R I W E R – Blog eines Seniors

16. April 2009

Küsse verlängern das Leben

Kuss Es braucht immer mal wieder eine wissenschaftliche Studie, damit es glaubhaft klingt: Der spanische Wissenschaftler und Mediziner Jesus de la Gandara hat festgestellt, dass Küsse nicht nur glücklich, sondern auch schlank machen. Bei jedem Kuss werden 36 Muskeln aktiviert und im Schnitt 12 Kalorien verbrannt.
Diese Erkenntnis dürfte nicht unbedingt neu sein, wird aber immer mal wieder gern in Erinnerung gebracht. Küsse, auch Wangenküsse, die zur Begrüßung und bei der Verabschiedung üblich sind, tragen zum körperlichen und seelischen Wohlgefühl bei. Sie können Frustrationen eindämmen und Zufriedenheit geben. Je mehr Küsse gegeben und empfangen werden, desto besser.

Menschen, die sich regelmäßig liebkosen, haben eine bessere Lebensqualität – und eine höhere Lebenserwartung. Ein Küsschen im angemessenen Moment bringe nicht nur Beruhigung und Glücksgefühle, sondern auch eine bessere Gesundheit.” sagt Gandara.
Über die Studie hat er ein Buch verfasst: “Planet der Küsse”. Er kommt zu der Feststellung, dass Männer alles andere als Kuss-Experten sind. Sie seien deutlich zurückhaltender, als die Frauen und “weniger sinnlich”. Wer hätte das gedacht!? Bei den Männern würden im entscheidenden Moment nur ein Drittel die Augen schließen, bei den Frauen seien es fast 90 Prozent.

Ich meine, das liegt in der Natur der Sache. Männer sind vom Erdgeschichtlichen her Jäger, müssen also ständig auf der Hut sein. Außerdem schaut man das, das man liebt und mag, doch besonders gern an, da schließt man doch nicht die Augen. Frauen stellen sich vielleicht in diesem Moment ihren Idealmann vor und das geht nur, wenn man(frau) die Augen schließt.

17. März 2009

Etwas zum Nachdenken

Filed under: Psychologie — riwer @ 16:00

Eine kleine Geschichte:

nachdenken Mein Freund öffnete eine Schublade der Kommode seiner Frau und holte daraus ein kleines Paket hervor, das in Seide eingewickelt war:
« Dies ist nicht einfach ein Paket, darin ist feine Wäsche. »
Er betrachtete die Seide und die Spitze.
« Dies habe ich ihr vor 8 oder 9 Jahren in New York gekauft, aber sie hat es nie getragen. Sie wollte es aufbewahren, für eine besondere Gelegenheit. Nun ja, ich glaube jetzt ist der Moment gekommen. »
Er ging zum Bett und legte das Päckchen zu den anderen Sachen, die der Bestatter mitnehmen würde.
Seine Frau war gestorben.
Er drehte sich zu mir um und sagte:
«Hebe niemals etwas für einen besonderen Anlass auf. Jeder Tag, den du erlebst, ist besonders! »
Ich denke immer an seine Worte, sie haben mein Leben verändert.

vergaenglichkeit Heute lese ich viel mehr als früher und arbeite weniger.
Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße den Blick in die Natur, ohne mich am Unkraut im Garten zu stören.
Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden.
Ich habe begriffen, dass das Leben aus einer Sammlung an Erfahrungen besteht, die man zu schätzen wissen sollte.
Außerdem schone ich nichts.
Ich nehme die guten Kristallgläser jeden Tag, und ziehe meine neue Jacke zum Einkaufen im Supermarkt an, wenn mir danach ist.
Ich hebe meine besten Sachen nicht mehr für Festtage auf, sondern trage sie, wenn ich Lust habe.
Sätze wie « irgendwann » und « eines Tages » werden aus meinem Vokabular verbannt.
Wann immer es sich lohnt, will ich, was mir in den Sinn kommt, gleich sehen, hören und machen.
Ich weiß nicht, was die Frau meines Freundes getan hätte, hätte sie gewusst, dass sie morgen nicht mehr da ist (ein Morgen, das uns viel zu sehr egal ist).
Ich denke, sie hätte ihre Familie und enge Freunde angerufen. Vielleicht hätte sie sich bei alten Freunden für einen Streit entschuldigt, der lange her war.
Ich stelle mir gern vor, dass sie chinesisch essen gegangen wäre (zu ihrem Lieblings-Chinesen).
Es sind die ganz kleinen nie getanen Dinge, die mich ärgern würden, wenn ich wüsste, dass meine Stunden gezählt sind.
Ich wäre traurig, gute Freunde nicht mehr getroffen zu haben, mit denen ich schon so lange Kontakt aufnehmen wollte (… irgendwann, eben).
Traurig, dass ich die Briefe nicht mehr geschrieben habe, die ich schreiben wollte « irgendwann, eben » .
Traurig, dass ich meinen Lieben nicht oft genug gesagt habe, dass ich sie liebe.
Inzwischen verschiebe ich nichts mehr, bewahre nichts für eine besondere Gelegenheit auf, was ein Lächeln in unser Leben bringen könnte.
Ich sage mir, dass jeder Tag ein besonderer Tag ist. Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute ist besonders…

