R I W E R - Blog eines Seniors

1. Juli 2008

Postleitzahlen

Erinnert Ihr Euch noch? Heute vor 15 Jahren wurde in Deutschland das Postleitzahlensystem umgestellt. Diese Umstellung hat damals für viel Wirbel gesorgt. Statt einer vierstelligen Zahl musste man sich eine bis heute gültige fünfstellige Postleitzahl (PLZ)merken. Was die Post einen historischen Moment nannte, war für viele ein absehbares, katastrophales Chaos.
Die Wiedervereinigung machte diese Umstellung notwendig. Auch die frühere DDR hatte ihr eigenes Postleitzahlensystem und so gab es für eine Postleitzahl zwei unterschiedliche Adressbezeichnungen. Ein zweiter Grund war die differenziertere Unterteilung von Stadtbezirken und Straßen. Die Briefsortierung sollte automatisiert werden und mit den künftigen Briefverteilzentren sollte Zeit und Personal eingespart werden.
70 Millionen Briefe werden täglich befördert und mit Briefsortiermaschinen auf den richtigen Weg gebracht. Sie können stündlich 36000 Stück, anhand der fünstelligen Postleitzahl, eindeutig zuordnen.
1961 hatte die Bundesrepublik als erstes Land ein Briefsortiersystem mit Hilfe von vierstelligen Postleitzahlen eingeführt. Viele Ländern kopierten das System, 1963 die USA und 1964 die damalige DDR.
Das Briefe schreiben verzeichnet heute rückläufige Zahlen. Mehr und mehr nimmt das Versenden von E-Mails zu. Es ist ja so viel bequemer und spart Kosten und Zeit. Der gute alte handgeschriebene Brief ist aus der Mode gekommen, obwohl er viel persönlicher war.

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21. Juni 2008

Sommersonnenwende

Heute, am 21. Juni, haben wir laut Kalender die kürzeste Nacht des Jahres, die Sommersonnenwende. Da wir auf der Nordhalbkugel leben, ist es die kürzeste Nacht, am Äquator ist heute die Tag- und Nachtgleiche und auf der Südhalbkugel unseres Erdballs ist heute die Nacht am längsten. In vielen Ländern der Europas und in den USA beginnt die Jahreszeit des Sommers.

Die Sommersonnenwende wird auch heute noch von vielen Menschen als mystischer Tag betrachtet, oft begleitet von weltlichen und religiösen Feierlichkeiten. Literarisch hat die Besonderheit um das heutige Datum kein geringerer als William Shakespeares in seinem Drama “Ein Sommernachtstraum” bearbeitet.

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17. Juni 2008

17. Juni

Heute vor 55 Jahren, am 17. Juni 1953, wurde ein Aufstand von großen Teilen der arbeitenden Bevölkerung der damaligen DDR und Ost-Berlin blutig niedergeschlagen. Russische Panzer kamen den Machthabern der sozialistischen Republik zur Hilfe und halfen bei der Wiederherstellung von “Ruhe und Ordnung“. Es gab viele Tote und Verletzte.

Zum Gedenken an diesen Volksaufstand verabschiedete der damalige deutsche Bundestag am 04. August 1953 ein Gesetz, dass den 17. Juni zum “Tag der Deutschen Einheit” und zum Feiertag erklärte.

Erst mit der Wiedervereinigung 1990 wurde der 17. Juni als Feiertag abgeschafft und der 3. Oktober zum Nationalfeiertag erklärt, zum Gedenken an die Wiedervereinigung.

Soweit der politische Teil. Für uns als Kinder und Heranwachsende der damaligen Zeit wurde der 17. Juni in der vorsommerlichen Zeit gern als willkommener Feiertag angenommen. Das Gedenken an die Bedeutung des Tages war Sache der Politiker. Uns war Baden gehen und das Genießen der zusätzlichen freien Zeit wichtiger.

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15. Juni 2008

Morning (Morgenstimmung)

Vor 165 Jahren, am 15. Juni 1843 wurde Edvard Grieg geboren. Er war einer der berühmtesten Söhne Norwegens, der bekannteste Komponist dieses Landes. Von seinen Orchesterwerken sind die beiden Peer-Gynt Suiten wohl die bekanntesten Musikstücke. Sie sind eine Vertonung des dramatischen Gedichtes gleichen Namens von Henrik Ibsen, ebenfalls ein Sohn Norwegens. Die Morgenstimmung, den ersten Satz seiner Peer-Gynt-Suite Nr. 1 kennt wohl fast jeder, wenn meistens auch nur der Melodie nach. Wenn die ersten Töne erklingen, kommt der Aha-Effekt.
Hört Euch das Stück einmal an. Lasst die Stimmung auf Euch wirken. Die richtigen Töne um einen neuen Tag zu beginnen. Es passt auch zu meinem vorherigen Blog über Dartmoor.

