R I W E R – Blog eines Seniors

19. Mai 2009

Ibis-Hotel

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Ibis Wenn ich reise, bis maximal 3 Übernachtungen, buche ich mich meistens in das Ibis-Hotel ein. In der 2-Sterne Kategorie weiß man, was man bekommt. Es gibt über 700 Ibis-Hotels weltweit. Sie sind alle fast gleich eingerichtet und sind sauber. Der Teppichboden ist zwar nicht mehr zeitgemäß, doch ist bei den neueren und renovierten Ibis-Hotels schon Laminat als Fußbodenbelag zu finden. Im Preisgefüge variieren sie zwischen 60 und 80 Euro, je nach Lage (Stadtzentrum oder Stadtrand).
Ich habe schon in vielen Ibis-Hotels gewohnt, in Polen (Krakau) und in mehreren deutschen Städten. Meistens buche ich das Frühstück gleich mit. Für 8,- Euro bekommt man ein gutes Kontinental-Breakfast. Zwar Selbstbedienung, aber immer ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Auf unserer Reise durch Nord-Frankreich haben wir ebenfalls in Ibis-Hotels übernachtet und auch das Frühstück mit gebucht. Die Zimmer waren wie gehabt. Doch welch ein Unterschied, was das Frühstück anbelangt. Als Wurst gab es nur eine Sorte: Kochschinken. In den bisher besuchten Hotels in Deutschland konnte man unter verschiedenen Wortsorten wählen. Als in einem Ibis-Hotel auf unserer Frankreichreise der Kochschinken ausging, konnte ich beobachten, wie das Service-Personal den Schinken aus einer Plastik-Verpackung a la Aldi auf die Anrichte platzierte. Als Käse gab es nur ein Stück Hardkäse in einem Stück Plastik eingeschweißt. Sicher, man konnte sich mehrere nehmen, aber keine Auswahl, wie in Deutschland.
Baguettes Brötchen, wie in Deutschland, war Fehlanzeige, stattdessen Baguettes und ein Brotlaib. Man musste sich sie Stücke selber abschneiden. Und hier kommt jetzt das größte Manko, die Hygiene. Obwohl ein Stapel Servietten neben dem Brot lag, fassten die meisten Gäste den Brotlaib oder das Baguette mit den bloßen Händen an und schnitten sich ihren Bedarf ab. Gedacht war, dass man das Brot mittels einer Serviette festhält (groß genug waren sie) und sich dann das Brot abschneidet. Aber nein, man macht das mit bloßen Händen. Wer weiß, was die kurz vorher in der Hand hatten oder mit den Fingern gemacht haben? Ich bin bestimmt in Sachen Hygiene nicht überempfindlich, aber so etwas muss nicht sein.

Für mich steht fest, sollte ich wieder einmal in Frankreich in einem Ibis-Hotel übernachten, dann ohne Frühstück. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt überhaupt nicht und die Hygiene lässt zu Wünschen übrig. Ist das Hotel in der Innenstadt, findet man meistens ein Cafe oder Bistro in der Nähe, wo man sein Frühstück einnehmen kann und man kann wählen was man möchte. Sicher, ich weiß dann auch nicht, wer oder wie mein Frühstück angerichtet wird, aber ich muss mir das nicht ansehen.

18. Mai 2009

Metz

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Metz, der Hauptort der Region Lothringen im Nord-Osten Frankreichs, war unsere letzte Station in einer einwöchigen Rundreise. Sie ist mit ihren knapp 125.000 Einwohnern etwas größer als Trier und liegt ebenfalls an der Mosel. Im Gegensatz zu Trier, prägt die Mosel jedoch das Metzer Stadtbild, durch ihre Nebenarme und dem Fluss Seille, der im nördlichen Stadtgebiet in die Mosel fließt. Mehrere Brücken überqueren die beiden Flüsse.

Metz hat eine wechselvolle, 3000-jährige Geschichte hinter sich. Allein in den letzten 150 Jahren wurde es zweimal von Deutschland anektiert. Nach dem verlorenen deutsch/französischen Krieg von 1870/71 musste Frankreich das Elsass und Lothringen dem neuen Reich Deutschland abtreten. Metz-Bahnhof Da der deutsche Kaiser Wilhelm I. mit Überfällen seitens Frankreich rechnete, wurde Metz in den folgenden Jahren zur stärksten deutschen Festungsstadt ausgebaut. Deutsche Bauten, die in der wilhelminischen Zeit bis 1918 in Metz gebaut wurden, sind heute noch zahlreich in Metz zu sehen, z.b.: der Hauptbahnhof von Metz ( franz. Gare SNCF), linkes Bild, das Quatier Impérial (Bahnhofviertel) und die Metz-Deutsches-Tor Brücke über die Seille (franz. Porte des Allemands), rechtes Bild. In einer Umfrage von 1900 gaben 78% der Einwohner Metz deutsch, der Rest französisch als ihre Muttersprache an. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg 1918 wurden Elsass und Lothringen und damit auch Metz wieder französisch, bis Hitler 1940 die Gebiete Elsass und Lothringen wieder “heim ins Reich holte”. Erst die Einnahme der Gebiete durch die Alliierten 1944 stellte den alten Zustand wieder her.
Heute sprechen nur noch sehr wenige Einwohner deutsch, vor allem bei den jüngeren Menschen kommt man mit englisch besser zurecht.

Metz-Kathedrale Die Altstadt von Metz wird durch die Kathedrale St. Etienne beherrscht. Sie steht in deren Mittelpunkt und um sie herum spielt sich das urbane Leben ab. Etwas “armselig” kommt der Turm der der Kathedrale weg. Er ist im Gesamtbild des Gebäudes kam auszumachen. Die Kathedrale selbst ist etwa so alt, wie der Kölner Dom, fast 800 Jahre. In der Innenausstattung steht keine der anderen nach. Metz-Markthalle-1 Vor dem Südportal (siehe Foto) liegt die Markthalle. In ihr werden alle Köstlichkeiten des täglichen Lebens, die bei uns auf den Tisch landen, angeboten. Am Samstag unseres Besuches mussten an einzelnen Ständen Wartekarten ausgegeben werden, bis man dran war, um seine Ware im Empfang zu nehmen (ähnlich wie wir es zum Teil in einer Arztpraxis erleben). Metz-Markthalle-2 Das Verkaufspersonal war gerade bei den Metzgern so zahlreich, dass sie sich auf dem engen Stand im Wege standen. Vielleicht war der Andrang auch deshalb so groß, weil tags zuvor ein Feiertag war (siehe Blog zuvor) und um die Kathedrale herum ein Flohmarkt stattfand. Auf jeden Fall war es ein emsiges Treiben.

Viele Cafe´s, Bristos und Restaurants findet man in der Innenstadt, die sich hauptsächlich um den Place St. Jacques platzieren. Sie laden ein zum Verweilen, sich bei einem Cafe und einem Snack ein paar Minuten Ruhe zu verschaffen. An östlichen Ende des Platzes schließt sich ein großes Einkaufzentrum an (Centre St. Jacques), wo fast alles zu haben ist.
Metz-Templerkapelle Für den Touristen hält Metz eine große Zahl von Baudenkmäler und Kirchen bereit. Ein besonderes Kleinod dürfte die gotische Templerkapelle aus dem 1200. Jahrhundert sein. Sie liegt eingebettet zwischen Regierungs- und Militärgebäuden neben einem Hotel. Von der ehemals hier stehenden Burg des Templerordens ist nur noch die gotische Kapelle der Tempelritter erhalten.

Sollten Sie mal wieder ein Wochenende, einen Kurztrip oder eine Städtereise planen, dann ziehen Sie Metz in Ihren Überlegungen mit ein. Die kleine Stadt hat viel zu bieten. Sie ist von Deutschland aus über die Autobahn in wenigen Stunden zu erreichen. Französische Sprachkenntnisse sind auf jeden Fall von Vorteil.

