R I W E R – Blog eines Seniors

8. Juni 2009

Abzocke auf Webseiten

Obwohl in den einschlägigen Medien immer wieder vor unseriösen Webseiten-Anbietern gewarnt wird, gibt es immer noch Ahnungslose, die diesen Abzockern auf den Leim gehen. Manchmal reicht ein schnelles Drücken mit der Maustaste und schon flattert eine E-Mail oder ein Brief ins Haus, mit beigefügter Rechnung über ein Abo, ohne das Sie ein Abo abschließen wollten.
Ob Sie und wie Sie auf die Rechnung reagieren liegt an Ihrem Einfallsreichtum. Sollten Sie nicht reagieren, werden Sie auf jeden Fall bei einem amtlichen Mahnschreiben aktiv und widersprechen Sie diesem innerhalb 14 Tagen, um eventuellen weiteren Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen. Sollte es dann zu einer Klage kommen, liegt die Beweispflicht beim Rechnungssteller.

Nachstehend finden Sie eine Liste von den zehn unangenehmsten Abzockern dieser Zunft. Als Alternative dazu rechts die wirklich kostenlosen Links.

Vorsicht Abzocke!

Sichere Alternativen

http://www.genealogie.de
Geboten wird eine Namens- und Ahnenfor-
schung. Der Zugang kostet jedoch
60 Euro.
www.verwandt.de
Erstellen Sie kostenlos einen Stammbaum und
laden Sie Verwandte zum Mithelfen ein.
http://www.nimimit.de
Von wegen sparen: Die Anmeldung bei dieser
Mitfahrzentrale verschlingt
227,70 Euro.
www.mitfahrgelegenheit.de
Dieser Dienst vermittelt kostenlose Mitfahrge-
legenheiten in Deutschland und Europa.
http://www.routenplaner-server.com
Für die Nutzung des Routenplaners soll man
ein Nutzungsentgelt von
59,95 Euro zahlen.
http://maps.google.de
Googles Routenplaner ist schnell, unkompli-
ziert und vor allem kostenlos.
http://www.lyrics-finden.com
Für das Anzeigen von Songtexten werden hier
satte
59,95 Euro berechnet.
www.golyr.de
Hier gibt es dagegen 450.000 Songtexte und
Übersetzungen für lau.
http://www.opendownload.de
Software zum Herunterladen – allerdings nur
gegen eine Jahresgebühr von
96 Euro.
http://downloads.magnus.de
in diesem Download-Bereich bekommen Sie
Software kostenlos und virengeprüft.
http://www.lehrstellen-check.com
Statt der erhofften Lehrstelle, gibt es hier nur
eine saftige Rechnung.
www.azubiport.de
Diese Seite vermittelt bundesweit Lehrstellen
und Ausbildungsplätze.
http://www.rezepte.ideen.de
Die zahlreichen Kochrezepte schlagen hier mit
84 Euro jährlich schwer auf den Magen.
www.lecker.de
Viele Kochrezepte, ein übersichtliches Register:
bei lecker.de schmeckt es besser.
http://www.sprit-billiger.net
Anstelle von günstigen Tankstellen bekommt
man hier eine Rechnung über
90 Euro.
www.clever-tanken.de
Hier spüren Sie die günstigsten Tankstellen in
Ihrer Nähe schnell auf.
http://www.wie-schlau-bist-du.de
Diesen Intelligenztest zu nutzen ist nicht
schlau, immerhin kostet er satte
70 Euro.
www.iqout.com
Schlichte Aufmachung, dafür ist dieser IQ-Test
komplett kostenlos.
http://www.esims.de
96 Euro Gebühr für monatlich 111 SMS.
www.sms-power.eu
Täglich bis zu fünf SMS gratis verschicken.

