R I W E R – Blog eines Seniors

31. Mai 2009

Pfingsten

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Für viele Mitmenschen wird das Pfingstfest ein willkommendes langes Wochenende sein, an dem man verreist, sich erholt, faulenzt oder sonstige Aktivitäten unternimmt, die einem gefallen. Da Pfingsten in den Mai und manchmal auch Anfang Juni fällt, kann man zudem mit schönen und warmen Tagen rechnen, die den Frühling und die Natur besonders reizvoll machen. Nur wenige Menschen werden den christlichen Charakter dieses Festes feiern, den meisten ist er gänzlich unbekannt. Vereinzelt haben die Medien Umfragen gestartet und gefragt: “Was bedeutet für Sie Pfingsten?” Bei den jungen Leuten bis 40 Jahre wissen nur 20 Prozent, dass es sich um ein religiöses Fest handelt. Für sie ist es ein zusätzlicher freier Tag in ihrem Arbeitsleben. Den älteren Menschen ist die religiöse Botschaft von Pfingsten deutlich geläufiger, obwohl die Antworten mitunter sehr ungenau sind.

pfingstenDass  für die Politik Pfingsten auch nicht mehr so wichtig ist, sieht man daran, dass einige Länder in Europa (darunter auch Deutschland) versucht haben, den zweiten Feiertag (Pfingstmontag) abzuschaffen. In Deutschland ist dies gescheitert, weil die große Mehrheit der Bevölkerung auf den Feiertag nicht verzichten wollte und auch die christlichen Kirchen alles taten um die Abschaffung zu verhindern. In einigen anderen Ländern wurde eine Abschaffung zwischenzeitlich wieder rückgängig gemacht. Obwohl in Deutschland weiterhin der Pfingstmontag ein Feiertag ist, wird dennoch an der Deutschen Börse gearbeitet. Aktien werden gehandelt, das Kapital arbeitet.

Ach ja, dass wir es nicht vergessen: Welche Bedeutung hat nun eigentlich Pfingsten? Um es in einem Satz zu sagen: Zu Pfingsten ( 50 Tage nach Ostern) kam der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger hernieder, sie wurden erfüllt vom Heiligen Geist, der sie mit unterschiedlichen Stimmen (Sprachen) das Wort Gottes in dier Welt tragen und predigen ließ.

30. Mai 2009

Vanilleeis ist nicht Vanilleeis

Vor ein paar Wochen berichtete ich in meinem Blog “Das ist doch Käse!”, dass nicht überall Käse drin ist, wo Käse draufsteht. Auf vielen Produkten ist Käseersatz drin, wird aber als Käse deklariert.

Der Sommer steht vor der Tür und die Stiftung Warentest hat das zum Anlass genommen, Deutschland liebstes Speiseeis, das Vanilleeis, zu testen. Wie schon bei dem erwähnten Käse war beim Vanilleeis die fehlende Vanille der größte Kritikpunkt. Von den getesteten Produkten hatten 10 Sorten nur geringe Mengen Vanille, 8 Sorten sogar verfälschte Vanillen enthalten, zweimal wurde im Eis das synthetische Vanillin festgestellt.

Die Stiftung Warentest vermutet, dass die Eisproduzenten wegen der stark schwankenden Rohstoffpreise aus Sparsamkeitsgründen auf echte Vanille verzichten und künstlich hergestelltes Vanillin verarbeiten. Dagegen ist eigentlich auch nichts einzuwenden, nur müssten die Hersteller dies auch auf der Verpackung deutlich kennzeichnen. Rewe (und die bei ihr verkauften ja!-Produkte) und Botterbloom zeichnen richtig aus. Bei ihnen steht “mit Vanillegeschmack” auf der Verpackung.
Trotzdem nenne ich es eine Irreführung des Verbrauchers. Wenn ich ein Vanilleeis kaufe, erwarte ich, dass da auch echte Vanille drin ist. Wie mag es bei der italienische Eisdiele um die Ecke aussehen, wo man das Eis in die Hand bekommt und man sich nicht erkundigt, ob da auch echte Vanille drin ist. Genaugenommen dürfte es hier auch nicht besser aussehen als bei den Eisproduzenten, die für die Supermärkte produzieren. Denn auch sie müssen sparen und so preiswert als möglich ihr Eis herstellen.

Vanilleeis Zurück zum Test: Die Tester prüften neben der mikrobiologischen und der Aromaqualität auch die Verpackung und Deklaration. Testsieger wurde Haägen Dasz Vanilla, das mit elf Euro pro Liter aber auch das teuerste Eis im Test war. Das zweitbeste Vanilleeis kommt von Mövenpick – kann sich aber mit einer Note von 3,5 auch nicht vom insgesamt schlechten Testfeld absetzen. Landliebe Die Eissorten der Discounter kommen überwiegend schlecht weg. Egal ob bei Aldi (Nord), Norma, Plus oder Tip – überall liegt nach dem Urteil der Stiftung Warentest mangelhaftes Eis in den Regalen. Aber auch auf Markennamen ist kein Verlass. Ebenfalls ein “mangelhaft” erhielt das Vanilleeis von Landliebe. Selbst die beiden Biosorten Vanilla Mood von Demeter und das Tofutti Vanilla Soya Dessert kamen um ein “mangelhaft” nicht herum.

29. Mai 2009

Melaten-Friedhof

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Wenn man im fortgeschrittenen Alter ist, werden die Friedhofsbesuche schon häufiger. Nicht nur deshalb, weil man ein großes Interesse dafür pflegt, nein, hin und wieder muss man auch einem Verstorbenen seinen Respekt erweisen und ihn/sie auf deren “letzten Gang” begleiten. Bei uns war vor zwei Tagen ein solcher Gang wieder angesagt. Der Verstorbene wurde auf dem Melaten-Friedhof beigesetzt, dem Zentral-Friedhof Kölns.

Nach einer Trauerfeier in der Trauerhalle an der Puisstraße ging der Weg zur letzten Ruhestätte diagonal über den Friedhof in die entgegensetzte südwestliche Ecke, an der Aachner-Str. / Oskar-Jäger-Str.. Auf dem Weg dorthin geht man an vielen prachtvollen  Grabmälern vorbei. Sie repräsentieren das Ansehen und die Wichtigkeit, die die entsprechenden Familien und deren Verstorbene in und um Köln hatten. Dazu mussten sie auch über das nötige “Kleingeld” verfügen. Die Grabstätten zeigen ein “Who is who” der Kölner Persönlichkeiten.

Auf dem Friedhof Melaten stand seit dem späten 12. Jahrhundert ein Siechenhaus. Zum Ende des Mittelalters war es auch Hinrichtungsstätte. Köln war während der Zeit Napoleons einige Jahre französisches Gebiet. Er verfügte, dass alle Friedhöfe, die sich über die Stadt verteilten, in einem geschlossenen Areal zusammen gefasst werden müssen, dem Zentral-Friedhof. 1810 wurde der Melaten-Friedhof offiziell eingeweiht. Bis 1829 durften auf dem “Gottesacker” aber nur Verstorbene des katholischen Glaubens bestattet werden.
Grab-Wallraf-RichartzWährend des zweiten Weltkrieges wurden einige Gebäude und Grabstätten zerstört, darunter die ehemalige Kapelle des Leprosenheimes, die in kleinerer Form 1952 wiederhergestellt wurde. Unwiederbringlich verloren gegangen sind aber die imposanten Grabmale für  Ferdinand Franz Wallraf und Johann Heinrich Richartz, vgl. Wallraf-Richartz-Museum. An sie erinnert heute nur noch ein schlichter Stein.
Grab-Johann-FarinaUnter den weiteren Prominenten findet man Namen wie Claus Hinrich Casdorff (Journalist),  Johann Maria Carl Farina (Produzent des Eau de Cologne und Stifter – Grabstätte wird für alle Zeiten von der Stadt Köln gepflegt), Iwan David Herstatt (Bankier – sein Bankhaus wurde durch die Herstatt-Pleite 1974 berühmt), Heinz Günther Konsalik (Schriftsteller), Grab-MillowitschWilly Millowitsch (Volks-Schauspieler), John van Nes Ziegler (Politiker), Friedrich Carl von Oppenheim (Privatbankier), Willi Ostermann (Komponist – Karneval), Nicolaus August Otto (Erfinder des gleichnamigen Otto-Motors), Gisela Uhlen (Schauspielerin), Hans-Jürgen Wischnewski (Politiker – SPD) und viele andere mehr.