17. Mai 2009

8.Mai – Fête de la Victoire

Einsortiert unter: Reisen — riwer @ 8:27
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Am Vortag des 8. Mai waren wir in Metz angekommen. Nach einer längeren Reise von Fourmies nach Metz, auf der wir drei Soldaten-Friedhöfe besucht hatten (amerikanischer, deutscher, französischer), machten wir nach unserer Ankunft im Hotel zwar noch einen kurzen Spaziergang in die nahe Altstadt von Metz, doch die Eindrücke des Tages machten eine ausgiebige Besichtigung der Stadt unmöglich. Wir verschoben es auf dem 8.Mai.

Militärparade-1 Schon als wir die Moselbrücke überquerten, die die Altstadt von Metz von unserem Hotel trennt, wunderten wir uns, dass wir ausgesprochen wenig Verkehr wahrnahmen. Zu dem war die kleine Straße, die zum Place d’armes vor der Kathedrale St. Etienne führt, von der Polizei für alle Fahrzeuge gesperrt worden. Sie war nur noch von Fußgängern passierbar. Um den Place d’armes standen einige hundert Menschen. Wie gesellten uns dazu. Militärparade-2 Auf dem Platz standen Soldaten der verschiedenen Waffengattungen, in einer Stärke von 20 – 50 Mann (es waren auch Frauen darunter), außerdem eine mittelgroße Militärkapelle. Langsam dämmerte es uns, dass der 8.Mai wohl ein besonderer Tag für die Franzosen war. Und nach noch mehr nachdenken, fiel uns ein, dass der 8.Mai 1945 der deutsche Kapitulationstag war. Das Datum beendete den 2. Weltkrieg.

Militärparade-3 Wie es nun mal bei Verlierern ist, wird dieser für sie unrühmliche Tag gerne nur all zu schnell aus der Erinnerung verdrängt. Bei den Siegern sieht es anders aus. Die feiern den Sieg, auch wenn sie daran nur einen kleinen Anteil haben, egal, Hauptsache gewonnen. Bei den Franzosen ist der 8.Mai, der den 2. Weltkrieg beendete, der Tag des Sieges (franz. Fête de la Victoire) ein nationaler Feiertag. Auch das Ende des 1. Weltkrieges, der 11. November 1918, ist ebenfalls immer noch ein nationaler Feiertag in Frankreich.

Militärparade-4 Dieser nationale Feiertag beginnt in vielen Orten Frankreichs mit einer Militärparade. Punkt 10:00 Uhr intonierte die Militärkapelle die Marseillaise. Dann hielt jemand eine Rede, ohne die geht es nun mal nicht. Ein hochdekorierter General schritt um den ganzen Platz herum die Ehrenformationen der einzelnen Waffengattungen ab. Militärparade-5 Höhepunkt war das Überfliegen des Platzes im Tiefflug von drei Militärjets in Formation. Mit einem ohrenbetäubenden Krach tauchten die Maschinen aus dem Nichts auf. Das Donnern der Triebwerke wurde in der Häuserschlucht der Altstadt noch mehrfach verstärkt. Anschließend wurden etwa 20 Personen mit militärischen Orden ausgezeichnet, bevor nach einer guten halben Stunde die gesamte Zeremonie vorbei war. Alles wurde mit Märschen der Musikkapelle unterlegt oder ausgefüllt. Zum Schluss erklang noch einmal die Nationalhymne Frankreichs.

Der Himmel war wolkenverhangen und ab und zu fielen ein paar Tropfen. Wir zogen trotzdem durch die Stadt und sahen uns die interessantesten Bauwerke an. Franzosen sah man wenige. Die nutzten wohl den Tag um auszuschlafen. Für sie war der 8.Mai in diesem Jahr wohl ein verlängertes Wochenende, weil er auf einen Donnerstag fiel. Denn am Freitag und am Samstag war die Stadt mit allerlei Volk und Touristen gut ausgelastet.

15. Mai 2009

Französischer Soldaten-Friedhof

Beinhaus mit Gräber Auf einen kleinen Berg nordöstlich von Verdun in Lothringen befindet sich wohl der größte französische Soldaten-Friedhof mit den Gefallenen des 1. Weltkrieges, mit einer monumentalen Gedenkstätte. Hier in dieser Gegend fand die Schlacht von Verdun statt. Auf der Bergkuppe steht ein eindrucksvolles Bauwerk, das Beinhaus von Douaumont (franz. Ossuaire de Douaumont) .

Hier werden die Knochen von über 130 000 nicht identifizierten Soldaten aller Nationen aufbewahrt, die in der Schlacht um Verdun gefallen sind.
Vor dem Beinhaus befindet sich ein Friedhof mit etwa 15 000 Gräbern französischer Soldaten. Neben christlichen Kreuzen gibt es ein Feld mit speziellen Grabstellen für muslimische Gefallene, die nach Osten (gen Mekka) ausgerichtet sind.

Beinhaus Das Beinhaus wurde am 7. August 1932 vom damaligen Präsidenten der Republik Frankreich Albert Lebrun eingeweiht. Es ist 146 Meter lang und der Turm misst eine Höhe von 46 Meter. Die langgestreckten Seitenarme sind Kreuzgänge, in denen sich die Gräber von 130.000 unbekannten Soldaten aller Nationen befinden.
Im ebenerdigen Teil des Turmes befindet sich eine Kapelle, in der man der Toten gedenken kann. Im Teil darüber befindet sich ein Kriegsmuseum, das Reliquien aus den zerstörten Dörfern, stereoskopische Ansichten des Schlachtfeldes im Relief, sowie zahlreiche Waffen enthält.
Von der Aussichtsplattform des Turms hat man eine schöne Aussicht über den französischen Soldaten-Friedhof und den Wäldern der Gegend. Diese standen zum Zeitpunkt des 1. Weltkrieges teilweise noch nicht, weil hier sich der mörderische Kriegsverlauf abspielte, wo kein Stein auf den anderen blieb. Eine Tafel auf der Aussichtsplattform gibt zusätzliche Informationen und Orientierungsangaben. Die große Siegesglocke wird bei wichtigen Zeremonien geläutet und der Scheinwerfer, die Totenlaterne, leuchtet über das Schlachtfeld.
Alles ist zu besichtigen und auf den großen Parkplatz hinter dem Beinhaus sieht man viele Busse und PKW´s aus den unterschiedlichsten Ländern Europas.

Eine gewisse Berühmtheit erlangte dieses Gebäude im Jahre 1984. Am 22. September 1984, anlässlich eines Staatsbesuches, ehrten der französische Staatspräsident François Mitterrand und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl die Gefallenen der zwei Weltkriege. Zuerst legten sie auf dem deutschen Soldaten-Friedhof bei Consenvoye Kränze nieder, dann fuhren sie zum Beinhaus von Douaumont.

Kohl-Mitterrand Vor der Gefallenengedenkstätte für die Toten der Schlachten um Verdun, als das Heeresmusikkorps 10 der Bundeswehr die Marseillaise intonierte, griff Mitterrand nach der Hand von Bundeskanzler Helmut Kohl. Schweigend standen der französische Sozialist und der deutsche Christdemokrat vor einem mit den Nationalfahnen beider Länder bedeckten Katafalk auf dem weiten Platz vor dem Beinhaus von Douaumont und demonstrierten Hand in Hand die Versöhnung der einstigen “Erbfeinde”.

Dieses Foto ging um die Welt. Das Fernsehen übertrug dieses historische Ereignis. Mögen auch wir uns immer wieder an das Mörderische der Weltkriege erinnern, damit so etwas nicht wieder passieren kann.