6. Juni 2009

Schädigt schwaches Licht die Augen?

lesen mit taschenlampe Als Kind habe ich schon mal mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen. Meistens Literatur oder Comics, die meine Eltern verboten hatten oder von denen ich zumindest annahm, dass sie es nicht gutheißen würden. Wurde ich von meinen Eltern dabei ertappt, ging es nicht unbedingt darum was ich las, viel mehr hieß es: “Du verdirbst Dir noch die Augen”. Deshalb die Frage: Schadet Lesen bei dämmeriger Beleuchtung den Augen?

Christoph Drösser – “Die Zeit” antwortet:

Reden wir erst einmal vom schwachen Licht. Alle medizinischen Ratgeber behaupten, die Warnung unserer Mütter und Väter (“Kind, lies doch nicht bei diesem Schummerlicht, du verdirbst dir ja die Augen!”) sei unberechtigt. Zwar könne Lesen bei schlechter Beleuchtung zu Augenbrennen, Ermüdung und Kopfschmerzen führen – eine dauerhafte Schädigung der Augen sei jedoch ausgeschlossen. Nur eine Überdosis Licht könne gefährlich sein, zuwenig Licht niemals.

Aber hat das jemals jemand überprüft? Und wie überprüft man das? Man kann natürlich Fehlsichtige reiferen Alters befragen, ob sie in ihrer Kindheit viel mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen haben – sehr objektiv ist das allerdings nicht. Privatdozent Frank Schaeffel, Neuroophthalmologe an der Tübinger Uniklinik, ging einen anderen Weg: Er stellte Versuche mit Hühnern an. Die können bekanntlich nicht lesen, doch kann man studieren, ob ihre Augen schlechter werden, wenn sie längere Zeit in ständigem Dämmerlicht leben müssen. Und siehe da: “Geringe Helligkeit des Bildes auf der Netzhaut in Zusammenhang mit geringem Bildkontrast führen im Tiermodell des Huhns zu Kurzsichtigkeit.” Für diese Forschungen erhielt Schaeffel 1996 sogar den mit 250 000 Mark dotierten Max-Planck-Forschungspreis.

Es ist also Zeit für eine Entschuldigung bei allen Eltern, über deren Alltagsweisheiten schon gespöttelt wurde. Diesmal, liebe Eltern, seid ihr im Recht! Und durch die Forschungsergebnisse, die an Schaeffels Hühnern gewonnen wurden, läßt sich vielleicht endlich auch erklären, warum so viele Intellektuelle eine Brille tragen: Sie haben als Kinder einfach zuviel unter der Bettdecke gelesen.

27. Mai 2009

Adenauers Erfindungen

Filed under: Schon gewusst? — riwer @ 7:00
Tags: , ,

Konrad-Adenauer Das Konrad Adenauer von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler der neuen Bundesrepublik Deutschland war, ist allgemein bekannt. Dass er aber auch ein Erfinder war, wissen nur wenige. In der Politik war er wesentlich erfolgreicher.

Rund 40 Erfindungen hat er im Laufe seines Lebens gemacht. Seine Erfindungen kamen bei der” “breiten Masse” nicht so an. Er war handwerklich geschickt und praktisch veranlagt. Er wollte das Leben einfacher machen, auch wenn die Erfindungen manchmal recht seltsam anmuten.

Schreibmaschine mit daumengerecht geformten, teelöffelartigen Tasten zum Ziehen statt zum Drücken

Luftfederung für Automobile

Mehrzweck-Gartengerät Mehrzweck-Gartengerät
Mit einem Hammerkopf am unteren Ende des Rechens sollten größere Erdbrocken zerkleinert werden.

„Vorrichtung  zur Verhinderung des Überfahrenwerdens durch Straßenbahnen“ (vorgeschaltete rotierende Walze zum Beiseitefegen von Fußgängern)

Heizbare Kaffeekanne

Schutzvorrichtung gegen Zugluft in Automobilen (eingebaut in Adenauers Kanzler-Mercedes, ausgestellt im Bonner „Haus der Geschichte“)

Schlauchmundstück für Garten-Wasserschläuche (Handhebel als Wasser-Stopper)

Lampe mit Zeitschalter Zeitschaltuhr für Bettleuchte zum Stromsparen
Konrad Adenauer schlief beim Lesen oft ein. Deshalb entwickelte er eine Lampe mit Zeitschalter.