1980 wurde der Melaten-Friedhof unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist er ein interessantes Ausflugs- und Besichtigungsziel, vor allem wegen der vielen hier bestatteten Prominenten, den interessanten Grabmälern und des parkähnlichen Charakters der Anlage. Mehrmals jährlich werden an Wochenenden Führungen durch den Friedhof angeboten.

Interessante Links:
http://www.melatenfriedhof.de/,
http://www.kleinertod.de/grab/koeln/melaten.html,

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28. Mai 2009

Kreml-Flieger

Rust-1 Was muss ein junger Mann von 18 Jahren tun, damit er in kürzester Zeit in fast allen Medien der Welt erscheint? Er muss sich etwas originelles ausdenken, was vor ihm keiner getan hat und wahrscheinlich auch nie wieder einer machen wird. Am 28. Mai 1987, heute vor 22 Jahren, landete der Hamburger Mathias Rust mit einem Leichtflugzeug der Marke Cessna 172 im Herzen der sowjetischen Metropole Moskau auf dem Roten Platz, direkt vor dem Kreml.
Rust Wahrscheinlich war er sich seines Tuns gar nicht bewusst und man könnte die ganze Sache als “dummer Jungenstreich” abtun, wenn da nicht die unglaubliche politische Brisanz diesen Flug so aufgewertet hätte.

Da geht dieser Mathias Rust hin und dringt mit seinem gemieteten Flugzeug bei St. Petersburg (damals Leningrad) in den sowjetischen Luftraum ein und folgt dann der Eisenbahnlinie nach Moskau. Sein Eindringen wird zwar von der russischen Flugüberwachung bemerkt, bleibt aber aufgrund von Pannen vorerst ohne Reaktion von sowjetischer Seite. Mehr als fünf Stunden und etwa 900 Km kann er unbehelligt bis in die sowjetische Hauptstadt fliegen. In niedriger Höhe, unterhalb des Radarschirms, bleibt er zunächst unentdeckt vom russischen Radar, wird ab dann entdeckt. rust-2 Am Abend erreicht Mathias Rust in Begleitung zweier Abfangjäger Moskau. Gegen 18:15 kreist die Cessna 172 drei Mal über dem Roten Platz und landet schließlich gegen 18:40 Uhr auf der nahe gelegenen Moskwa-Brücke neben der Basilius-Kathedrale. Er entsteigt der einmotorigen Maschine und gibt Autogramme an sich einfindende Schaulustige. Erst Minuten später wird er von Mitarbeitern des KGB festgenommen.

Welch ungeheuerliches Ereignis! Damals waren die politischen Verhältnisse noch ganz anders. Die Sowjetunion und ihre Verbündeten schotteten sich gegenüber der restlichen Welt ab und war tabu für Normalsterbliche aus dem westlichen Ausland. Man sprach vom “Eisernen Vorhang”.

Für Mathias Rust hatte die Tat Folgen. Er wurde am 4. September 1987 zu vier Jahren Arbeitslager wegen illegaler Einreise, Verletzung der internationalen Luftverkehrsregeln und schweren Rowdytums verurteilt. Knapp ein Jahr später wurde er begnadigt und musste die Sowjetunion sofort verlassen. Vielleicht war ihm sein unverhoffter Ruhm zu Kopf gestiegen, jedenfalls kam er in den folgenden Jahren immer wieder mal mit dem Gesetz in Konflikt. Heute lebt er in Berlin und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit professionellem Pokerspiel.

27. Mai 2009

Adenauers Erfindungen

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Konrad-Adenauer Das Konrad Adenauer von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler der neuen Bundesrepublik Deutschland war, ist allgemein bekannt. Dass er aber auch ein Erfinder war, wissen nur wenige. In der Politik war er wesentlich erfolgreicher.

Rund 40 Erfindungen hat er im Laufe seines Lebens gemacht. Seine Erfindungen kamen bei der” “breiten Masse” nicht so an. Er war handwerklich geschickt und praktisch veranlagt. Er wollte das Leben einfacher machen, auch wenn die Erfindungen manchmal recht seltsam anmuten.

Schreibmaschine mit daumengerecht geformten, teelöffelartigen Tasten zum Ziehen statt zum Drücken

Luftfederung für Automobile

Mehrzweck-Gartengerät Mehrzweck-Gartengerät
Mit einem Hammerkopf am unteren Ende des Rechens sollten größere Erdbrocken zerkleinert werden.

„Vorrichtung  zur Verhinderung des Überfahrenwerdens durch Straßenbahnen“ (vorgeschaltete rotierende Walze zum Beiseitefegen von Fußgängern)

Heizbare Kaffeekanne

Schutzvorrichtung gegen Zugluft in Automobilen (eingebaut in Adenauers Kanzler-Mercedes, ausgestellt im Bonner „Haus der Geschichte“)

Schlauchmundstück für Garten-Wasserschläuche (Handhebel als Wasser-Stopper)

Lampe mit Zeitschalter Zeitschaltuhr für Bettleuchte zum Stromsparen
Konrad Adenauer schlief beim Lesen oft ein. Deshalb entwickelte er eine Lampe mit Zeitschalter.

„Reaktionsdampfmaschine“: Dampfrückstoß-Antrieb für Lokomotiven, vom Kaiserlichen Patentamt als physikalisch unmöglich erachtet („Perpetuum mobile“), 1903-1904

„Vorrichtung zur Verhütung der Staubentwicklung durch Automobile“: Stromlinien-Heckteil zum Vermeiden von Staubwirbeln, 1904-1905

„Verbesserter Zylinder für durch Dampf usw. betriebene Fahrzeuge“, 1904 / 1936-1942

Notzeit-Brot„Verfahren zur Herstellung eines dem rheinischen Schwarzbrot ähnelnden Schrotbrotes“, Patent 1915 (zusammen mit den Kölner Brotfabrikanten Jean und Josef Oebel): 40 Gewichtsprozente gedörrtes Maismehl, 35 Prozent Gerstenmehl, je 10 Prozent Reismehl und Kleie, 5 Prozent Dextrin sowie Gewürze

Insektentöter „Verfahren zur Bekämpfung von Schädlingen in Pflanzen, Holz, Webstoffen und dergleichen“, 1935-1943: elektrischer Insektentöter (Kleisterpinsel), gefährlich für Anwender und schützenswerte Pflanzen oder Stoffe

Blendschutz für Windschutzscheiben, 1936-1938

Blendschutzbrille zum Aufsetzen, 1936-1938

„Einrichtung zur Ausbesserung von Geweben“, 1938: Stopfei mit Innenbeleuchtung

Gießkanne Brausekopf für Gießkannen mit abklappbarem Deckel, 1938
Schwappschutz: Damit Wasser beim Transport nicht aus der Gießkanne herausspritzt, hat diese Kanne einen Deckel am Ausguss.

Gießkanne mit Schlauch als Ausguss (zum zielgenauen, wassersparenden Bewässern)

Brotröster Verbesserung des elektrischen Brotrösters (mit Sichtscheibe, innerem Spiegel und Innenbeleuchtung zum Erkennen des optimalen Röstgrades der Toastschnitte)
Adenauers Ansicht nach sollten eine Scheibe und ein Spiegel dazu dienen, den optimalen Röstzeitpunkt von Toast besser erkennen zu können.

Kölner Wurst, (während des 1. Weltkrieges) ganz ohne Fleisch, dafür mit Soja. Hierfür bekam er in England ein Patent.

26. Mai 2009

Ketten – E-Mails

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Die Mail hört sich rührend an: Ein kleiner krebskranker Junge liegt im Krankenhaus und wünscht sich sehnlichst einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Dafür braucht der Siebenjährige jede Menge Post – im besten Fall eine Rückantwort von jedem, den er angeschrieben hat. Scheint ziemlich leicht zu sein, dem kranken Kind zu helfen: Einfach nur eine Postkarte in den Briefkasten stecken oder bei der Mail auf die Antworttaste klicken – und schon ist der gutgläubige Empfänger des herzzerreißenden Appells reingefallen auf einen perfiden Kettenbrief. Den armen Siebenjährigen gibt es nicht. Genauso wenig wie die tumorkranke kleine Natalie, der von AOL die lebensrettende Operation bezahlt wird, wenn nur genügend Menschen auf die Mail oder den Brief antworten. Der leukämiekranke Student, der eine Knochenmarkspende benötigt, ist reine Erfindung, genau wie das Handy, das Nokia angeblich verschenkt.