14. Mai 2009

Deutscher Soldaten-Friedhof

consenvoye Ein deutscher Soldaten-Friedhof liegt etwa auf halber Strecke zwischen den Orten Consenvoye und Brabant-sur-Meuse an der Nationalstraße D 964 nach Verdun in Lothringen. Während des 1. Weltkrieges fanden in dieser Gegend mörderische Stellungskriege statt, die 100-tausenden Soldaten das Leben kostete.
Der deutsche Soldaten-Friedhof spiegelt bei weitem nicht die Größe und Gepflegheit wieder, wie wir es auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof gesehen haben. D-S-FriedhofDer Rasen war zwar gemäht, doch die Fläche war von Unebenheiten geprägt. Die Kreuze waren nicht aus weißem Marmor sondern aus schlichtem schwarzen Holz. Aufgrund des Versailler Vertrags von 1919 bekamen deutsche Gefallene schwarze Kreuze (hier: eines für 4 Soldaten) – weiße Kreuze waren nur den Alliierten vorbehalten. Die Namen und Daten der Gefallenen waren nicht eingebrannt, sondern nur aufgemalt. Die ganze Anlage sah relativ gepflegt aus, kann aber einem Vergleich mit dem amerikanischen Soldaten-Friedhof (siehe vorhergehenden Blog) nicht standhalten. Hier haben 11148 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden. Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. finanziert durch Spenden die Pflege dieser Gräberstätte.

Trotzdem hat dieser Ort etwas, was der amerikanische Friedhof nicht hat: Dieser Ort hat Geschichte geschrieben. Am Eingang zum deutschen Soldaten-Friedhof ist nachfolgende Tafel angebracht, die auf dieses besondere Ereignis hinweist.

Inschrift

Kranzniederlegung

Diese Kranzniederlegung durch den französischen Staatspräsidenten François Mitterrand und dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl, dieser Staatsakt, war der Auftakt einer besonderen Begebenheit, die am gleichen Tage, wenige Kilometer entfernt, stattfand. Es wurde im deutschen und im französischen Fernsehen live gezeigt. Mehr darüber in meinem nächsten Blog.

consenvoye-1
Das rechte Bild zeigt den Soldaten-Friedhof mit Blickrichtung zum Eingang. Direkt vor dem Eingang verläuft die Nationalstraße D964. Links geht es Richtung Verdun. Im Hintergrund ist der Fluss Maas zu sehen.

13. Mai 2009

Amerikanischer Soldaten-Friedhof

Der 1. Weltkrieg hat vielen Soldaten das Leben gekostet. Man spricht von 10 Millionen Todesopfern und 20 Millionen Verwundeten. Die zivilen Opfer werden auf weitere 7 Millionen geschätzt. Ein großer Teil der Soldaten kam in Nord-Frankreich ums Leben, besonders betroffen war das Gebiet nördlich von Verdun. Hier wütete ein über mehrere Jahre dauernder Stellungskrieg. Die Geländegewinne waren meist nur von kurzer Dauer, bis der Gegner sie wieder zurückeroberte und seinerseits Geländegewinne machte, die ebenfalls wieder nur von kurzer Dauer waren. Es war ein ständiges Hin und Her, unter dramatischen Umständen.
Am 6. April 1917 traten die USA dem Krieg bei. Die Kämpfe nahmen an Heftigkeit und Toten zu. Allein zwischen September und November 1918 verloren über 14.000 amerikanische Soldaten ihr Leben.

Deutscher-Friedhof Wie im letzten Blog erwähnt, war der erste Soldaten-Friedhof mit Gefallenen des 1. Weltkrieges, den wir auf unserer Reise zu Gesicht bekamen, ein deutscher, am Ortseingang von Romagne-sous-Montfaucon in Lothringen. Da wir nicht alle Friedhöfe besuchen konnten, mussten wir diesen rechts liegen lassen.
Luftbild Der amerikanische Soldaten-Friedhof liegt östlich der Stadt, links und rechts einer Landstraße, die nach Cunel führt. Mit einer Fläche von 52 Hektar ist er der größte und bedeutendste amerikanische Soldaten-Friedhof in Europa. 14.246 Kriegstote fanden hier ihre letzte Ruhe. Der Friedhof liegt an der südlichen Flanke eines Hügels und ist in acht Rechtecke aufgeteilt, die mit sattem grünen Gras bedeckt sind. Der Rasen ist kurzgeschnitten und in einem tadellosem Zustand. Bei unserem Aufenthalt konnten wir feststellen, dass 15 Gärtner mit der Pflege der Anlage beschäftigt waren.

Kreuz Die aus weißem Marmor bestehenden Grabkreuze sind mit den Namen und Daten der Gefallenen beschriftet. Bei Toten mit jüdischem Glauben ist der obere Teil der Grabstele als Davidstern ausgebildet.  Bei unbekannten Toten steht als Inschrift auf dem Kreuz: HERE RESTS IN HONORED GLORY AN AMERICAN SOLDIER – KNOWN BUT TO GOD.

Kreuze Geht man durch die Grabreihen, ist man zu tiefst erschüttert, wenn man die Geburts- und Todesdaten der Gefallen liest. Fast alle sind in einem Alter von 20 – 35 Jahren umgekommen. Zu Tode gekommen für nichts! Sicher, man könnte sagen, sie haben die Freiheit verteidigt. Aber rechtfertigt die Freiheit den Tot von Millionen junger Männer?

Kapelle Am südlichen Ende des Soldaten-Friedhofes steht eine kleine Kapelle. An den Wänden der Anbauten, links und rechts der Kapelle, befinden sich große Tafeln mit den Namen aller Gefallenen.

Kapelle-1 In den USA gibt es eine eigne Regierungsbehörde, die sich ausschließlich um die Pflege und die Instandhaltung aller auf der Welt verstreuten amerikanischen Soldatenfriedhöfe und Kriegsdenkmäler kümmert. Es ist die American Battle Monuments Commission (ABMC). Diese Behörde investiert viel Geld um das Andenken ihrer im Krieg gefallenen Landsleute hoch zu halten. Ein sichtbarer Beweis dafür ist dieser Friedhof. Man mag geteilter Meinung darüber sein, ob der Aufwand zur Glorifizierung der Kriegstoten gerechtfertigt ist. Auf jeden Fall sind sie auch nach 91 Jahren unvergessen.

12. Mai 2009

Fourmies – Metz

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Am 7. Mai, zur Halbzeit unserer Nord-Frankreich-Rundfahrt, machten wir uns auf, unser nächstes Etappenziel zu erreichen. Nach Tagen “durchwachsenem Aprilwetter”, mit kühlen Temperaturen von max. 15 Grad, verließen wir Fourmies bei strahlendem Sonnenschein. Da wir etwas sehen wollten, vermieden wir die Autobahnen und fuhren auf Landstraßen süd-ostwärts Richtung Metz in Lothringen.