(Verfasser unbekannt)

22. Juni 2008

Die letzte Frage

Neuinszenierung des Urknalls

Kurzform einer Geschichte von Isaac Asimov

In der Erzählung DIE LETZTE FRAGE stellt Asimov die alte Frage, ob das Universum unausweichlich sterben muss, und was bei diesem Weltuntergang mit allen intelligenten Lebewesen geschieht. Allerdings vermutet Asimov, das Universum werde in Eis und nicht im Feuer sterben, nachdem die Sterne ihren Wasserstoff verbrannt haben und die Temperaturen fast auf den absoluten Nullpunkt gefallen sind.

Die Geschichte beginnt im Jahre 2061, als ein Riesencomputer die Energieprobleme der Erde gelöst hat, indem er einen massiven Solarsatelliten entworfen hat, der die Sonnenenergie zur Erde zurückstrahlt. Der AC (Analogcomputer) ist so groß und kompliziert, dass selbst die für ihn zuständigen Techniker nur eine ungefähre Vorstellung von seiner Arbeitsweise haben. Aufgrund einer Fünfdollarwette fragen zwei betrunkene Techniker den Computer, ob sich der Tod der Sonne vermeiden lasse oder ob das Universum auf jeden Fall sterben müsse. Nachdem der AC stumm über die Frage nachgedacht hat, erwidert er:
KEINE AUSREICHENDE DATEN FÜR EINE SINNVOLLE ANTWORT.

Jahrhunderte später hat der AC das Problem der Hyperraumreise gelöst, und die Menschen beginnen, Tausende von Sternensystemen zu kolonisieren. Der AC ist so groß, dass er mehrere hundert Quadratkilometer auf jedem Planeten einnimmt, und so komplex, dass er sich selbst pflegt und wartet. Eine junge Familie fliegt auf der Suche nach einem neuen Sternensystem durch den Hyperraum, unfehlbar geleitet vom AC. Als der Vater beiläufig erwähnt, auch die Sterne müssten irgendwann sterben, werden die Kinder hysterisch. »Lass die Sterne nicht sterben«, bitten sie. Um sie zu beruhigen, fragt der Vater den AC, ob sich die Entropie umkehren lasse. »Seht ihr«, sagt der Vater, während er die Antwort des AC liest, »der AC kann jedes Problem lösen.« Tröstend sagt er: »Wenn die Zeit gekommen ist, wird er sich um alles kümmern, also macht Euch keine Sorgen.« Dabei verschweigt er aber, dass der AC in Wirklichkeit ausgedruckt hat:
KEINE AUSREICHENDEN DATEN FÜR EINE SINNVOLLE ANTWORT.

Jahrtausende später ist die ganze Milchstraße kolonisiert. Der AC hat das Problem der Unsterblichkeit gelöst und die Energie der Milchstraße erschlossen, aber er muss neue Galaxien zur Kolonisierung finden. Der AC ist so komplex, dass schon lange niemand mehr versteht, wie er funktioniert. Ständig verbessert er seine Schaltkreise selbst und entwirft neue. Zwei Mitglieder des galaktischen Rates, beide mehrere hundert Jahre alt, erörtern die dringende Frage, wie sich neue galaktische Energiequellen finden lassen, und überlegen, ob wohl das Universum selbst seinem Ende entgegen geht. Lässt sich die Entropie umkehren? fragen sie. Die Antwort des AC:
KEINE AUSREICHENDEN DATEN FÜR EINE SINNVOLLE ANTWORT.