Seit Jahren kursieren solche Briefe, die auch „Hoax“ (englisch für Scherz) genannt werden, in elektronischer und gedruckter Form. „Kettenbriefe sind eine Art Virus für Arme“, sagt IT-Experte Frank Ziemann, der sich für die Technische Universität Berlin mit dem Phänomen beschäftigt. „Wenn sie in irgendwelchen Listen auftauchen oder sogar eines Tages zu dem zurückkehren, der sie sich ausgedacht hat, ist das eine Auszeichnung für ihren Erfinder.“ Dass mit den Briefen Geld zu machen ist oder ein anderer Profit, ist ein Irrglaube. „Viele denken, dass durch Ketten-Mails Adressen gesammelt werden, die dann verkauft werden können. Da ist nichts dran, schließlich gäbe es da wesentlich einfachere Methoden.“ Es geht also um nichts anderes, als um ein kleines bisschen Ruhm in der „Hoax-Szene“, die sich im Internet in Foren austauscht.

Die Kettenbrief-Erfinder drücken auf die Tränendrüse, um Druck auszuüben. Und selbst Mails, die eigentlich nur Glück bringen sollen, bekommen einen drohenden Unterton verpasst: Wer die Mail nicht mindestens an zehn Freunde weiterleitet, dem wird Schlimmes widerfahren.

Der einzige Schaden, den eine Ketten-Mail anrichten kann, geht allerdings von ihrer Weiterleitung aus. „Es passiert oft, dass sich der, der nur eine gute Tat vollbringen wollte, plötzlich selber als Betroffener in der Mail wiederfindet“, sagt Ziemann. Dann wird eine völlig unbeteiligte Person aus dem Verteiler plötzlich selber als Leukämiekranker aufgeführt. Das ist unangenehm – vor allem, wenn die Lawine der Rückmeldungen plötzlich im eigenen Postfach landet. „Das einzige, was wirklich gegen die Flut der Ketten-Mails hilft, ist, sie kategorisch nicht weiterzuleiten“, sagt Ziemann.

Wer sich nicht sicher ist, ob eine Ketten-Mail echt ist oder nicht, kann sie an Frank Ziemann schicken – der Hoax-Experte nimmt sie dann unter die Lupe. Weitere Informationen dazu gibt es auf www.hoax-info.de .

25. Mai 2009

Inflation oder Deflation?

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Inflation Die Währungshüter haben Grund zu doppelter Sorge: Um eine drohende Deflation zu verhindern, werden derzeit große Konjunkturpakete aufgelegt, die Zinsen auf historisch niedrige Niveaus abgesenkt – aber genau diese Maßnahmen wiederum könnten den Keim der Inflation in sich tragen. Selbst Experten sind sich nicht einig, was kommen wird.

Der Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) befürchtet eine deutliche Inflation. Das HWWI rechne nach einer Erholungsphase der Wirtschaft ab 2010/2011 mit einem Anstieg der Inflationsrate auf fünf Prozent und mehr im Euroraum. Inflation-1Mit der expansiven Geldpolitik von heute werde der Keim gelegt für die Inflation von morgen. Bis zu zehn Prozent Inflation hält der Wirtschaftsexperte für möglich.

In der Weltwirtschaftskrise von 1928 bis 1932 Jahren hatte Deutschland schon einmal erlebt, was eine extreme Inflation anrichten kann.

Was bedeutet Inflation?

  • Die Preise steigen unaufhörlich und zwar auf breiter Front. An der Tankstelle wie im Supermarkt. Egal ob Lebensmittel, Autos, Immobilien oder Mieten – alles wird teurer.
  • Als Folge drohen schwere Tarif-Auseinandersetzungen. Denn massive Preissteigerungen ziehen hohe Lohnforderungen nach sich.
  • Höhere Löhne wiederum verteuern die Produktion und treiben so die Preise weiter nach oben.
  • Wer Geld hat, hebt es von der Bank ab und investiert es lieber in Sachwerte, bevor es regelrecht unter den Fingern zerrinnt.
  • Eine Spirale kommt in Gang, in der sich Preise und Löhne gegenseitig in die Höhe treiben – bis zum Crash.
  • Inflation entwertet aber nicht nur Vermögen, sondern auch Schulden. Je weniger das Geld wert ist, desto leichter sind sie zu tilgen.

Eine brandgefährliche Situation. So schlimm wie bei der Weltwirtschaftskrise 1928 wird es heute aber nicht mehr kommen. Trotzdem hält der Präsident des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, die aktuelle Situation für “brandgefährlich”.

Die Deflation kommt

Deflation Professor Hans-Werner Sinn, der Präsident des Münchener IFO-Instituts, sieht die Lage dagegen ganz anders. Lange galt er vielen als einer der geistigen Väter der ungezügelten Marktwirtschaft. Für eine drohende Inflation sieht Sinn keinerlei Anzeichen – ganz im Gegenteil. Er kann die Wirtschaftsexperten, die vor einer Inflation warnen, überhaupt nicht verstehen.
Denn für eine inflationäre Entwicklung fehle es an der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Die Leute würden ihr Geld horten. Dies sei eine Situation, in der die Preise eher nach unten gedrückt würden. Tatsächlich gingen die Inflationsraten zurzeit zurück und könnten als nächstes bei Null oder auch leicht darunter liegen. Die Amerikaner seien bereits in der Deflation. Und Japan, das Anfang der Neunziger Jahre ähnliche Schwierigkeiten mit den Banken hatte, sei nun schon seit 18 Jahren in einer Deflation. Dies sei die echte Gefahr. Professor Sinn behauptet nicht, dass wir in eine solche Situation kommen werden – aber wenn etwas Außergewöhnliches passieren könne, dann das.

Was bedeutet Deflation?

  • Es gibt viele Waren, aber wenig Nachfrage. Um ihre Produkte dennoch zu verkaufen, locken die Hersteller mit immer neuen Sonderangeboten, schlagen immer mehr Rabattschlachten.
  • Die Kunden kaufen trotzdem weniger, weil sie erwarten, dass alles noch billiger wird.
  • Die Gewinne der Unternehmen gehen zurück.
  • Es kommt zu Lohnkürzungen und Entlassungen.
  • Wer Geld hat, legt es lieber bei der Bank an, statt es auszugeben – weil es an Wert gewinnt.
  • Die Produktion geht weiter zurück. Für viele Unternehmen lohnt es sich einfach nicht mehr.
  • Aber die Deflation macht nicht nur Vermögen wertvoller. Sie macht auch Schulden teurer. Für Privatleute, Unternehmen und den Staat.
  • Weil auch die Steuereinnahmen immer weiter zurück gehen, drücken die Schuldenlasten immer schwerer. Auch hier kann es also zum Crash kommen.

Egal, ob Inflation oder Deflation: Die Experten sind sich sicher, dass die Politik und die Zentralbanken aus der Vergangenheit gelernt haben und das Schlimmste verhindert werden kann. Wie sich die Verantwortlichen am Ende entscheiden werden, darüber können aber auch die Experten nur spekulieren.

24. Mai 2009

23. Mai

Was für ein Tag, dieser Samstag, der 23. Mai 2009. Er wird sicherlich als besonderer Tag in die Analen der Deutschen Geschichte eingehen. Nicht nur, dass es ein wettermäßig wunderschöner Mai-Tag war, mit Temperaturen bis 28 Grad, nein, es ist auch ein geschichtsträchtiger Tag, den wir Deutsche uns in angenehmer Erinnerung behalten werden.

Vor genau 60 Jahren trat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Zahlreiche Veranstaltungen würdigen an diesem Wochenende die Verfassung der BRD.

Horst-Koehler Gegen 14:30 Uhr verkündigte unser Bundestagspräsident Norbert Lammert in der 13. Bundesversammlung das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl. Auf dem Amtsinhaber Horst Köhler entfielen 613 Stimmen der 1223 Wahlmänner und –frauen. Die Gegenkandidatin Gesine Schwan musste mit 503 Stimmen zufrieden sein, Peter Sodann, der Kandidat der Linken kam auf 91 Stimmen und der Kandidat der Rechtsexstremen Frank Rennicke kam auf 4 Stimmen. 2 Stimmen waren ungültig, bei 10 Enthaltungen. Damit erreichte Horst Köhler, der Amtsinhaber, bereits im ersten Wahlgang, mit dem knappesten Ergebnis aller Zeiten, die Wiederwahl zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.