Fourmies-Metz

Hinter der Stadt Sedan wichen wir von der kürzesten Route ab und benutzen die Nationalstraße D 964 Richtung Verdun. Wenn sich die Möglichkeit bot, wollten wir ein oder zwei Soldaten-Friedhöfe des 1. Weltkrieges besuchen.
Rechterhand wurden wir jetzt größtenteils von dem Fluss Maas (franz. Meuse) begleitete, mit der malerischen und farbenprächtigen Natur des Frühlings. Die hügelige Gegend war durchsetzt von satten grünen Wiesen und vielen herrlich gelbfarbenden Feldern, auf denen Raps angebaut war. Hin und wieder führte der Fahrweg durch bewaldetes Gelände.
Im Ort Dun-sur-Meuse sahen wir ein Hinweisschild auf einen amerikanischen Soldaten-Friedhof. Wir folgten der Beschilderung (D 998) und erreichten nach wenigen Kilometern den Ort Romagne-sous-Montfaucon. Am Ortseingang erspähten wir einen kleinen deutschen Sodaten-Friedhof. Außerhalb des Ortes in östlicher Richtung fanden wir den amerikanischen Soldaten-Friedhof. Ein Gelände von enormen Ausmassen, über das ich in einem gesonderten Blog berichten werde.
Nach einem längeren Aufenthalt ging es über Cunel, der D 123 zurück zur Straße nach Verdun (D 964). Zwischen den Orten Consenvoye und Brabant-sur-Meuse fanden wir dann auf der linken Straßenseite einen großen deutschen Soldaten-Friedhof. Auch hierüber mehr in einem der nächsten Blogs. Nach einer knappen Stunde ging des weiter, bis wir am Ortseingang von Bras-sur-Meuse ein Hinweisschild sahen: “L’ossuaire de Douaumont” und “Fort de Douaumont”. Wir bogen ab auf die D 913, immer der Beschilderung nach. Links und rechts dieser Straße fand 1916, im 1. Weltkrieg, die “Schlacht um Verdun” statt. Das Fort de Douaumont, eine ehemals große Befestigungsanlage, wurde zwar von den Deutschen kurzzeitig eingenommen, war aber nur ein Meilenstein in einem mörderischen Krieg, bei dem Millionen Soldaten ihr Leben ließen. Ihnen zu Ehren und zwar allen gefallenen Soldaten im 1. Weltkrieg, ob namentlich bekannt oder als unbekannter Toter, wurde nach dem Krieg von den Franzosen ein Beinhaus errichtet. Auch darüber mehr in einem folgenden Blog. Nach dem Besuch des Beinhauses ging es zügig über die D 603 unserem Tagesziel entgegen.

Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Ziel, das Ibis-Hotel, im Herzen Metz, mit Blick auf die Mosel (franz. Moselle) und mit Blick auf die Kathedrale St. Etienne (Stephansdom) in der Altstadt von Metz. Eine interessante und eindrucksvolle Fahrt über 270 Kilometer bei schönsten Sommerwetter (22 Grad) war zu Ende.

10. Mai 2009

Maubeuge

Der zweite Tag unserer kleinen Nord-Frankreich-Expedition (Sie erinnern sich, ohne irgendwelche Französisch-Kenntnisse  wollten wir uns zurecht finden), begann wettermäßig, im wahrsten Sinne des Wortes, unfreundlich. Es regnete. Doch im weiteren Verlauf des Tages gab es nur noch vereinzelte Schauer. Es war kühl, um die 11 -123 Grad. Kein Wetter zum Wandern oder Spazierengehen. Also rein ins Auto, die Heizung aufgedreht, und in das 30 Kilometer nördlich von Fourmies gelegene Maubeuge gefahren.
festungseingang-maubeugesMaubeuge zählt etwa 30.000 Einwohner. Die nördliche Altstadt wird von einer mächtigen Festung geprägt, die nach dem deutsch/französischen Krieg 1871 errichtet worden ist. Der Rest der Altstadt wurde ebenfalls durch deutsche Einflüsse geprägt; 90 Prozent der Fläche wurden zu Beginn des II. Weltkrieges durch deutsche Truppen zerstört. Fast alle Gebäude sind neu gebaut und renoviert worden. Das Bild zeigt die rückwärtige Ansicht des Hauptportals der Festungsanlage.
Maubeuge kann geschichtlich, genau wie Köln, auf fast 2000 Jahre zurück blicken. Die letzten Jahrhunderte brachten der Stadt durch die Schwerindustrie einen gewissen wirtschaftlichen Wohlstand. Wechselnde Zugehörigkeiten zu unterschiedlichen europäischen Dynastien taten ihr übriges. Mehrere Rezessionen in den letzten 50 Jahren brachten einen wirtschaftlichen Abschwung.
Heute hat sich Maubeuge der Kultur und der Umwelt verschrieben. Die Stadt ist das Tor zum National Park “Parc Naturel Régional de l’Avesmois“. Die “grünen” Einflüsse haben ihr den Namen “die Stadt auf dem Lande” gegeben.
solre-le-chateau.jpgAuf der Rückfahrt nach Fourmies haben wir in Solre-la-Chateau noch einen bemerkenswerten Kirchturm gesehen. Der Turm hat sich im Laufe der Zeit leicht zur Seite geneigt. Nichts Weltbewegendes, kein Vergleich zum schiefen Turm von Pisa, aber schon vom weiten deutlich erkennbar. Die mittelalterliche Kirche ist der Paroisse Ste. Hiltrude en Avesnois gewidmet.

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9. Mai 2009

Der Friedhof von Fourmies

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Man kann viel über die Kultur und die Menschen einer Gegend lernen, wenn man ihre Kirchen und Friedhöfe besucht. Der Friedhof von Fourmies machte auf uns einen ganz besonderen Eindruck.
friedhof-fourmies.jpgNoch bevor wir ihn betraten, sahen wir auf den Gräbern ein Meer von Blumen. Zuerst dachten wir, dass die Blumen der Ausdruck eines Gedenktages in der letzten Zeit waren. grab-fourmies.jpgBei näherer Betrachtung stellten wir jedoch fest, dass es keine verwelkten Blumen gab und bei einer noch näheren Inaugenscheinnahme sahen wir, dass es sich um künstliche Blumen handelte. Auch die eigenwillige Gestaltung der Gräber war für uns neu, siehe Foto.

Am zentralen Eingang des Friedhofes standen eine Anzahl besonders auffälliger älterer Gräber im mausolinen Stil. Ein Zeichen, dass die Stadt vor 100 -150 Jahren als Textilhochburg eine wirtschaftliche Blüte durchlebte. Es gab reiche Unternehmer, die sich aufwendige Grabdenkmäler leisten konnten. Jetzt nagte der Zahn der Zeit an diesen Gräbern. Einige waren zerstört, andere durch witterungsbedingte Einflüsse arg in Mitleidenschaft gezogen. Diese Monumente spiegelten ein Bild der momentanen Situation der Stadt wieder.