„Reaktionsdampfmaschine“: Dampfrückstoß-Antrieb für Lokomotiven, vom Kaiserlichen Patentamt als physikalisch unmöglich erachtet („Perpetuum mobile“), 1903-1904

„Vorrichtung zur Verhütung der Staubentwicklung durch Automobile“: Stromlinien-Heckteil zum Vermeiden von Staubwirbeln, 1904-1905

„Verbesserter Zylinder für durch Dampf usw. betriebene Fahrzeuge“, 1904 / 1936-1942

Notzeit-Brot„Verfahren zur Herstellung eines dem rheinischen Schwarzbrot ähnelnden Schrotbrotes“, Patent 1915 (zusammen mit den Kölner Brotfabrikanten Jean und Josef Oebel): 40 Gewichtsprozente gedörrtes Maismehl, 35 Prozent Gerstenmehl, je 10 Prozent Reismehl und Kleie, 5 Prozent Dextrin sowie Gewürze

Insektentöter „Verfahren zur Bekämpfung von Schädlingen in Pflanzen, Holz, Webstoffen und dergleichen“, 1935-1943: elektrischer Insektentöter (Kleisterpinsel), gefährlich für Anwender und schützenswerte Pflanzen oder Stoffe

Blendschutz für Windschutzscheiben, 1936-1938

Blendschutzbrille zum Aufsetzen, 1936-1938

„Einrichtung zur Ausbesserung von Geweben“, 1938: Stopfei mit Innenbeleuchtung

Gießkanne Brausekopf für Gießkannen mit abklappbarem Deckel, 1938
Schwappschutz: Damit Wasser beim Transport nicht aus der Gießkanne herausspritzt, hat diese Kanne einen Deckel am Ausguss.

Gießkanne mit Schlauch als Ausguss (zum zielgenauen, wassersparenden Bewässern)

Brotröster Verbesserung des elektrischen Brotrösters (mit Sichtscheibe, innerem Spiegel und Innenbeleuchtung zum Erkennen des optimalen Röstgrades der Toastschnitte)
Adenauers Ansicht nach sollten eine Scheibe und ein Spiegel dazu dienen, den optimalen Röstzeitpunkt von Toast besser erkennen zu können.

Kölner Wurst, (während des 1. Weltkrieges) ganz ohne Fleisch, dafür mit Soja. Hierfür bekam er in England ein Patent.

6. Mai 2009

Rabeneltern

Filed under: Schon gewusst? — riwer @ 9:00
Tags: , ,

Zwei Raben Wenn Eltern ihr Kind oder ihre Kinder vernachlässigen spricht man von Rabeneltern, sprich: Sie sind schlechte Eltern. Die Redensart geht auf die Beobachtung zurück, dass junge Raben (ähnlich wie junge Stare) nach dem Verlassen des Nestes am Boden sehr unbeholfen erscheinen und als “zu früh” sich selbst überlassen beurteilt wurden. Stimmt es also, dass Raben wirklich so schlechte Eltern sind?

Christoph Drösser – “Die Zeit” antwortet:

»Wer bereitet dem Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und fliegen irre, weil sie nicht zu essen haben?«, heißt es im Buch Hiob der Bibel, und dies mag zum schlechten Ruf  der Rabenvögel beigetragen haben. Raben haben auch sonst nicht das beste Image, man sagt ihnen nach, Lämmer und andere kleine Tiere zu reißen und überhaupt Unglück zu bringen.