Vfl-Wolfsburg Um 17:17 Uhr stand das zweite wichtige Ergebnis dieses Tages fest: Der VFL Wolfsburg wurde mit einem 5:1 Sieg über Werder Bremen Deutscher Fußball-Meister. Die schärfsten Verfolger der FC Bayern München und der VFB Stuttgart trafen direkt aufeinander. Bayern München besiegte den VFB Stuttgart mit 2:1 und damit belegten sie in der Abschlusstabelle die Plätze zwei und drei der 1. Fußball-Bundesliga.

Den Abstieg in die 2. Fußball-Bundesliga müssen die Vereine Arminia Bielefeld und Karlsruher SC antreten. Mit einem 3:0 über Bayer Leverkusen ergriff der FC Energie Cottbus den letzten Rettungsstrohhalm und zieht nun in die Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten ein, die am 28. Mai in Cottbus und am Pfingstmontag auf des Gegners Platz stattfinden. Vielleicht kann der FC Energie Cottbus, wie in den vergangenen Jahren, den Klassenerhalt der 1. Fußball-Bundesliga im letzten Augenblick schaffen.

23. Mai 2009

Windows Live SkyDrive

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Windows Live SkyDrive ist ein Onlinespeicher von Microsoft, mit dem sich über´s Internet Daten verwalten lassen. Er bietet 25 GB Platz und zudem die Möglichkeit, Dateien für andere zugänglich zu machen. Um den Service zu nutzen, benötigen Sie nur eine kostenlose Windows Live ID. Mit dieser greifen Sie von einem beliebigen PC mit Internetanschluss auf Ihren SkyDrive-Ordner zu. Ein USB-Stick wird damit überflüssig. Der Dienst funktioniert mit Firefox und mit dem Internet Explorer.

Windows Live ID erstellen: SkyDrive gehört zu einer Gruppe von Gratis-Onlinediensten, die von Microsoft bereitgestellt werden und sich mit einem einzigen Konto namens Windows Live ID (früher MSN Passport) verwalten lassen. Haben Sie sich dort einmal registriert, können Sie auf alle Windows-Live-ID-Services zugreifen.
Um eine Windows Live ID zu erstellen, besuchen Sie die Webseite https://login.live.com. Dort finden Sie unter dem Punkt  Links zu verwandten Themen die Option Für ein neues Konto registrieren. Klicken Sie darauf. Sie können nun wählen, ob die Windows Live ID mit einer beliebigen E-Mail-Adresse (z.B. Ihr Google-Mail-Konto) verknüpft werden soll oder ob Sie lieber den kostenlosen Mailservice Hotmail aktivieren möchten. Füllen Sie danach das Formular aus; seien Sie jedoch aus Datenschutzgründen zurückhaltend bei der Angabe von persönlichen Daten.
Sobald Sie Ihr Windows-Live-ID-Konto erstellt haben, loggen Sie sich mit der entsprechenden Mailadresse und dem Passwort via https://login.live.com bei Windows Live ein. Bei Ihrem ersten Besuch sollten Sie sich in Ruhe alle Einstellungen ansehen und diese Ihren Wünschen entsprechend anpassen.

SkyDrive einrichten: Sind Sie in Windows Live eingeloggt, können Sie ihr eigenes Profil verändern. Sie können Freunde einladen, die später auf Ihre hochgeladenen Dateienzugreifen dürfen. Um jemanden in Ihre Freundesliste hinzuzufügen, müssen Sie dessen Mailadresse oder alternativ seine Windows Live ID kennen.
Ganz rechts sehen Sie, wie viel Platz bereits belegt ist. Gleich darunter werden die Ordner von SkyDrive-Nutzern angezeigt, die Sie zuletzt besucht haben. Ganz links erscheint Ihre SkyDrive Menüleiste, darunter der Hinweis Neue Kommentare, falls jemand einen Kommentar zu Ihren SkyDrive-Dateien verfasst hat.
Der ganze Bereich rechts davon beinhaltet die Ordner, in denen Ihre Files liegen. Es gibt drei Arten von Ordnern: «Persönliche Ordner» (nur Sie können diese sehen), «Freigegebene Ordner» (Sie bestimmen, wer aus Ihrer Freundesliste was anschauen darf) und «Öffentliche Ordner» (sind für alle einsehbar).

SkydriveDateien verwalten: Klicken Sie auf Dateien hinzufügen hinter den einzelnen Ordnern, um ein File hochzuladen. Sind bereits Unterordner vorhanden, werden diese angezeigt. Klicken Sie den passenden an oder erstellen Sie einen per Neuer Ordner. Danach wählen Sie die gewünschte(n) Datei(en) per Durchsuchen aus. Sie können bis zu fünf Dateien zusammen hochladen. Alternativ wird Ihnen ein Tool angeboten, um Dateien direkt ins Browserfenster zu ziehen.
Mit Hochladen starten Sie den Prozess. Danach werden die Dateien in SkyDrive angezeigt. Klicken Sie auf eine, öffnet sich eine Großansicht. Hier stehen diverse Funktionen zur Auswahl, z.B. Herunterladen oder Umbenennen. Sie sehen auch Kommentare und eine Beschreibung der Datei, falls vorhanden. Gleichzeitig wissen Sie, wer alles Zugriff auf das File hat. Dies können Sie anpassen, indem Sie auf den übergeordneten Ordner klicken, der die Datei beinhaltet, und «Mehr» und .«Berechtigungen bearbeiten» wählen.

22. Mai 2009

Größte Flops der letzten 10 Jahre

Filed under: Allgemein — riwer @ 8:33
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Das “Time Magazine” hat eine Liste der 10 größten Technik-Flops der letzten 10 Jahre zusammengestellt.  Dazu gehören das Microsoft Betriebssystem Vista, das HD DVD Format – das Rennen machte BlueRay, YouTube – das größte Videoportal im Internet, der Microsoft Zune Player – als Alternative zu Apples IPod und der Segway.

Segway-a Dass Segway dazu gehören würde, kann ich kaum verstehen. Ich hielt diese technische Innovation für eine Erfindung, die das globale Personen-Transportwesen revolutionieren würde und habe einen Blog darüber verfasst. Das Produkt wurde 2002 am Markt eingeführt, mit der Bemerkung: Es ist ähnlich der Erfindung, als das Auto das Pferd und die Kutsche ablöste. Man war der Meinung, dass das Segway sich so gut verkaufen lässt und die eine Milliarde Dollar Umsatzgrenze schneller erreichen werde, als keine andere Firma in der Vergangenheit. Über 100 Millionen Dollar wurden in die Entwicklung des Gerätes gesteckt.

Segway hat nicht verstanden, dass ihre Preispolitik ein Faktor für den Flop ist. Um ein Massenprodukt zu werden, können keine Preise von 7000,- Euro verlangt werden. Ein anderes Hauptproblem sieht man aber darin, dass das Gerät in einigen Ländern unvorhersehbar als Straßenfahrzeug eingestuft wurde und man eine Lizenz zum Führen des Fahrzeuges braucht. In anderen Ländern wiederum ist die Nutzung des Gerätes auf der Straße illegal und verboten. Von 2001 bis Ende 2007 verkaufte das Unternehmen gerademal 30.000 Einheiten dieses Zweiradfahrzeuges. Zuwenig um kostendeckend zu arbeiten.

Schade, wenn die Firma angesichts dieser Tatsachen aufgeben sollte. Aber so weit ist es ja noch nicht. Vielleicht setzt sich diese Art der Fortbewegungstechnik doch noch durch.