Millionen Jahre später, die Menschheit hat sich über unzählige Galaxien des Universums ausgebreitet. Der AC hat das Problem gelöst, wie man den Geist vom Körper trennen kann, und das Bewusstsein der Menschen kann ungehindert durch die weiten Räume von Millionen Galaxien streifen, während ihre Körper sicher auf einem längst vergessenen Planeten untergebracht sind. Zwei Geister treffen sich im All und fragen sich im Laufe ihres Gesprächs, in welcher der unzähligen Galaxien die Menschen entstanden sind. Der AC, der inzwischen so angewachsen ist, dass er größtenteils im Hyperraum untergebracht werden musste, beantwortet ihre Frage, indem er sie augenblicklich in eine obskure Galaxie befördert. Sie sind enttäuscht. Die Galaxie ist so gewöhnlich wie Millionen anderer Galaxien, und der ursprüngliche Stern ist längst tot. Die beiden menschlichen Geister bekommen es mit der Angst zu tun, weil sich für Milliarden Sterne im Kosmos nach und nach das gleiche Schicksal abzeichnet. Die beiden Geister fragen, ob sich der Tod des Universums selbst vermeiden läßt, woraufhin der AC erwidert:
KEINE AUSREICHENDEN DATEN FÜR EINE SINNVOLLE ANTWORT.

Jahrmilliarden später, die Menschheit besteht aus Billionen und Aberbillionen unsterblicher Körper, um die sich Automaten kümmern. Das kollektive Bewusstsein der Menschheit, das frei durch das Universum schweifen kann, verschmilzt zu einem einzigen Geist, der seinerseits mit dem AC verschmilzt. Es hat keinen Sinn mehr, den AC zu fragen, aus was er besteht oder wo im Hyperraum er sich wirklich befindet. »Das Universum stirbt«, denkt der Mensch kollektiv. Ein Stern nach dem anderen, eine Galaxie nach der anderen stellen die Energieerzeugung ein, und die Temperaturen im Universum nähern sich dem absoluten Nullpunkt. Verzweifelt fragt sich der Mensch, ob die Kälte und Dunkelheit, die die Galaxien langsam verschlingen, den unausweichlichen Tod bedeuten. Aus dem Hyperraum antwortet der AC:
KEINE AUSREICHENDEN DATEN FÜR EINE SINNVOLLE ANTWORT.

Als der Mensch den AC auffordert, die erforderlichen Daten zu sammeln, erwidert dieser: DAS WERDE ICH TUN. ICH TUE ES SCHON SEIT HUNDERT MILLIARDEN JAHREN. MEINEN VORGÄNGERN IST DIE FRAGE SCHON OFT GESTELLT WORDEN. ALLE DATEN, DIE ICH HABE, REICHEN NOCH IMMER NICHT AUS.
Ein unermesslicher Zeitraum verstreicht, das Universum ist endgültig tot. Im Hyperraum sammelt der AC seit Ewigkeiten Daten und denkt über die letzte Frage nach. Schließlich entdeckt er die Lösung, obwohl es niemanden mehr gibt, dem er die Antwort nennen könnte. Sorgfältig entwickelt der AC ein Programm und beginnt dann mit der Umkehrung des Chaos. Er sammelt kaltes, interstellares Gas, bringt tote Sterne zusammen und schafft so eine gigantische Kugel.
Als diese Arbeit getan ist, ruft der AC mit donnernder Stimme aus dem Hyperraum:

ES WERDE LICHT!

Und es ward Licht…

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20. Juni 2008

Letzte Ernte

Filed under: Psychologie — riwer @ 22:41
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Im Zusammenhang zu meinem Blog “Tot !” ist mir ein Gedicht in den Kopf gekommen, das ich in meiner Kindheit in der Schule lernen musste. Es hat mich damals schon sehr angesprochen und im Laufe meines Lebens ist es mir immer wieder in den Sinn gekommen und hat mich immer sehr nachdenklich gestimmt. Ich möchte es Euch nicht vorenthalten und hoffe, dass es Euch genauso gut wie mir gefällt.

Letzte Ernte” von Lulu von Strauß & Torney

Ich brachte in 70 Jahren viele Ernten ein,
dies soll mein letztes Fuder wohl gewesen sein,
die Gäule scheuten am Tore, sie jagten mit Gewalt,
ich schrie und riss an der Leine, aber mein Arm ist alt.

Vor ihren polternden Hufen der Staub flog auf wie Rauch,
die Garben schleiften die Steine, mein alter Rücken auch,
Mutter, was hilft das Weinen, es ist nun wie es ist,
70 Jahre und drüber, war doch ne schöne Frist.

Das sie den Schmied nur holen, ein Eisen fehlt dem Roß
und hinterm Hof am Tore, da ist ein Pfosten los,
und dass ichs nicht vergesse, da wo die Pappeln stehn,
im letzten Schlag am Berge, da solln sie Roggen säen.