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8. Mai 2009

Französische Speisekarte

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Bei der Online-Buchung unseres Ibis-Hotels in Fourmies, habe ich mir auch die Bewertungen der Gäste angesehen, die in diesem Hotel bereits einmal abgestiegen waren. Unter anderem schrieb eine Frau, dass sie für ein paar Tage nach Fourmies gekommen war, um auf den Spuren ihrer Kindheit zu wandeln. Sie war dort aufgewachsen und bereits ihre Großeltern und Eltern waren Bürger dieser Stadt. Sie berichtete über die Tristesse dieser Gegend und schrieb: “Wenn wir als junge Leute ausgehen und was erleben wollten, sind wir in das 20 Kilometer entfernte Chimay in Belgien gefahren.
chimay.jpgAn diesem Satz erinnerte ich mich, als wir am ersten Abend auf der Suche nach einem Restaurant waren. Wir fuhren also in die Innenstadt der benachbarten beligischen Stadt Chimay, die knapp 10.000 Einwohner hat, aber wesentlich mehr zu bieten hat. Der Hunger trieb uns als bald in ein Lokal an der Hauptkirche.
Nun kam das Problem: Weder die Bedienung sprach deutsch oder englisch und auch die Speisekarte gab es nur in einer französischen Fassung, der Landessprache in der Wallonie. Mein Französisch ist gleich null. Wie sollten wir uns verständigen? Wie konnten wir erkennen, welche Gerichte sich hinter den französischen Namen verbargen? Meine Frau löste das Problem auf ihre Weise. Sie bestellte ganz einfach ein Steak. Das Wort Steak wird in den meisten Sprachen dieser Welt auch so geschrieben. Ich wollte etwas  Landestypisches essen und ließ mich auf ein Abenteuer ein. Auf der Speisekarte las ich: “Roulades de cabillaud au jambon de parme et formage de chèvre“. In der Annahme, dass es sich um eine Rindsroulade nach Art des Chefs handeln würde, bestellte ich dieses 15,90 € teure Gericht. Eine Roulade wird gewickelt und so machte ich der Bedienung mit den Händen Zeichen, ob die Bestellung “gewickelt” sei. Sie war nett und bestätigte meine Zeichen mit einem Nicken. Und tatsächlich bekam ich etwas “gewickeltes“. Es war keine Rindsroulade, wie ich sie erwartet hatte, sondern Fisch, der in einem Speckmantel eingewickelt war, in einer Krabben-Sosse, die mit etwas geschmolzenem Käse unterlegt war. Dazu gab es Pommes Frites. Es schmeckte köstlich. Mein kulinarisches Abenteuer war ein Erfolg, obwohl ich etwas anderes erwartet hatte.
Ein Wort zu den Preisen: Obwohl das Fleckchen Erde um Fourmies, und Chimay eingeschlossen, eine landwirtschaftlich geprägte Gegend ist, deren Haupteinnahmequelle sicherlich nicht der Tourismus ist, waren die Preise etwa 25 Prozent höher, als die, die ich in der Kölner Bucht gewohnt bin. Z.B.: Das Steak mit der Beilage kostet in Köln ca. 12 – 13,- €. In dieser Gegend sind dafür fast 17,- € hinzulegen. Will man mehr Menschen in die südwestlichen Ausläufer der Ardennen ziehen, müssen sich zu allererst die Preise ändern, gerade in dieser, auf der ganzen Welt, wirtschaftlich angespannten Zeit.

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7. Mai 2009

Fourmies

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Wissen Sie, wer oder was Fourmies ist? Bis zum letzten Samstag war mir der Name auch gänzlich unbekannt. An diesem Samstag habe ich eine Route geplant. Ich wollte herausfinden, wie man ohne französische Sprachkenntnisse in Frankreich zurecht kommt, quasi ein Experiment. Als einwöchige Wegstrecke hatte ich dafür einen Rundkurs ausgesucht: Köln – Fourmies – Metz – Luxemburg – Köln. Alles in einem Radius von 300 Kilometer.
Die erste Station sollte es eine Stadt in Nord-Frankreich sein, die am schnellsten zu erreichen ist. Da ich Mitglied bei der Accor-Hotel Group bin, stand fest, dass ich in den Hotels dieser Gruppe absteigen würde. Die Ibis-Hotel sind fast flächendeckend über Europa verteilt. Bei der Buchung im Internet stand nur ein Ibis-Hotel in Fourmies zur Verfügung. So kam es, dass meine Wahl spontan auf diese Stadt fiel. Drei Tage und Nächte sollte wir (meine Frau und ich) dort verbringen.

Am letzten Montag war Anreisetag. Zunächst ging es über die Autobahn an Aachen vorbei, dann Richtung Lüttich, Namur und Mons in Belgien.
Eine schöne Erfindung sind die Navigationgeräte. Das zeigte mir hinter Charleroi den Abzeig nach Süden an, Richtung Fourmies. Je näher ich dieser Kleinstadt von knapp 15 Tausend Einwohnern kam, desto spärlicher wurde der Verkehr auf der Straße. Durch Straßenbauarbeiten war ich gezwungen, eine Umleitung zu fahren. Die Straßen wurden immer schmaler und Fahrzeuge waren streckenweise überhaupt nicht mehr zu sehen. Wo war ich gelandet?

Das Hotel war schnell gefunden. Für mich das kleinste Ibis-Hotel, das ich je gesehen habe und das waren nicht gerade wenige. Gerade mal 30 Zimmer. Ein rationeller Neubau aus dem Jahre 2006. Auf der einen Seite einem Wald zugewandt, auf der anderen Seite fiel der Blick auf einen See. Landschaftlich schön gelegen, aber das war auch schon der beste Eindruck am ersten Tag.
Die Stadt Fourmies hatte in den letzten Jahrhunderten bestimmt schon bessere Tage gesehen. Jetzt sieht sie heruntergekommen aus, mit vielen leeren Geschäften, vernachlässigten und verwahrlosten Gebäuden, wenige Restaurants, die auf Touristen nicht gerade einen einladenden Eindruck machten. Die Stadt macht einen Eindruck, wie die Orte in der ehemaligen DDR kurz nach der Wende 1990. Dies gilt auch für einige Orte und Dörfer, die wir in der näheren Umgebung besuchten. Kurz gesagt, eine Stadt, in der ich nicht leben möchte, mögen die Menschen, die in ihr wohnen nett, fleißig und freundlich sein.
Abends hatten meine Frau und ich vor essen zu gehen. In Fourmies waren einige Restaurants geschlossen, die anderen mieden wir aus den zuvor genannten Gründen. Wie wir dann doch noch zu unserem Nachtmahl gekommen sind, im nächsten Blog.

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30. Juni 2008

Tintagel (Cornwall)

Unser letzter Ausflug ging nach Tintagel an der Atlantkküste, bevor wir am anderen Tag Two Bridges Hotel für die Heimfahrt wieder verlassen mussten. Auch Tintagel hatten wir bereits vor 35 Jahren einmal besucht und waren sehr gespannt auf die touristischen Veränderungen. Von unserem Hotel im Dartmoor ist Tintagel etwa 40 Miles (ca. 70 KM) entfernt und wir brauchten für diese Strecke fast zwei Stunden, da fast nur enge Landstraßen zu unserem Ziel führen. Tintagel besteht aus einem kleinen Ort, mit einem vorgelagerten Fels, auf dem die Überreste von “Tintagel Castle” zu sehen sind, angeblich die Geburtstätte von König Artus, dem berühmten Ritter der Tafelrunde und aus der Geschichte um den heiligen Gral. Dieser Felsen ist nur über eine schmale Landzunge mit dem Festland verbunden und man muss über steile Treppen den Zugang erklimmen. Keine leichte Sache, wie aus dem nebenstehenden Bild zu sehen ist. Trotzdem versuchen sich auch ältere Touristen an diesem Auf- und Abstieg, obwohl sie mitunter nicht “gut zu Fuß” sind. Die “Pumpe” hat kräftig zu tun, was ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Selbst Tiere und Säuglinge werden mitgenommen. Mitunter versteht man die Unvernunft der Leute nicht. Wenn man dann die Mühsal der Kletterei überstanden hat, hat man die zweifelhafte Freude, auf der Oberfläche des Felsens Reste von Grundmauern zu bewundern. Alle akkurat hergerichtet mit vereinzelten Hinweistafeln, um auf die Historie des Ortes hinzuweisen. Man ist an der Atlantikküste, einer Steilküste, an der immer eine “steife Brise” weht. Von hier ist Nordamerika nicht mehr weit, wenn man ein guter Schwimmer ist und ein paar tausend Kilometer nichts Besonderes darstellt. Zur Landseite hin hat man einen schönen Blick über eine Schlucht auf das King Arthus Castle Hotel mit dem schönen Namen Camelot. Wer die Seeluft und einen windigen rauhen Urlaub an grandiosen Steilküsten liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Ein Drei-Sterne- Hotel als massiver Ziegelsteinklotz, mitten in die Natur gestellt. Wem das wohl eingefallen ist? Anscheinend kommt es an, denn, wie man auf der Homepage des Hotels erfahren kann, haben schon berühmte Leute der Vergangenheit ihr Haupt auf eines der Betten niedergelegt. Vielleicht ist es ja etwas für den einen oder anderen von Euch, ausführliche Informationen erfahrt ihr über die Links im Text. Der Ort Tintagel selbst ist ein Straßendorf, in den letzten Jahren mächtig für den Touristmus herausgeputzt, mit einigen Übernachtungsmöglichkeiten und vielen kleinen Restaurants. Als wir vor 35 Jahren das erste Mal hier waren, gab es dies alles nicht. Damals gab es das zuvor erwähnte Hotel und zwei Souvenier-Shops. Als ausgewiesene Attraktion gab es, wie auch heute noch, das Old Post Office aus dem 14ten Jahrhundert zu bestaunen. Es gehört in England zum nationalen Kulturerbe. Ein Kleinod, das man über die Jahre aus dem Mittelalter bewahren konnte. Am Nachmittag verließen wir den mystischen und geschichtsträchtigen Ort wieder. Wir fuhren in nördliche Richtung zu dem – hauptsächlich in England – bekannten Badeort Bude, wo wir noch etwas Spezielles zu erledigen hatten. Davon in Kürze mehr, in einem weiteren Blog.