21. Mai 2009

Vatertag

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Warum man ausgerechnet einen christlichen Feiertag, “Christi Himmelfahrt”, als Vatertag genommen hat, bleibt wohl ewig ein Geheimnis der Geschichte. Fest steht jedenfalls, dass das religiöse Fest in Deutschland erst seit 1936 ein Feiertag ist, der Vatertag aber ein volkstümlicher Brauch ist, der aus dem 19. Jahrhundert stammt. Der Muttertag kam in Deutschland erst Anfang des 20. Jahrhunderts in Mode, jeweils am 2. Sonntag im Mai.

vatertag Wie dem auch sei, Vatertag war für mich als Kind immer ein besonderer Tag. Ein Tag, an dem die ganze Familie, teilweise mit befreundeten Familien, einen Spaziergang in die blühende Natur machte, wenn das Wetter entsprechend war. Im Mai war das Wetter zumeist gut. Wir besuchten ein Waldrestaurant, nahmen ein gemeinsames Mittagessen ein und Vater trank sein Bier und ab und zu war ein “Schnäpschen” dabei. Wir Kinder tummelten uns auf dem vor dem Restaurant befindlichen Spielplatz und hatten unseren Spaß. Man freute sich des Lebens. Am späteren Nachmittag gab es Kaffee und Kuchen und Vater wurde durch den Alkoholkonsum leutseliger. Das erkannten wir Kinder sehr schnell und schon hieß es: “Papa, haste mal ne Mark für mich, ich hätt so gern ein Eis”. Und Papa gab und erfreute sich an seinen Kindern. Mutter war da schon etwas nüchterner, nicht im Sinne von “betrunken”. Sie musste die Kinderschar zusammenhalten und auch acht auf ihren Mann und seiner Spendierfreudigkeit geben. Nach der zweiten oder dritten Mark hieß es von ihr: “Jetzt ist aber genug!”. Damit war alles gesagt. Langsam drängte Mutter zum Nachhause gehen und für alle ging ein schöner Tag zu Ende. Ob das auch so immer von meiner Mutter empfunden wurde, na, ich weiß nicht. Für uns war Vatertag ein Familientag.

So oder ähnlich lief es wohl bei einigen Familien ab und das wird heute ähnlich sein. Obwohl es auch die Kehrseite gibt. Männer, ob Vater oder nicht, mit weniger Familiensinn, ziehen los mit Gleichgeschlechtlichen und gehen auf “Sauftour”. Sehr oft endet dies in ein “Saufgelage” und wenn es ganz schlimm kommt in einer Ausnüchterungszelle. Soweit muss es doch nicht kommen.
Ich hoffe, dass die Leser dieser Zeilen einen schönen Tag haben und hatten, an dem sie sich mit Freude zurück erinnern werden. Vielleicht beginnt er im christlichen Sinne, in dem man der Himmelfahrt Christi in einer Messe feiert. Vielleicht verbringt man ihn auch im Kreise seiner Familie oder mit Freunden und das Alles vielleicht bei bestem Maiwetter.

20. Mai 2009

Kleopatras Grab entdeckt?

Kleopatra-VII Es wäre nicht weniger als eine archäologische Sensation: Der Leichnam von Kleopatra soll im Stollen eines Tempels liegen. Die ägyptische Königin wurde einst zusammen mit ihrem Liebhaber Marcus Antonius an einem geheimen Ort beigesetzt.

Der Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung Zahi Hawass meint die größte Entdeckung des 21. Jahrhundert gemacht zu haben. hawassEr hatte in die Sandsteinruinen des Tempels von Taposiris Magna, 50 Kilometer westlich von Alexandria, geladen, um die neueste archäologische Sensation zu präsentieren: Das Grab von Kleopatra und zwar unversehrt. Ein Spezialgerät soll am Fundort Borg al-Arab nahe der ägyptischen Mittelmeerküste Röntgenaufnahmen bis zu 70 Meter Tiefe machen. Im Innern des im 3. Jahrhundert vor Christus entstandenen Gotteshauses wurden tiefe Schächte entdeckt. Und in einem dieser Stollen könnten Kleopatra und ihr römischer Liebhaber Marcus Antonius liegen.

Kleopatra-Taylor-BurtonDas Liebesdrama der beiden, das Verhältnis der ägyptischen Königin zu Julius Caesar sowie ihre mysteriösen Todesumstände beflügelten seit der Antike die Fantasie der Menschen und inspirierten zahlreiche Schriftsteller, Komponisten und Maler. William Shakespeare setzte dem berühmten Duo mit der Tragödie „Antonius und Kleopatra“ ein literarisches Denkmal.  Hollywoods Filmsaga „Kleopatra“ von 1963 mit Elizabeth Taylor und Richard Burton ist bis heute ein Klassiker.

Nach der Niederlage gegen ihren gemeinsamen Widersacher Octavian beging das berühmteste Liebespaar der Antike kurz nacheinander Selbstmord, er mit dem Dolch, sie durch Schlangengift. Doch wie der Historiker Plutarch berichtete, zeigte sich der siegreiche Octavian großmütig. Er erlaubte, dass beide zusammen an einem geheimen Ort „in einer würdigen und königlichen Weise“ beerdigt werden durften – wo genau, das weiß bis heute keiner.

Die Archäologin Kathleen Martinez aus der Dominikanischen Republik, die sich seit 14 Jahren mit dem Schicksal Kleopatras befasst, kam nach umfangreichen Studien zu dem Schluss, der von Ptolemaios II. vor 2300 Jahren errichtete Taposiris-Tempel könnte der gesuchte Platz sein. Sie argumentiert, dass es der heiligste Ort der damaligen Zeit war. Jemanden hier zu bestatten, sei der beste Schutz gewesen, um die Leichname vor Entweihung durch die Römer zu schützen.
Lange Zeit stand Martinez allein. Die meisten ihrer Fachkollegen sind überzeugt, das Grab der beiden sei im 8. Jahrhundert in einem Erdbeben zerstört worden. Doch seit ihr Grabungsteam 2008 unter dem Tempelareal einen aus Alabaster gearbeiteten Kleopatra-Kopf entdeckte, ließ sich auch Antikenchef Zahi Hawass von ihren Argumenten überzeugen. Und als Beleg legte er weitere Funde vor: 22 mit dem Bild Kleopatras geschmückte Bronzemünzen, sowie das Fragment einer Maske, die möglicherweise Marcus Antonius gehörte.
Kurz zuvor hatten die Archäologen in dem Tempelbezirk zehn Gold belegte Mumien von Edelleuten gefunden, für Hawass ein weiterer wichtiger Beweis, dass hier auch beerdigt wurde. Bis zur Lösung des Rätsels wird noch einige Zeit vergehen. Denn der Tempel liegt in der Nähe des Sommersitzes von Ägyptens Präsident Hosni Mubarak, der hier für einige Monate der brütenden Hitze in Kairo entflieht.

19. Mai 2009

Ibis-Hotel

Filed under: Reisen — riwer @ 8:00
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Ibis Wenn ich reise, bis maximal 3 Übernachtungen, buche ich mich meistens in das Ibis-Hotel ein. In der 2-Sterne Kategorie weiß man, was man bekommt. Es gibt über 700 Ibis-Hotels weltweit. Sie sind alle fast gleich eingerichtet und sind sauber. Der Teppichboden ist zwar nicht mehr zeitgemäß, doch ist bei den neueren und renovierten Ibis-Hotels schon Laminat als Fußbodenbelag zu finden. Im Preisgefüge variieren sie zwischen 60 und 80 Euro, je nach Lage (Stadtzentrum oder Stadtrand).
Ich habe schon in vielen Ibis-Hotels gewohnt, in Polen (Krakau) und in mehreren deutschen Städten. Meistens buche ich das Frühstück gleich mit. Für 8,- Euro bekommt man ein gutes Kontinental-Breakfast. Zwar Selbstbedienung, aber immer ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Auf unserer Reise durch Nord-Frankreich haben wir ebenfalls in Ibis-Hotels übernachtet und auch das Frühstück mit gebucht. Die Zimmer waren wie gehabt. Doch welch ein Unterschied, was das Frühstück anbelangt. Als Wurst gab es nur eine Sorte: Kochschinken. In den bisher besuchten Hotels in Deutschland konnte man unter verschiedenen Wortsorten wählen. Als in einem Ibis-Hotel auf unserer Frankreichreise der Kochschinken ausging, konnte ich beobachten, wie das Service-Personal den Schinken aus einer Plastik-Verpackung a la Aldi auf die Anrichte platzierte. Als Käse gab es nur ein Stück Hardkäse in einem Stück Plastik eingeschweißt. Sicher, man konnte sich mehrere nehmen, aber keine Auswahl, wie in Deutschland.
Baguettes Brötchen, wie in Deutschland, war Fehlanzeige, stattdessen Baguettes und ein Brotlaib. Man musste sich sie Stücke selber abschneiden. Und hier kommt jetzt das größte Manko, die Hygiene. Obwohl ein Stapel Servietten neben dem Brot lag, fassten die meisten Gäste den Brotlaib oder das Baguette mit den bloßen Händen an und schnitten sich ihren Bedarf ab. Gedacht war, dass man das Brot mittels einer Serviette festhält (groß genug waren sie) und sich dann das Brot abschneidet. Aber nein, man macht das mit bloßen Händen. Wer weiß, was die kurz vorher in der Hand hatten oder mit den Fingern gemacht haben? Ich bin bestimmt in Sachen Hygiene nicht überempfindlich, aber so etwas muss nicht sein.

