren. Der Wochentag als Jesu Todestag und die 13 als Unglückszahl (siehe Triskaidekaphobie) stammen aus christlicher Tradition.

Die krankhafte Angst vor einem Freitag dem 13. wird Paraskavedekatriaphobie genannt. Dieses Phänomen kann im Einzelfall so weit führen, dass Betroffene Reisen und Termine absagen oder sich an einem Freitag den Dreizehnten nicht aus dem Bett trauen.

In Deutschland tauchte der Freitag der 13. zum ersten Mal 1957 in einer Glosse von Thilo Koch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf, in der er sich darüber lustig machte, dass der Stapellauf des Öltankers Tina Onassis wegen des Unglücksdatums verschoben wurde.

Nicht überall auf der Welt ist Freitag der 13. ein besonderes Datum. In Spanien, Griechenland und Lateinamerika (außer Brasilien) gelten Dienstage, die auf den 13. eines Monats fallen (Martes 13), als Unglückstage. In Italien gilt Freitag der 17. als Unglücksdatum.

Auswertungen von Unfalldaten haben ergeben, dass sich an einem Freitag den 13. nicht mehr Verkehrsunfälle mit schwerem Sachschaden ereignen als an einem Freitag den 6. oder 20. (weiter …… )

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