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27. Juni 2008

Princetown (Dartmoor)

Die größte Stadt im Dartmoor dürfte Princetown sein, wenn man überhaupt von einer Stadt sprechen kann. Ich meine, es ist ein größeres Dorf, eine Siedlung mit Kirche, Friedhof und drei Pubs. Sie liegt etwa sechs Kilometer westlich unseres Hotel Two Bridges.
Princetown
ist in England besser bekannt wegen seines berühmt berüchtigten Gefängnisses. Das Gefängnis wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts gebaut, um die Kriegsgefangenen der napoleonischen Kriege und die des amerikanisch / britischen Krieges von 1812 aufzunehmen. Nach diesen Kriegen wurde es geschlossen und 1851 als ziviles Gefängnis neu eröffnet, bevor es 1917 wieder geschlossen wurde. Drei Jahre später wurde es erneut eröffnet und seitdem gehören Schwerstkriminelle und Lebenslängliche zu ihren Insassen.
Am 24. Januar 1932 kam es zur größten Revolte in diesem Gefängnis, bei der ein Gefangener von einem Wärter erschossen wurde. Der Gefangenenaufstand hat etwa zwei Stunden gedauert. Nachdem bewaffnete Verstärkung angefordert wurde, soll es kaum 15 Minuten gedauert haben, bis alles wieder unter Kontrolle war. Es gab auch mehrere Ausbrüche und Fluchtversuche. Kaum einer endete erfolgreich, dank der besonderen Lage des Gefängnisses, das eine Fluch aussichtslos machte. Dem Haupteingang zum Gefängnis schräg gegenüber befindet sich das Gefängnis- Museum, das einen vielfälltigen Querschnitt über das Leben in diesem Gefängnis wiede gibt, dazu gibt es eine Vielzahl an Exponaten zu sehen, z.B. auch Gegenstände, die Gefangene zum Schmuggeln von Kassibern verwendeten. Es ist schon erstaunlich, auf welche Ideen man kommt in der Einsamkeit seiner Zelle. Zur Zeit unseres Besuches waren im Gefängnis 631 Gefangene inhaftiert, ausgewiesen durch eine Anzeige im Museum.
Auf dem kleinen Friedhof des Ortes liegen nicht nur die Verstorbenen aus dem Ort, sondern auch die aus dem Gefängnis. Auf kleinen kubischen Steinen, mit einer Kantenlänge von ca. 20 Zentimeter, ist der Name des toten Gefangenen und das Sterbejahr dokumentiert. Von diesen Steinen waren vielleicht 30 Stück zu sehen, kein Stein stammte aus der Zeit vor 1965.

Princetown verfügt auch über eine eigene kleine Brauerei, in der das Jail Ale und das Dartmoor IPA produziert werden. Man bekommt dieses Bier im Prince of Wales Pub. Die beiden anderen Pubs heißen Railway and the Plume of Feathers. Letzteres war an zwei Abenden unseres kurzzeitigen Aufenthaltes das bevorzugte Restaurant zum Dinner. Hier gab es Gerichte aus der Gegend, also einheimische Hausmannskost. Sehr zu empfehlen! Mit vollgeschlagenem Magen machten wir uns dann auf die Heimreise, ins nahe gelegene Hotel Two Bridges.

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24. Juni 2008

Plymouth

Unsere erste Nacht im Two Bridges Hotel (siehe Beitrag) war ein Traum. Kein Wunder, wenn man (und Frau) in einem Himmelbett schläft und dann die Ruhe in der Abgeschiedenheit des Nationalparks.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, natürlich “English Breakfast”, starteten wir unseren ersten Ausflug nach Plymouth. Two Bridges sollte nur unser Standort sein, zu dem wir abends zurückkehren wollten.
Nach Plymouth waren es ca. 18 Miles (ungef. 30 KM) und nach einer langsamen Autofahrt erreichten wir 45 Minuten später unser Ziel, einen Parkplatz am westlichen Rand der Zitadelle, an der Hoe Road. Von hier hatten wir einen direkten Zugang auf die Promenade und zu den Attraktionen an der davorliegenden Klippe.

Plymouth-1

Vor fast genau 35 Jahren waren wir schon einmal hier. Die Promenade hat sich selbst nicht verändert mit dem Denkmal der gefallenen Soldaten aus zwei Weltkriegen und den davor stehenden Monumenten zweier berühmter Leute. Einer davon war Sir Francis Drake, der hier vor Plymouth die spanische Armada 1588 vernichtend geschlagen hatte.
Plymouth hat ein großes Hafengebiet und ist einer der Kriegshäfen der Royal Navy. Eine Hafenrundfahrt war deshalb unumgänglich. Sie dauerte ca. eine Stunde. Belohnt wurden wir mit einem strahlend blauen Himmel bei mäßigem Wind.
Am nordöstlichen Teil der Zitadelle schließt sich die Altstadt mit dem Yachthafen an. Dieser Teil der Stadt wird “The Barbican” genannt. Hier gibt es viele kleine Geschäfte und Restaurants, die viel besucht werden und in einem dieser Restaurants nahmen auch wir unser verspätetes Mittagessen ein, natürlich ein Fischgericht.
Einen Besuch im nahe gelegendem National Marine Aquarium mussten wir aufgeben, weil man kurz vor der Schließung um 17:30 Uhr stand. Entschädigt wurden wir von einer Handvoll Jungen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren, die sich eine Spaß daraus machten, in voller Kleidung von der Hafenkante aus ins etwa sieben bis acht Meter tiefere Hafenbecken zu springen. Beileibe nicht ungefährlich und durch Hinweisschilder auch deutlich als verboten markiert, aber so sind nun mal Jungen in der Sorglosigkeit und Risikobereitschaft ihres Alters, zumal an diesem Maitag das Wetter und die Temperaturen mitspielten.

Jumper

Im Hintergrund links ist das Natinal Marine Aquarium zu sehen. Mit diesen Eindrücken machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Two Bridges. Zurück bleiben die Erinnerungen an einen schönen Tag.