Für mich steht fest, sollte ich wieder einmal in Frankreich in einem Ibis-Hotel übernachten, dann ohne Frühstück. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt überhaupt nicht und die Hygiene lässt zu Wünschen übrig. Ist das Hotel in der Innenstadt, findet man meistens ein Cafe oder Bistro in der Nähe, wo man sein Frühstück einnehmen kann und man kann wählen was man möchte. Sicher, ich weiß dann auch nicht, wer oder wie mein Frühstück angerichtet wird, aber ich muss mir das nicht ansehen.

18. Mai 2009

Metz

Filed under: Reisen — riwer @ 7:46
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Metz, der Hauptort der Region Lothringen im Nord-Osten Frankreichs, war unsere letzte Station in einer einwöchigen Rundreise. Sie ist mit ihren knapp 125.000 Einwohnern etwas größer als Trier und liegt ebenfalls an der Mosel. Im Gegensatz zu Trier, prägt die Mosel jedoch das Metzer Stadtbild, durch ihre Nebenarme und dem Fluss Seille, der im nördlichen Stadtgebiet in die Mosel fließt. Mehrere Brücken überqueren die beiden Flüsse.

Metz hat eine wechselvolle, 3000-jährige Geschichte hinter sich. Allein in den letzten 150 Jahren wurde es zweimal von Deutschland anektiert. Nach dem verlorenen deutsch/französischen Krieg von 1870/71 musste Frankreich das Elsass und Lothringen dem neuen Reich Deutschland abtreten. Metz-Bahnhof Da der deutsche Kaiser Wilhelm I. mit Überfällen seitens Frankreich rechnete, wurde Metz in den folgenden Jahren zur stärksten deutschen Festungsstadt ausgebaut. Deutsche Bauten, die in der wilhelminischen Zeit bis 1918 in Metz gebaut wurden, sind heute noch zahlreich in Metz zu sehen, z.b.: der Hauptbahnhof von Metz ( franz. Gare SNCF), linkes Bild, das Quatier Impérial (Bahnhofviertel) und die Metz-Deutsches-Tor Brücke über die Seille (franz. Porte des Allemands), rechtes Bild. In einer Umfrage von 1900 gaben 78% der Einwohner Metz deutsch, der Rest französisch als ihre Muttersprache an. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg 1918 wurden Elsass und Lothringen und damit auch Metz wieder französisch, bis Hitler 1940 die Gebiete Elsass und Lothringen wieder “heim ins Reich holte”. Erst die Einnahme der Gebiete durch die Alliierten 1944 stellte den alten Zustand wieder her.
Heute sprechen nur noch sehr wenige Einwohner deutsch, vor allem bei den jüngeren Menschen kommt man mit englisch besser zurecht.

Metz-Kathedrale Die Altstadt von Metz wird durch die Kathedrale St. Etienne beherrscht. Sie steht in deren Mittelpunkt und um sie herum spielt sich das urbane Leben ab. Etwas “armselig” kommt der Turm der der Kathedrale weg. Er ist im Gesamtbild des Gebäudes kam auszumachen. Die Kathedrale selbst ist etwa so alt, wie der Kölner Dom, fast 800 Jahre. In der Innenausstattung steht keine der anderen nach. Metz-Markthalle-1 Vor dem Südportal (siehe Foto) liegt die Markthalle. In ihr werden alle Köstlichkeiten des täglichen Lebens, die bei uns auf den Tisch landen, angeboten. Am Samstag unseres Besuches mussten an einzelnen Ständen Wartekarten ausgegeben werden, bis man dran war, um seine Ware im Empfang zu nehmen (ähnlich wie wir es zum Teil in einer Arztpraxis erleben). Metz-Markthalle-2 Das Verkaufspersonal war gerade bei den Metzgern so zahlreich, dass sie sich auf dem engen Stand im Wege standen. Vielleicht war der Andrang auch deshalb so groß, weil tags zuvor ein Feiertag war (siehe Blog zuvor) und um die Kathedrale herum ein Flohmarkt stattfand. Auf jeden Fall war es ein emsiges Treiben.

Viele Cafe´s, Bristos und Restaurants findet man in der Innenstadt, die sich hauptsächlich um den Place St. Jacques platzieren. Sie laden ein zum Verweilen, sich bei einem Cafe und einem Snack ein paar Minuten Ruhe zu verschaffen. An östlichen Ende des Platzes schließt sich ein großes Einkaufzentrum an (Centre St. Jacques), wo fast alles zu haben ist.
Metz-Templerkapelle Für den Touristen hält Metz eine große Zahl von Baudenkmäler und Kirchen bereit. Ein besonderes Kleinod dürfte die gotische Templerkapelle aus dem 1200. Jahrhundert sein. Sie liegt eingebettet zwischen Regierungs- und Militärgebäuden neben einem Hotel. Von der ehemals hier stehenden Burg des Templerordens ist nur noch die gotische Kapelle der Tempelritter erhalten.

Sollten Sie mal wieder ein Wochenende, einen Kurztrip oder eine Städtereise planen, dann ziehen Sie Metz in Ihren Überlegungen mit ein. Die kleine Stadt hat viel zu bieten. Sie ist von Deutschland aus über die Autobahn in wenigen Stunden zu erreichen. Französische Sprachkenntnisse sind auf jeden Fall von Vorteil.

17. Mai 2009

8.Mai – Fête de la Victoire

Am Vortag des 8. Mai waren wir in Metz angekommen. Nach einer längeren Reise von Fourmies nach Metz, auf der wir drei Soldaten-Friedhöfe besucht hatten (amerikanischer, deutscher, französischer), machten wir nach unserer Ankunft im Hotel zwar noch einen kurzen Spaziergang in die nahe Altstadt von Metz, doch die Eindrücke des Tages machten eine ausgiebige Besichtigung der Stadt unmöglich. Wir verschoben es auf dem 8.Mai.

Militärparade-1 Schon als wir die Moselbrücke überquerten, die die Altstadt von Metz von unserem Hotel trennt, wunderten wir uns, dass wir ausgesprochen wenig Verkehr wahrnahmen. Zu dem war die kleine Straße, die zum Place d’armes vor der Kathedrale St. Etienne führt, von der Polizei für alle Fahrzeuge gesperrt worden. Sie war nur noch von Fußgängern passierbar. Um den Place d’armes standen einige hundert Menschen. Wie gesellten uns dazu. Militärparade-2 Auf dem Platz standen Soldaten der verschiedenen Waffengattungen, in einer Stärke von 20 – 50 Mann (es waren auch Frauen darunter), außerdem eine mittelgroße Militärkapelle. Langsam dämmerte es uns, dass der 8.Mai wohl ein besonderer Tag für die Franzosen war. Und nach noch mehr nachdenken, fiel uns ein, dass der 8.Mai 1945 der deutsche Kapitulationstag war. Das Datum beendete den 2. Weltkrieg.

Militärparade-3 Wie es nun mal bei Verlierern ist, wird dieser für sie unrühmliche Tag gerne nur all zu schnell aus der Erinnerung verdrängt. Bei den Siegern sieht es anders aus. Die feiern den Sieg, auch wenn sie daran nur einen kleinen Anteil haben, egal, Hauptsache gewonnen. Bei den Franzosen ist der 8.Mai, der den 2. Weltkrieg beendete, der Tag des Sieges (franz. Fête de la Victoire) ein nationaler Feiertag. Auch das Ende des 1. Weltkrieges, der 11. November 1918, ist ebenfalls immer noch ein nationaler Feiertag in Frankreich.