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12. Juni 2008

Freiheit und Frieden

Der amerikanische Präsident George W. Bush hat sich gerade bei einer Europa-Tour von den Vertretern seiner Bündnispartner verabschiedet. Seine Amtszeit geht in Kürze zu Ende. Er wird wohl als einer der schlechtesten amerikanischen Präsidenten in die Geschichte eingehen.
Fast auf den Tag genau vor 21 Jahren war ein anderer amerikanischer Präsident in West-Berlin, Ronald Reagan. Er war auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Unvergessen seine Rede am 12. Juni 1987 vor dem Brandenburger Tor, in der er den russischen Präsidenten Michail Gorbatschow aufforderte, die Mauer niederzureißen.
»There is one sign the Soviets can make that would be unmistakable, that would advance dramatically the cause of freedom and peace. General Secretary Gorbachev, if you seek peace, if you seek prosperity for the Soviet Union and Eastern Europe, if you seek liberalization: Come here to this gate! Mr. Gorbachev, open this gate! - Mr. Gorbachev, tear down this wall!«

Diese Rede blieb nicht ungehört. Gut 2 Jahre später kam es zum Fall der Mauer und anschließend zur Wiedervereinigung beider deutscher Staaten. Deutschland wäre heute kein souveräner Staat, wenn nicht Präsident George H. W. Bush, Nachfolger von Ronald Reagans und Vater des jetzigen amerikanischen Präsidenten, seine Zustimmung zur Wiedervereinigung gegeben hätte.

5. Mai 2008

Mord im Vatikan

Gespeichert unter: Kalenderblatt — riwer @ 7:53
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Als ich gestern meiner sportlichen Aktivität nachging, bei der ich auch immer meinen MP3-Player mitnehme, der ein eingebautes Radio hat, hörte ich auf SWR-1 einen Beitrag, der vor genau zehn Jahren passierte: Ein junger Schweizer Gardist, ein Mitglied der Leibgarde des Papstes, hat seinen Vorgesetzten und dessen Frau getötet und anschließend sich selbst. Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Tat, weil sie in der Weltpresse enorme Schlagzeilen auslöste und tagelangen Gesprächsstoff bot. Die Aufklärung der Mordtat wurde der Welt vom Vatikan auch in verschiedenen Versionen präsentiert, so dass der Tat noch heute etwas Mystisches anhaftet.
Um uns den Dreifach-Tod noch einmal vor Augen zu führen, habe ich ein wenig recherchiert. Allein der Suchbegriff “Mord im Vatikan” unter Google ergab 157.000 Treffer. Um hier die ganze Story nicht noch einmal zu beschreiben, kann man sich mit den nachfolgenden Links nochmals einen Überblick verschaffen.

Mord im Vatikan

Noch immer gibt es Zweifel am Tod zwei Schweizergardisten

Mord im Vatikan
Drei Leichen und der vierte Mann

Mord und Lügen
der vertuschte Vatikan-Skandal

4. Mai 2008

Graf Berghe von Trips

Heute wäre er 80 Jahre alt geworden: Wolfgang Graf Berghe von Trips. Geboren am 04. Mai 1928 in Köln, aufgewachsen in Kerpen-Horrem, auf der Burg Hemmersbach, Spross eines alten niederrheinischen Adelsgeschlechtes. Größte deutsche Hoffnung nach dem II. Weltkrieg, als Formel 1- Rennfahrer den Titel zu holen. 1961 fuhr er für Ferrari, gewann als erster Deutscher ein Formel 1- Rennen in Zandvoort (Niederlande). Es schien sein Jahr zu werden. Der damals 33-Jährige führte die Fahrerwertung an und war auf dem besten Weg, Weltmeister zu werden.
Sein Schicksalstag war der 10. September 1961, das Rennen auf der Hausstrecke in Monza (Italien). In der zweiten Runde kollidierte der Ferrari des Grafen mit dem Lotus des Schotten Jim Clarke. Mit Tempo 200 schoss Graf Berghe von Trips in die Zuschauermenge, die damals noch ungeschützt am Rande der Rennstrecke standen. Er wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und war sofort tot. Elf Zuschauer wurden direkt in den Tod gerissen, vier weitere erlagen später ihren Verletzungen. Welch` eine Tragödie. Deutschland verlor einen hoffnungsvollen Rennfahrer, eine Ausnahme-Erscheinung. Erst gut dreißig Jahre später sollte ein anderer Deutscher in seine Fußstapfen treten und noch erfolgreicher werden: Michael Schumacher.