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14. Juni 2008

Two Bridges (Dartmoor)

Nach einer fast einstündigen Fahrt durch enge Straßen, flankiert von mannshohen Büschen oder brusthohen, aus kleinen Granitplatten aufgeschichteten Mauern, erreichten wir unser Ziel, mitten im englischen Nationalpark Dartmoor. Two Bridges besteht eigentlich nur aus dem gleichnamigen Hotel, unserem Ziel und ein paar in der Gegend herumstehenden Katen. Vor dem Hotel kreuzt ein kleiner Fluß die einzige befestigte Straße, der West Dart River. Über den Bach spannen sich zwei Brücken, etwa 50 Meter voneinander entfernt und aus Granit- Platten und -Blöcken erbaut. Sie dürften einige hundert Jahre auf den Buckel haben. Links und rechts vom Bach eine Hügellandschaft aus brachliegenden Feldern, Wiesen mit Schafen und Landstriche mit moosbewachsenen Granitebenen. Keine Gegend für Jux und Spaß, ganz im Gegenteil, hier findet man Ruhe und Erholung. Die Landschaft lädt zu ausgedehnten Wanderungen und Spaziergängen ein. Natur pur, in der man die Seele “baumeln” lassen kann.
Das Hotel “Two Bridges” war unser Domizil für vier Tage. Es wurde 1794 erbaut und hat seinen eigentümlichen englischen Charme bis heute erhalten. Heute gehört es zu Gruppe der “Warm Welcome” Hotels. Es ist hat einen großen Tagungsraum, dessen Vermietung und die Unterbringung der Tagungsgäste, die Haupteinnahmequelle sein dürfte. Die Lobby und die davor befindliche Kaminecke, aber auch die Bar strahlten etwas aus, was wir Continental Europäer als “typisch englisch” bezeichnen würden. In der gediegenen Einrichtung war man Teil des viktorianischen Zeitalters. Man konnte die Gegenwart vergessen.
Natürlich wurde im Restaurant des Hotels auch ein “English Breakfast” serviert. Hätte es gefehlt, wäre es ein echter Stilbruch. Eine Besonderheit dieses Hotels sind die Suiten mit Himmelbett. Wir
hatten die “Bridal Suite“. Auch wenn wir die “Silberne Hochzeit” schon weit
hinter uns gelassen haben und mit strammen Schritten auf die “Goldene
Hochzeit” zusteuern, war es doch schön in Nostalgie zu schwelgen.
Obwohl das Hotel nur mit drei Sternen ausgezeichnet ist, würde ich es jederzeit meinen Freunden empfehlen, die auf Ruhe und Erholung Wert legen.

10. Juni 2008

Tea Time

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Nach dem Besuch der “großen Steine“, auch Stonehenge genannt, ging es weiter auf der A303 nach Exeter und von dort auf der A38 nach Ashburton, am südlichen Rand des Dartmoor. Hier haben wir die Schnellstraße verlassen, weil wir uns orientieren wollten. Unsere englischen Freunde übernahmen, aus naheliegenden Gründen, die Suche nach einem Hotel. Im Tourist Office von Ashburton wurde uns ein Hotel mitten im Dartmoor angeboten, das Hotel “Two Bridges“. Es wurde dort angerufen und tatsächlich stellte sich heraus, dass noch Zimmer frei wären.
Wie mir mein englischer Freund später mitteilte und diese Worte hörte ich schon, als er mit dem Hotel telefonierte, sind die “Sesam öffne Dich“- Worte für einen speziellen Preis die Worte “sharpe the pencil“. Ich hatte das Gefühl, dass nicht allein diese Worte den Ausschlag für den halben offiziellen Preis gaben, sondern auch der Umstand, dass er Engländer ist und kein Tourist “from the continent“. Wie auch immer, bei diesem Preis wurde zugesagt.
Weil es “Tea Time” war, erkundigte sich mein Freund beim Tourist Manager nach einem Cafe in Ashbuton. Stellt Euch vor, auch hier konnte er uns eins empfehlen. An der Hauptstraße im Ort, in einem von außen nicht erkennbaren Café (einzig ein kleines Schild wies darauf hin), kamen wir durch einen Flur in das Café, wenn man es überhaupt, nach deutschem Standard, so bezeichnen kann. Nur wenige Tische und Stühle, aber urgemütlich und englische Atmosphäre. Da es ziemlich warm war, bevorzugten wir den Garten auf der Rückseite des Hauses.
Auf Empfehlung der Hausdame bestellten wir alle Vier “Cream Tea“. Was wir dann bekamen, hatte ich trotz meiner vielen Reisen nach England noch nie zuvor bekommen, ein Gedicht, ein Traum, ein Genuss von einem “Cream Tea“. Weil nun mal Tee dazu gehört, wurde dieser mit drei verschiedenen Sorten Zucker serviert, dazu “Cream“, keine Sahne, sah zwar so aus – aber geschmacklich viel besser – dickflüssiger und geschmackvoller, dazu “Cake“, ein kleiner Kuchen für eine Person mit eingeschlossenen Rosinen, dazu eine Erdbeermarmelade und noch eine Marmelade, deren Konsistenz ich nicht herausfand. Ich war “im siebten Himmel” der Gaumenfreude. Unbeschreiblich, man muss es selbst gekostet haben, um die Sinnlichkeit und den Genuss dieser Speise verstehen zu können. Jetzt verstehe ich die Engländer, wenn sie so verbissen auf ihrem “Cream Tea” bestehen.
Auf unsere Frage, wie lange man nach “Two Bridges” bräuchte, wurden uns 10 – 15 Autominuten in Aussicht gestellt. Um es kurz zu machen, die Fahrt dauerte fast eine Stunde, was auch gar nicht schneller ging, angesichts der engen Sträßchen im Dartmoor, die links und rechts von mannshohen Büschen begrenzt wurden.

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8. Juni 2008

Stonehenge

Einsortiert unter: Reisen — riwer @ 14:11
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Am Morgen des Pfingst-Montags machten wir uns auf die gemeinsame Kurz-Urlaubsreise in den südwestlichen Teil von England. Von London kommend ging es zunächst westwärts auf der A303 Richtung Salisbury. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, eine der größten Sehenswürdigkeiten Englands zu besuchen. Stonehenge liegt etwa 13 Kilometer nördlich von Salisbury, in der Nähe des kleinen Örtchens Amesbury und war somit kein nennenswerter Umweg.

Wenn man es ganz nüchtern betrachtet und nur die Gegend beschreiben will, dann kann man sich damit begnügen, dass dort, auf einem der vielen Felder, ein paar große Steine herumliegen.

Mit viel Phantasie kann man erkennen, dass die Steine in konzentrischen Kreisen angeordnet sind. Beeindruckend ist die Größe dieser Steine und dass sie von Menschenhand hierher gebracht worden sind, vermutet man, weil es sonst nirgends etwas Vergleichbares in der näheren Umgebung gibt. Soweit die pragmatische Betrachtungsweise. Wer an näheren Informationen über Stonehenge interessiert ist, der folge bitte dem Link.
Nun wird seit einiger Zeit die Besichtigung dieser Steine kommerziell ausgebeutet. Die Steine sind abgeriegelt, d.h., man kommt gar nicht an sie heran.

Aus sicherer Entfernung (ca. 20 – 30 Meter) können die Besucher die Steine aus der nötigen Distanz betrachten. Sonst gibt es dort nichts zu sehen, vielleicht abgesehen von einem kleinen Museum über die geschichtliche Entwicklung dieser Anlage. Das Betrachten aus der Entfernung muss teuer bezahlt werden. Für einen Erwachsenen werden ungefähr 10 Euro verlangt. Meiner kleinen Gruppe war dies zu teuer und wir begnügten uns damit, die Steine von der Strasse aus zu betrachten (siehe Foto), von der aus man einen ebenso guten Blick hatte.

Während unserer ca. 30-minütigen Verweildauer wurde der Parkplatz der Anlage an diesem Pfingst-Montag- Morgen von ca. 20 Pkw´s und 12 Bussen angesteuert. Acht Busse kamen aus Deutschland. Stonehenge war fest “in deutscher Hand“. Ich kam mir vor, als wäre ich auf einem Aussichtspunkt irgendwo in der Lüneburger Heide.