Militärparade-4 Dieser nationale Feiertag beginnt in vielen Orten Frankreichs mit einer Militärparade. Punkt 10:00 Uhr intonierte die Militärkapelle die Marseillaise. Dann hielt jemand eine Rede, ohne die geht es nun mal nicht. Ein hochdekorierter General schritt um den ganzen Platz herum die Ehrenformationen der einzelnen Waffengattungen ab. Militärparade-5 Höhepunkt war das Überfliegen des Platzes im Tiefflug von drei Militärjets in Formation. Mit einem ohrenbetäubenden Krach tauchten die Maschinen aus dem Nichts auf. Das Donnern der Triebwerke wurde in der Häuserschlucht der Altstadt noch mehrfach verstärkt. Anschließend wurden etwa 20 Personen mit militärischen Orden ausgezeichnet, bevor nach einer guten halben Stunde die gesamte Zeremonie vorbei war. Alles wurde mit Märschen der Musikkapelle unterlegt oder ausgefüllt. Zum Schluss erklang noch einmal die Nationalhymne Frankreichs.

Der Himmel war wolkenverhangen und ab und zu fielen ein paar Tropfen. Wir zogen trotzdem durch die Stadt und sahen uns die interessantesten Bauwerke an. Franzosen sah man wenige. Die nutzten wohl den Tag um auszuschlafen. Für sie war der 8.Mai in diesem Jahr wohl ein verlängertes Wochenende, weil er auf einen Donnerstag fiel. Denn am Freitag und am Samstag war die Stadt mit allerlei Volk und Touristen gut ausgelastet.

16. Mai 2009

Alter Mann – Junge Frau

Woran mag es nur liegen, dass junge Frauen ältere Männer so anziehend finden? Jüngstes Beispiel: Franz Müntefering (69 Jahre). Vor neun Monaten verlor er seine Frau Ankepetra. Sie starb an Krebs. 13 Jahre war er mit ihr verheiratet.

Muente-Schumann In letzter Zeit sah man eine Neue an seiner Seite: Michelle Schumann, 29 Jahre alt. Sie kommt aus Herne und hat einen Sitz im Vorstand der NRW-SPD. Ende 2008 holte sie Müntefering als Referentin in sein Bundestagsbüro.

Der Altersunterschied von 40 Jahren dürfte für den alten Politiker und der jungen Frau keine Rolle spielen.

Kohl-Richter Dass sich jüngere Frauen für ältere Herren begeistern, ist nicht ungewöhnlich. Die 43-jährige promovierte Volkswirtin Maike Richter heiratete letzte Jahr den 78-jährigen Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl.

Der verstorbene bayrische Ministerpräsident Franz Josef Strauß tat sich als 71-Jähriger mit der 30 Jahre jüngeren Renate Pilcher zusammen. Viele Spitzenpolitiker taten es ihm nach und liierten sich ebenfalls mit jüngeren Frauen: Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der ehemalige Außenminister Joschka Fischer, der jetzige bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Es muss doch etwas dran sein an diesen Männern. Oder liegt es daran, dass Frauen “Machttypen” ganz besonders attraktiv finden?

15. Mai 2009

Französischer Soldaten-Friedhof

Beinhaus mit Gräber Auf einen kleinen Berg nordöstlich von Verdun in Lothringen befindet sich wohl der größte französische Soldaten-Friedhof mit den Gefallenen des 1. Weltkrieges, mit einer monumentalen Gedenkstätte. Hier in dieser Gegend fand die Schlacht von Verdun statt. Auf der Bergkuppe steht ein eindrucksvolles Bauwerk, das Beinhaus von Douaumont (franz. Ossuaire de Douaumont) .

Hier werden die Knochen von über 130 000 nicht identifizierten Soldaten aller Nationen aufbewahrt, die in der Schlacht um Verdun gefallen sind.
Vor dem Beinhaus befindet sich ein Friedhof mit etwa 15 000 Gräbern französischer Soldaten. Neben christlichen Kreuzen gibt es ein Feld mit speziellen Grabstellen für muslimische Gefallene, die nach Osten (gen Mekka) ausgerichtet sind.

Beinhaus Das Beinhaus wurde am 7. August 1932 vom damaligen Präsidenten der Republik Frankreich Albert Lebrun eingeweiht. Es ist 146 Meter lang und der Turm misst eine Höhe von 46 Meter. Die langgestreckten Seitenarme sind Kreuzgänge, in denen sich die Gräber von 130.000 unbekannten Soldaten aller Nationen befinden.
Im ebenerdigen Teil des Turmes befindet sich eine Kapelle, in der man der Toten gedenken kann. Im Teil darüber befindet sich ein Kriegsmuseum, das Reliquien aus den zerstörten Dörfern, stereoskopische Ansichten des Schlachtfeldes im Relief, sowie zahlreiche Waffen enthält.
Von der Aussichtsplattform des Turms hat man eine schöne Aussicht über den französischen Soldaten-Friedhof und den Wäldern der Gegend. Diese standen zum Zeitpunkt des 1. Weltkrieges teilweise noch nicht, weil hier sich der mörderische Kriegsverlauf abspielte, wo kein Stein auf den anderen blieb. Eine Tafel auf der Aussichtsplattform gibt zusätzliche Informationen und Orientierungsangaben. Die große Siegesglocke wird bei wichtigen Zeremonien geläutet und der Scheinwerfer, die Totenlaterne, leuchtet über das Schlachtfeld.
Alles ist zu besichtigen und auf den großen Parkplatz hinter dem Beinhaus sieht man viele Busse und PKW´s aus den unterschiedlichsten Ländern Europas.

Eine gewisse Berühmtheit erlangte dieses Gebäude im Jahre 1984. Am 22. September 1984, anlässlich eines Staatsbesuches, ehrten der französische Staatspräsident François Mitterrand und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl die Gefallenen der zwei Weltkriege. Zuerst legten sie auf dem deutschen Soldaten-Friedhof bei Consenvoye Kränze nieder, dann fuhren sie zum Beinhaus von Douaumont.

Kohl-Mitterrand Vor der Gefallenengedenkstätte für die Toten der Schlachten um Verdun, als das Heeresmusikkorps 10 der Bundeswehr die Marseillaise intonierte, griff Mitterrand nach der Hand von Bundeskanzler Helmut Kohl. Schweigend standen der französische Sozialist und der deutsche Christdemokrat vor einem mit den Nationalfahnen beider Länder bedeckten Katafalk auf dem weiten Platz vor dem Beinhaus von Douaumont und demonstrierten Hand in Hand die Versöhnung der einstigen “Erbfeinde”.

Dieses Foto ging um die Welt. Das Fernsehen übertrug dieses historische Ereignis. Mögen auch wir uns immer wieder an das Mörderische der Weltkriege erinnern, damit so etwas nicht wieder passieren kann.

14. Mai 2009

Deutscher Soldaten-Friedhof

consenvoye Ein deutscher Soldaten-Friedhof liegt etwa auf halber Strecke zwischen den Orten Consenvoye und Brabant-sur-Meuse an der Nationalstraße D 964 nach Verdun in Lothringen. Während des 1. Weltkrieges fanden in dieser Gegend mörderische Stellungskriege statt, die 100-tausenden Soldaten das Leben kostete.
Der deutsche Soldaten-Friedhof spiegelt bei weitem nicht die Größe und Gepflegheit wieder, wie wir es auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof gesehen haben. D-S-FriedhofDer Rasen war zwar gemäht, doch die Fläche war von Unebenheiten geprägt. Die Kreuze waren nicht aus weißem Marmor sondern aus schlichtem schwarzen Holz. Aufgrund des Versailler Vertrags von 1919 bekamen deutsche Gefallene schwarze Kreuze (hier: eines für 4 Soldaten) – weiße Kreuze waren nur den Alliierten vorbehalten. Die Namen und Daten der Gefallenen waren nicht eingebrannt, sondern nur aufgemalt. Die ganze Anlage sah relativ gepflegt aus, kann aber einem Vergleich mit dem amerikanischen Soldaten-Friedhof (siehe vorhergehenden Blog) nicht standhalten. Hier haben 11148 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden. Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. finanziert durch Spenden die Pflege dieser Gräberstätte.