Als »Rabeneltern« bezeichnen wir Väter und Mütter, die sich nicht genügend um ihre Kinder kümmern. Gerade das aber kann man den Raben nicht vorwerfen. Im Gegenteil, sie pflegen ihre Brut aufopferungsvoll und mit Inbrunst. Die nackten und blinden Jungen werden liebevoll gefüttert, auch den Kot der Kleinen entsorgen die Rabeneltern. Nach sechs Wochen heißt es dann allerdings: Raus aus dem Nest, und dann kann man tatsächlich schon einmal ein Rabenjunges sehen, das noch nicht fliegen kann und scheinbar einsam und vernachlässigt am Boden sitzt. Die Eltern sind aber auch dann nicht weit, beobachten und beschützen den Nachwuchs, und anders als die Bibel behauptet, helfen die Altvögel auch weiterhin bei der Nahrungssuche.

Die Rabeneltern verhalten sich also entsprechend einem aufgeklärten Erziehungsideal geradezu vorbildlich: Sie bieten viel Nestwärme, halten ihre Jungen aber auch zu früher Selbstständigkeit an, ohne sie dabei aus den Augen zu verlieren. Daran können sich viele Menscheneltern durchaus ein Beispiel nehmen.

8. April 2009

Wann lebte die Urmutter?

Filed under: Schon gewusst? — riwer @ 17:00
Tags: , , , ,

eva Durch die DNA-Bestimmung ist es möglich, das Erbgut weit zurück zu bestimmen. Dementsprechend müsste es möglich sein, die Person zu bestimmen, die am Anfang einer Ahnenreihe stand. Stimmt es also, dass sich alle Menschen auf eine Urmutter zurückführen lassen?

Christoph Drösser – “Die Zeit” antwortet:

Alle Menschen sind miteinander verwandt, und das bedeutet, dass sie gemeinsame Vorfahren haben müssen. Fragt sich nur: Wann lebten die letzten Vorfahren aller heutigen Menschen? Und gab es ein Urpaar, wie es in der Bibel steht?

Der Fragesteller hat wahrscheinlich von der sogenannten Mitochondrialen Eva gehört. Während sich bei der Verschmelzung von Ei und Samenzelle mütterliches und väterliches Erbgut vermischen und jeder Zellkern diese Mischung enthält, bekommen wir die DNA der Mitochondrien, der »Kraftwerke« der Zellen, ausschließlich von der Mutter. In der mütterlichen Linie bleibt diese DNA also fast komplett erhalten, sie ist nur zufälligen Mutationen unterworfen. Weil man die Mutationsraten und die Variation unter heutigen Menschen kennt, kann man mit statistischen Methoden ausrechnen, wann die Mutter aller Mütter gelebt hat. Ergebnis: vor etwa 150.000 Jahren. Eine ähnliche Untersuchung gibt es für den »Adam«, der sein Y-Chromosom über die männliche Linie an alle heute lebenden Männer weitergegeben hat – er lebte vor rund 50.000 Jahren.

»Adam« und »Eva« hatten also nichts miteinander zu tun, sie lebten auch nicht allein auf der Erde, sondern hatten viele menschliche Zeitgenossen, nur starb deren entsprechende Linie eben aus. Und beschränkt man sich nicht auf die rein mütterliche oder väterliche Linie, dann kommt man zu einem frappierenden Ergebnis: In Nature wurde 2004 eine Studie veröffentlicht, nach der der jüngste gemeinsame Vorfahre aller heutigen Menschen vor nur 3000 Jahren gelebt hat. Beschränkt man sich auf Europa, so gehen die Forscher von einem Ahnen um das Jahr 1000 nach Christus aus. Jeder von uns ist wahrscheinlich ein Urururenkel von Karl dem Großen, Konfuzius und den ägyptischen Pharaonen.