17. April 2008

50 Jahre Atomium

Neben dem “Manneken Pis” gehört das Atomium zu den bekanntesten Wahrzeichen der belgischen Metropole Brüssel. Die 165-milliardenfache Vergrößerung eines Eisenmoleküls war die Sensation der Weltausstellung von 1958 in Brüssel. Es ist 102 Meter hoch und wiegt 2400 Tonnen. Im Laufe der Zeit war es etwas heruntergekommen, zu seinem 50-sten Geburtstag wurde vor drei Jahren mit der Renovierung begonnen, die etwa 27 Millionen Euro kosten wird. Die alte Aluminiumhaut wurde gegen eine aus Edelstahl ausgetauscht. Jetzt strahlt es wieder in alter Frische und lädt zu einem Besuch ein.

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15. März 2008

Das Massaker von My Lai

Gespeichert unter: Kalenderblatt — riwer @ 23:17
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My Lai wurde zum Synonym eines Kriegsverbrechen’s, das über die Jahre die internationale Presse und viele Menschen bewegte. Es wurde zu einem amerikanischen Trauma und leitete die moralische Niederlage der USA in Vietnam ein. Die Älteren von uns erinnern sich noch:

Am 16. März 1968 hatte eine Gruppe von amerikanischen Soldaten der 11. Infanterie-Brigade unter Leitung des 24-jährigen Leutnants William Calley den Auftrag, das kleine Dorf My Lai in der Provinz Quảng Ngãi einzunehmen und nach Guerilleros des Vietcong zu durchsuchen, da die Bewohner als potenzielle Unterstützer des Vietcong galten.

Die Soldaten vergewaltigten Frauen und erschossen fast alle Bewohner des Dorfes: 503 Zivilisten, davon 182 Frauen, 172 Kinder, 89 Männer unter 60 Jahren und 60 Greise. Sogar sämtliche Tiere wurden getötet. Kaum ein Soldat verweigerte den Befehl zum Mord. Lediglich der amerikanische Hubschrauberpilot Hugh Thompson zwang die Soldaten durch die Drohung, seinen Bordschützen mit dem MG auf sie feuern zu lassen, elf Frauen und Kinder zu verschonen, die er in Sicherheit brachte. Für ihr Eingreifen wurde die Hubschrauberbesatzung exakt dreißig Jahre später mit der Soldier’s Medal ausgezeichnet.

Amerikanische Hubschrauber landen in My Lai.

Artikel und Bild: Kölner Stadtanzeiger

29. Februar 2008

29.02.2008 - Schaltjahr

Gespeichert unter: Kalenderblatt — riwer @ 10:18
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Dieses Datum kommt nur alle vier Jahre vor und darum verdient dieser Zeitstempel unsere besondere Aufmerksamkeit. Da ein Jahr nicht genau 365 Tage dauert, sondern im Schnitt knapp 6 Stunden länger, ist es notwendig, alle 4 Jahre einen zusätzlichen Tag in unserem Kalender einzufügen, den 29. Februar. Diese Besonderheit kannten auch schon die alten Hochkulturen und in jedem Kalendertyp gibt es eine derartige Anpassung. Sehr schön wird dies in WIKIPEDIA behandelt und beschrieben.

Nicht ganz glücklich sind viele Menschen, die an diesem Tage geboren sind. Das Datum gibt Anlass für mehr oder weniger gut gemeinte “Ratschläge” und Anspielungen. Doch die Betroffenen haben sich arrangiert. Sie feiern halt ihren Geburtstag einen Tag früher oder später.

28. Februar 2008

28.02.1986 - Ermordung Olof Palme

Gespeichert unter: Kalenderblatt — riwer @ 9:51
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Am Morgen nach dem 28.02.21986 raste eine Meldung durch die Presseagenturen: “Schwedischer Ministerpräsident Olof Palme ermordet !” . Die Welt war entsetzt. Im Alter von 59 Jahren fiel der schwedische Ministerpräsident in der Stockholmer Innenstadt einem Attentat zum Opfer.
Olof Palme war überzeugter Pazifist. Seine Außenpolitik, seine Verurteilung des Vietnamkrieges und seine Abrüstungsinitiativen machten ihn in aller Welt bekannt. Die Umstände seiner Ermordung wurden nie restlos aufgeklärt. Erst drei Jahre nach der Tat machten die Ermittlungen entscheidende Fortschritte. Obwohl ein gewisser Christer Pettersson bereits kurz nach der Tat vernommen wurde, kam es erst 1988 zu einer Verhaftung. Im ersten Prozess wurde Pettersson verurteilt, in der 2. Instanz jedoch freigesprochen und wurde mit einem 7-stelligem Betrag entschädigt. 2004 starb Pettersson. Im Februar 2007 gestand seine Freundin, dass er ihr gegenüber die Tat gestanden hatte.

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