6. Juni 2008

Internet in England

Meinen ASUS Eee-PC hatte ich mir Ende Januar gekauft, um auch auf meinen Reisen nicht auf das Internet verzichten zu müssen. Vor der Reise nach England wurden vielfältige Informationen eingeholt, wo in den von mir anzusteuernden Orten ein Hotspot verfügbar ist.
In den ersten vier Tagen waren wir bei Freunden. Ein schneller Check zeigte mir, dass eine ganze Anzahl privater WLAN´s in der Nachbarschaft betrieben wurden, aber kein öffentlicher. Zudem waren die Privaten bis auf Einen, alle verschlüsselt. Der “freie” Zugang kam zwar empfangsmäßig schwach an, konnte bei meinem kurzen Test aber mit einer guten Geschwindigkeit aufwarten. Ich berichtete meinen Freunden davon, die waren aber alles andere als begeistert. Ich konnte mir Sätze anhören wie: “Nein, lass´ das lieber, wir sind hier wie auf einem Dorf, wenn das raus kommt, dass Du hier bei einem mitsurft … “usw. Natürlich ist mir bekannt, und das gilt nicht nur in Deutschland, dass das Nutzen eines privaten WLAN´s, auch wenn es unverschlüsselt ist, eine illegale Handlung darstellt.
Ich trug den Befürchtungen meiner Freunde Rechnung und unterließ diesbezügliche Verbindungen über ein fremdes LAN. Meine Freunde haben zwar auch einen Rechner und Internetzugang, nur war deren Rechner noch delikater. Als Stadtverordnete besitzt meine Freundin einen städtischen Rechner, der über das kommunale Netz mit dem Internet verbunden ist. Sie bot mir zwar die Nutzung des Rechners an, doch hier hatte ich jetzt meine Bedenken, im Bezug auf “Big Brother is watching you“. Wer würde alles mitlesen? Werden meine Eingaben gespeichert, vielleicht sogar ausgewertet. Welche Konsequenzen hätte meine Mitbenutzung für meine Freundin?
Die ersten zwei Tage ließ ich meine Finger von dem Rechner. Doch dann wurde meine Neugier zu groß, zumal am Pfingstsonntag das Entscheidungsspiel zum Aufstieg in die Bundesliga anstand, zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Mainz 05. Dieses Spiel wollte und habe ich dann über den Live-Ticker des Kölner Stadtanzeigers mitverfolgt. Das Ergebnis ist bekannt: Köln gewann gegen Mainz mit 2:0 und konnte als Drittplatzierter der 2. Bundesliga in die Spitzenklasse aufsteigen. Mein Verhältnis mit dem FC war wieder in Ordnung, dank deren Leistung gegen Hoffenheim und Mainz und ich werde in der kommenden Fußball-Saison wieder begeisterter Fan des FC´s sein.
Am Pfingstmontag traten wir mit unseren Freunden den zweiten Teil unserer Englandreise an (die nächsten Blogs werden davon erzahlen). Es ging in die südwestliche Ecke Englands, genauer gesagt nach Dartmoor. Mitten im Dartmoor hatten wir unser Hotel und weil es so einsam war, hatten die auch keinen Internet-Zugang. Wieder keine Gelegenheit, meine E-Mails zu checken oder im Internet zu surfen. Um ehrlich zu sein, bereut habe ich es nicht, vielleicht war es auch besser so.
Für mich sollte ein Internet-Zugang aber noch einmal wichtig werden. Da ich nicht wusste, wie lange wir in England bleiben würden, hatte ich nur die Fähre für die Hinreise gebucht. Als sich jetzt unser voraussichtlicher Rückreisetag abzeichnete, brauchte ich wieder einen Internet-Zugang um das Rückreiseticket für die Fähre zu buchen, immerhin konnte man bei einer Online-Buchung fast 60,- Euro sparen. Über die Umstände, die es ermöglichten, online zu buchen, werde ich in einem der nächsten Blogs berichten.

2. Juni 2008

Windsor Great Park

Einsortiert unter: Reisen — riwer @ 13:46
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Das Schloss der Königlichen Familie, Windsor Castle und über die Themse hinweg die Eliteschmiede Eton, waren mir schon von früheren Besuchen recht gut bekannt. Südlich von Schloss Windsor schließt sich der Windsor Great Park an, das Ziel unseres Besuches. Ein riesiges Gelände mit viel Wald, Grünflächen und Blumenanlagen. Das Befahren der Wege und Alleen mit dem Auto ist eigentlich nur authorisiertem Personal und genehmigten Besuchern gestattet. Wir hatten das Glück das Auto benutzen zu können. Bei den langen Wegen hätte ich auch abgewunken. Nicht weit von London ist hier über die Jahrhunderte ein Park entstanden, der seinesgleichen sucht, wenn, ja wenn der Mensch hier nicht zu sehr in die Natur eingegriffen hätte.
Besonders deutlich wird dies an den Polo-Plätzen im Süden des Parks. Ohnehin ein Sport für die Reichen und Royalties, und  will man auch unter sich bleiben. Wir besuchten den Teil dieses Parkes an einem Freitag Nachmittag. Weit und breit kein Mensch zu sehen. Nur hier und da war ein Reiter mit einem Pferd unterwegs, auf den riesigen weiten Grünflächen, die akkurat gemäht und gepflegt sind.
Der größte grüne Platz, in der Nähe zu Virgina Water, ist der eigentliche Polo-Tunierplatz. Eine Tafel am Spielfeldrand zeigt an, dass hier gegen 15:30 Uhr ein Spiel stattfindet. Dahinter unter schattigen Baumreihen ca. 30 Pferde, die von jungen Mädchen und kleinwüchsigen, argentinischen Jockies betreut werden. Dazwischen die Eigner der Pferde, die ab und zu ein Pferd einritten. Das Polo-Spiel selbst und die Regeln kann ich hier nicht erklären, weil sie mir selber fremd sind. Zuschauer? Außer uns Vieren und vielleicht noch zwei bis drei anderen Personen Fehlanzeige, obwohl ich nicht weiß, ob die nicht auch noch zu den jeweiligen Teams gehörten. Man bleibt unter sich, hatte ich den Eindruck. An Zuschauern war man nicht interessiert oder das Spiel war zu uninteressant um Fremde zu begeistern. Vielleicht ist deshalb das Polo so unpopulär. Wir haben uns auch nicht lange aufgehalten, vielleicht eine halbe Stunde. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel. Ca. 30 Grad und kein Schatten.

Royal Holloway

Brooklands Museum war ja recht schön, vor allem das Innere der Concorde und die Informationen per Schautafel und vom Video. Am zweiten Tag unseres Besuches in England wurde Royal Holloway besucht, ein Gebäude aus dem viktorianischen Zeitalter, dessen Baustil heute einen ganz besonderen Reiz ausstrahlt. Heute ist es ein Teil der Universität von London mit umfangreichen Außenanlagen, mitten im Grünen. Ein Geschenk, dass ein gewisser Holloway im 19. Jahrhundert seiner Queen Viktoria machte.
Thomas Holloway (1800-1883) war ein sehr erfolgreicher selfmade-Geschäftsmann. Von einem italienischen Partner hatte er die Idee, eine Salbe für alle möglichen Wehwehchen herzustellen, später dann auch – und das war neu – als Pille. Sein Erfolg war nicht zuletzt der Werbung in den Printmedien zu verdanken. Beträchtliche Summen aus den Erlösen seiner Produkte investierte er in die Werbung. Das machte ihn zum Multi-Millionär und mit den Jahren zu einem der reichsten Männer Großbritanniens.
Er erbaute das Holloway Sanatorium in Virginia Water und das Royal Holloway College. Beide Gebäude vermachte er dem Staat, als “Geschenk an die Nation“. Das College ist heute ein Teil der Royal University of London.

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