2. April 2009

April – April

1-AprilaprilWurde Ihnen gestern auch ein April – April zugerufen? Sind Sie in den April geschickt worden? Fanden Sie es lustig oder haben Sie sich geärgert? Woher stammt eigentlich dieser Brauch und was hat es mit ihm auf sich? Vielleicht gibt Ihnen folgender Beitrag eine Erklärung:

Lügen haben kurze Beine, sagt der Volksmund; Lügen ist eine Sünde, sagt die Kirche. Doch wir alle wissen: Auch ein ehrlicher Mensch lügt jeden Tag – etwa um Peinlichkeiten zu umspielen oder um harte Wahrheiten abzumildern. Notlügen sind das Schmiermittel für ein friedliches Zusammenleben. Vielleicht gönnen wir deshalb der offiziell verpönten Unwahrheit einmal im Jahr einen glänzenden Auftritt: Am 1. April darf gelogen werden, dass sich die Balken biegen. Auch an dieser Stelle wurde anlässlich dieses Datums schon so mancher Aprilscherz verzapft. Da hat etwa Karl Marx unter dem Pseudonym Karl May den Winnetou erfunden. Oder Theodor Erhard, Vater von Kanzler Ludwig und Komiker Heinz, erfährt im Stichtag endlich die ihm gebührende Ehrung.

Wer wen wann zum allerersten Mal in den April geschickt hat, darüber liegen genaue Aufzeichnungen vor. Glauben Sie nicht? Zugegeben, das war eindeutig geschwindelt. “Wie bei vielen Kulturphänomenen gibt es auch zum 1. April eine Fülle von Ansätzen über Erstnennungen”, erklärt Gunther Hirschfelder, seines Zeichens Dozent für Volkskunde in Bonn. Manche vermuten, der Brauch gehe schon auf die alten Römer zurück. Die sollen am 1. April zu Ehren der Venus rauschende Feste gefeiert haben, derbe Scherze inklusive. Die meisten Erklärungsansätze verweisen aber ins 16. Jahrhundert. So könnte der Augsburger Reichstag von 1530 verantwortlich sein, der eine Reform des Münzwesens zum 1. April beschließt, den Termin dann aber kurzfristig wieder vertagt. Die so genarrten Spekulanten ernten in der Bevölkerung nur Hohn und Spott.

Die plausibelste Erklärung zur Entstehung des europaweit verbreiteten Aprilscherzes orten Hirschfelder und andere Brauchtumsexperten allerdings vor 445 Jahren in Frankreich. 1564, also 18 Jahre vor der von Papst Gregor XIII. dekretierten und bis heute gültigen Kalenderreform, verlegt König Karl IX. das Neujahrsfest eigenmächtig vom 1. April auf den 1. Januar. Eine Neuerung, die allerdings wegen noch wenig ausgebildeter Nachrichtentechnik nur mangelhaft Verbreitung findet. Das daraufhin unweigerlich eintretende Kalenderchaos nutzen Scherzbolde, die trotzdem von der Reform erfahren haben, auf ihre Weise: Sie schicken die Unwissenden in den April, also ins Neue Jahr, das eigentlich schon das alte ist. Im Lauf der Zeit, so Hirschfelder, reift dieses Muster zum jährlichen Lügen-Schabernack, mit dem man gutgläubige Freunde, Verwandte oder Nachbarn verulkt. Im Zeitalter moderner Kommunikationsmittel ist diese über Jahrhunderte tradierte, persönliche Form des Aprilscherzes eher selten geworden. Das Veräppeln zum 1. April erledigen heute stellvertretend Zeitung, Fernsehen und Internet – und ganzjährig all jene TV-Formate, die ihren Opfern mit versteckter Kamera auflauern.

27. März 2009

Mehr Jungen oder mehr Mädchen?

Junge-Mädchen Was glauben Sie, gibt es mehr Jungen oder mehr Mädchen? Die Frage ist durchaus berechtigt. In den beiden großen Kriegen des letzten Jahrhunderts, aber auch in den Kriegen der Jahrhunderte davor, sind Millionen von Soldaten getötet worden. Nach diesen Kriegen war der weibliche Bevölkerungsanteil immer größer, als der männliche Anteil. Trotzdem ist das Verhältnis von Jungen und Mädchen auf dieser Welt fast gleich. Da fragt man sich: Stimmt es, dass nach einem Krieg mehr Jungen als Mädchen geboren werden?