Kommt jeder an die Reihe, König, Bauer und Knecht,
ists unsres Herrgotts Wille, so ist es mir auch recht.
Was stehst du vor dem Bette und beugst dich über mich,
meinst du, ich seh die Totenlichter nicht?

Vier Lichter vor der Lade, wies sich zu recht gehört,
vier Pferde vor den Wagen, der mich von Hofe fährt.
Der weißen Klageweiber zween vor meiner Truh,
mit weißen linernen Laken vom Kopf bis an die Schuh.

Mutter, kommen die Kühe schon vom Kamp herein?
Die Schwarze brüllt am Tore, da muß es Melkzeit sein.
Ich hör die Knechte singen vor der Dielentür -
morgen am Feierabend, da bin ich nicht mehr hier.

Viel Hände braucht die Ernte, der Herrgott hats gewußt,
gottlob, dass ich nicht früher hab gemußt,
und wenn ich heute Feierabend machen soll,
gemäht sind die letzten Ähren und alle Scheuern voll.

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19. Juni 2008

Tot !

Gestern war ich auf einer Beerdigung. Der Vater eines lieben Freundes war vor einer Woche plötzlich verstorben. Der 74-Jährige legte sich abends wie gewohnt schlafen und am anderen Morgen war er tot, die Leichenstarre war schon eingetreten. Mitten aus dem Leben gerissen, plötzlich, unvorbereitet, für alle unfassbar.
Vor 14 Tagen, auf einer Geburtstagsfeier, hatte ich noch mit ihm geredet. Wir sprachen darüber, was man im Alter noch so alles vor hat. Unter anderem sagte er mir, dass er so manch´ einem jungen Menschen noch etwas vormachen könne, in Bezug auf Kraft und Ausdauer. Er fühlte sich gesund und voller Tatendrang. – Und eine Woche später dann sein überraschender Tod.
Wie schwer wir Menschen doch mit dem Tod eines nahen Verwandten umgehen können. Wir wissen alle, dass wir nur auf Zeit leben, dass unser Ende unausweichlich ist. Nur wissen wir nicht, wann dieser Zeitpunkt sein wird. Im Leben machen wir Pläne, planen für die Zukunft, doch nur sehr wenige planen auch ihr eigenes Ende. Da dieses Ende kommen wird, sollten wir darauf vorbereitet sein. Ich meine, ab einem gewissen Alter sollte man sich vorbereiten. Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute kann der letzte Moment sein. Rechtzeitig sollte man “sein Feld bestellt” haben, sollte fast alles geregelt haben, sollte vorbereitet sein und auch so leben. Man sollte sich auch mit dem Tod auseinander setzen, sollte darüber reden, was einen erwarten kann.
Viele Menschen haben Angst vor dem Tod und vor dem Sterben. Diese Angst kann man minimieren, wenn man sich Gedanken macht und den Sinn des Todes einsieht. Die Angst resultiert aus dem Ungewissen, weil keiner weiß, was danach sein wird. Für mich habe ich die Notwendigkeit des Todes eingesehen. Durch die Zeit unterliegen wir einer ständigen Veränderung. An der Natur, an den Jahreszeiten sehen wir, was ich meine: Im Frühling das Neuentstehen allen Lebens, im Sommer die völlige Pracht- und Lebensentfaltung, im Herbst das Sterben der Natur, im Winter der Tod mit dem Übergang zum Frühling, zum neuen Leben. Die Natur stirbt im Herbst, um Platz zu machen, damit sich im Frühling neues Leben entwickeln kann. Und so ist es auch mit uns Menschen: Wir müssen sterben, damit unsere Nachkommen Platz zum Leben haben!
Beim Tod eines Menschen gehen einem die merkwürdigsten Gedanken durch den Kopf. Ich bin christlich erzogen, ohne übermäßig gläubig und religiös zu sein, deshalb kann ich einigen Bibeltexten viel abgewinnen. Die Erfahrung unserer Väter wird sehr schön in einem alten, sehr alten Text ausgedrückt, dem Psalm 90. Da heißt es unter anderem:

Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre,
und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe;
denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

Nachtrag: Bevor es hier zu Kommentare über die Richtigkeit des Psalm-Zitates kommt, hier der Text aus der Lutherbibel von 1912:

Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre,
und wenn’s köstlich gewesen ist,
so ist es Mühe und Arbeit gewesen;
denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon.

Hier der Text aus der Elberfelder Bibel:

Die Tage unserer Jahre, ihrer sind siebzig Jahre,
und, wenn in Kraft, achtzig Jahre,
und ihr Stolz ist Mühsal und Nichtigkeit,
denn schnell eilt es vorüber, und wir fliegen dahin.

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