Trotzdem hat dieser Ort etwas, was der amerikanische Friedhof nicht hat: Dieser Ort hat Geschichte geschrieben. Am Eingang zum deutschen Soldaten-Friedhof ist nachfolgende Tafel angebracht, die auf dieses besondere Ereignis hinweist.

Inschrift

Kranzniederlegung

Diese Kranzniederlegung durch den französischen Staatspräsidenten François Mitterrand und dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl, dieser Staatsakt, war der Auftakt einer besonderen Begebenheit, die am gleichen Tage, wenige Kilometer entfernt, stattfand. Es wurde im deutschen und im französischen Fernsehen live gezeigt. Mehr darüber in meinem nächsten Blog.

consenvoye-1
Das rechte Bild zeigt den Soldaten-Friedhof mit Blickrichtung zum Eingang. Direkt vor dem Eingang verläuft die Nationalstraße D964. Links geht es Richtung Verdun. Im Hintergrund ist der Fluss Maas zu sehen.

13. Mai 2009

Amerikanischer Soldaten-Friedhof

Der 1. Weltkrieg hat vielen Soldaten das Leben gekostet. Man spricht von 10 Millionen Todesopfern und 20 Millionen Verwundeten. Die zivilen Opfer werden auf weitere 7 Millionen geschätzt. Ein großer Teil der Soldaten kam in Nord-Frankreich ums Leben, besonders betroffen war das Gebiet nördlich von Verdun. Hier wütete ein über mehrere Jahre dauernder Stellungskrieg. Die Geländegewinne waren meist nur von kurzer Dauer, bis der Gegner sie wieder zurückeroberte und seinerseits Geländegewinne machte, die ebenfalls wieder nur von kurzer Dauer waren. Es war ein ständiges Hin und Her, unter dramatischen Umständen.
Am 6. April 1917 traten die USA dem Krieg bei. Die Kämpfe nahmen an Heftigkeit und Toten zu. Allein zwischen September und November 1918 verloren über 14.000 amerikanische Soldaten ihr Leben.

Deutscher-Friedhof Wie im letzten Blog erwähnt, war der erste Soldaten-Friedhof mit Gefallenen des 1. Weltkrieges, den wir auf unserer Reise zu Gesicht bekamen, ein deutscher, am Ortseingang von Romagne-sous-Montfaucon in Lothringen. Da wir nicht alle Friedhöfe besuchen konnten, mussten wir diesen rechts liegen lassen.
Luftbild Der amerikanische Soldaten-Friedhof liegt östlich der Stadt, links und rechts einer Landstraße, die nach Cunel führt. Mit einer Fläche von 52 Hektar ist er der größte und bedeutendste amerikanische Soldaten-Friedhof in Europa. 14.246 Kriegstote fanden hier ihre letzte Ruhe. Der Friedhof liegt an der südlichen Flanke eines Hügels und ist in acht Rechtecke aufgeteilt, die mit sattem grünen Gras bedeckt sind. Der Rasen ist kurzgeschnitten und in einem tadellosem Zustand. Bei unserem Aufenthalt konnten wir feststellen, dass 15 Gärtner mit der Pflege der Anlage beschäftigt waren.

Kreuz Die aus weißem Marmor bestehenden Grabkreuze sind mit den Namen und Daten der Gefallenen beschriftet. Bei Toten mit jüdischem Glauben ist der obere Teil der Grabstele als Davidstern ausgebildet.  Bei unbekannten Toten steht als Inschrift auf dem Kreuz: HERE RESTS IN HONORED GLORY AN AMERICAN SOLDIER – KNOWN BUT TO GOD.

Kreuze Geht man durch die Grabreihen, ist man zu tiefst erschüttert, wenn man die Geburts- und Todesdaten der Gefallen liest. Fast alle sind in einem Alter von 20 – 35 Jahren umgekommen. Zu Tode gekommen für nichts! Sicher, man könnte sagen, sie haben die Freiheit verteidigt. Aber rechtfertigt die Freiheit den Tot von Millionen junger Männer?

Kapelle Am südlichen Ende des Soldaten-Friedhofes steht eine kleine Kapelle. An den Wänden der Anbauten, links und rechts der Kapelle, befinden sich große Tafeln mit den Namen aller Gefallenen.

Kapelle-1 In den USA gibt es eine eigne Regierungsbehörde, die sich ausschließlich um die Pflege und die Instandhaltung aller auf der Welt verstreuten amerikanischen Soldatenfriedhöfe und Kriegsdenkmäler kümmert. Es ist die American Battle Monuments Commission (ABMC). Diese Behörde investiert viel Geld um das Andenken ihrer im Krieg gefallenen Landsleute hoch zu halten. Ein sichtbarer Beweis dafür ist dieser Friedhof. Man mag geteilter Meinung darüber sein, ob der Aufwand zur Glorifizierung der Kriegstoten gerechtfertigt ist. Auf jeden Fall sind sie auch nach 91 Jahren unvergessen.

12. Mai 2009

Fourmies – Metz

Am 7. Mai, zur Halbzeit unserer Nord-Frankreich-Rundfahrt, machten wir uns auf, unser nächstes Etappenziel zu erreichen. Nach Tagen “durchwachsenem Aprilwetter”, mit kühlen Temperaturen von max. 15 Grad, verließen wir Fourmies bei strahlendem Sonnenschein. Da wir etwas sehen wollten, vermieden wir die Autobahnen und fuhren auf Landstraßen süd-ostwärts Richtung Metz in Lothringen.

Fourmies-Metz

Hinter der Stadt Sedan wichen wir von der kürzesten Route ab und benutzen die Nationalstraße D 964 Richtung Verdun. Wenn sich die Möglichkeit bot, wollten wir ein oder zwei Soldaten-Friedhöfe des 1. Weltkrieges besuchen.
Rechterhand wurden wir jetzt größtenteils von dem Fluss Maas (franz. Meuse) begleitete, mit der malerischen und farbenprächtigen Natur des Frühlings. Die hügelige Gegend war durchsetzt von satten grünen Wiesen und vielen herrlich gelbfarbenden Feldern, auf denen Raps angebaut war. Hin und wieder führte der Fahrweg durch bewaldetes Gelände.
Im Ort Dun-sur-Meuse sahen wir ein Hinweisschild auf einen amerikanischen Soldaten-Friedhof. Wir folgten der Beschilderung (D 998) und erreichten nach wenigen Kilometern den Ort Romagne-sous-Montfaucon. Am Ortseingang erspähten wir einen kleinen deutschen Sodaten-Friedhof. Außerhalb des Ortes in östlicher Richtung fanden wir den amerikanischen Soldaten-Friedhof. Ein Gelände von enormen Ausmassen, über das ich in einem gesonderten Blog berichten werde.
Nach einem längeren Aufenthalt ging es über Cunel, der D 123 zurück zur Straße nach Verdun (D 964). Zwischen den Orten Consenvoye und Brabant-sur-Meuse fanden wir dann auf der linken Straßenseite einen großen deutschen Soldaten-Friedhof. Auch hierüber mehr in einem der nächsten Blogs. Nach einer knappen Stunde ging des weiter, bis wir am Ortseingang von Bras-sur-Meuse ein Hinweisschild sahen: “L’ossuaire de Douaumont” und “Fort de Douaumont”. Wir bogen ab auf die D 913, immer der Beschilderung nach. Links und rechts dieser Straße fand 1916, im 1. Weltkrieg, die “Schlacht um Verdun” statt. Das Fort de Douaumont, eine ehemals große Befestigungsanlage, wurde zwar von den Deutschen kurzzeitig eingenommen, war aber nur ein Meilenstein in einem mörderischen Krieg, bei dem Millionen Soldaten ihr Leben ließen. Ihnen zu Ehren und zwar allen gefallenen Soldaten im 1. Weltkrieg, ob namentlich bekannt oder als unbekannter Toter, wurde nach dem Krieg von den Franzosen ein Beinhaus errichtet. Auch darüber mehr in einem folgenden Blog. Nach dem Besuch des Beinhauses ging es zügig über die D 603 unserem Tagesziel entgegen.

Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Ziel, das Ibis-Hotel, im Herzen Metz, mit Blick auf die Mosel (franz. Moselle) und mit Blick auf die Kathedrale St. Etienne (Stephansdom) in der Altstadt von Metz. Eine interessante und eindrucksvolle Fahrt über 270 Kilometer bei schönsten Sommerwetter (22 Grad) war zu Ende.

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