Christoph Drösser – “Die Zeit” antwortet:

In Friedenszeiten kommen auf 100 neugeborene Mädchen etwa 105 Jungen. Die Sterblichkeit unter Jungen ist größer, und offenbar wird da vorausschauend ein Überschuss produziert. Nach Kriegen steigt diese Überproduktion, das zeigt zumindest die deutsche Geburtenstatistik: Nach dem Ersten Weltkrieg wurden plötzlich 108 Jungen pro 100 Mädchen geboren, der Überschuss ging dann bis 1939 langsam wieder zurück, um 1946 wieder auf 108 zu steigen. Erst 1960 lag die Zahl wieder unter 106. Derselbe Effekt ist auch in den Statistiken Großbritanniens, Belgiens, Irlands und Frankreichs zu beobachten.

Im Krieg sterben mehr Männer als Frauen, deshalb ist dieser Ausgleich durchaus sinnvoll. Aber wie macht »die Natur« das? Das Geschlecht eines Kindes wird ausschließlich durch den väterlichen Samen bestimmt, der entscheidet, ob sich zum X-Chromosom der Frau ein zweites X gesellt oder ein Y. Bisherige Erklärungen für den Nachkriegseffekt waren etwas windig, etwa die Vermutung, heimkehrende Soldaten hätten besonders viel Sex mit ihren Frauen. Daher sei die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Befruchtung früher im Menstruationszyklus der Frau stattfinde, und da hätten die männlichen Spermien bessere Chancen.

Nun kommt der Doktorand Corry Gellatly von der Universität in Newcastle mit einer neuen Erklärung (veröffentlicht im Dezember in der Zeitschrift Evolutionary Biology): Er weist zunächst einmal anhand von Stammbäumen nach, dass manche Männer eher Söhne zeugen und manche eher Töchter und dass dies offenbar erblich ist. Und dann argumentiert er: Wenn man jeder Familie im Krieg einen Sohn wegnimmt, dann haben Männer mit vielen Brüdern eine höhere Überlebenschance – entsprechend werden in der nächsten Generation mehr Jungen geboren.

14. März 2009

Täglich 3l Wasser?

trinkenGerade an warmen Tagen sieht man viele Menschen eine Wasserflasche mit sich herum tragen. Jogger und sporttreibende Mitmenschen haben immer etwas zu trinken dabei.  Trinken ist wichtiger, als etwas zu essen, hört man. Besonders ältere Menschen sollen viel trinken. Hartnäckig hält sich die Meinung, dass man 2 – 3 Liter Wasser am Tag trinken soll? Stimmt das eigentlich?

Christoph Drösser – “Die Zeit” antwortet:

Unser Körper besteht zu 60 bis 70 Prozent aus Wasser, und jeden Tag verliert er durch Atmen, Schwitzen und Ausscheiden etwa zwei bis zweieinhalb Liter davon – das muss wieder nachgefüllt werden. Trinken ist also lebensnotwendig. Allerdings ist der oft zu lesende Rat, jeden Tag zwei Liter zu trinken (manchmal ist sogar von drei Litern die Rede) übertrieben. Niemand muss ständig ein Trinkfläschchen mit sich herumtragen aus Angst, jeden Moment aufgrund von Dehydrierung umzukippen.

Zunächst einmal ist die Angabe über den Flüssigkeitsverlust nur ein Durchschnittswert. Der Körper kann nämlich seinen Wasserhaushalt durchaus regulieren, und wenn er weniger Wasser bekommt, dann scheidet er auch weniger aus. Zudem wird etwa die Hälfte des Bedarfs schon über die feste Nahrung zugeführt. Auch dieser Wert schwankt natürlich von Mensch zu Mensch – wer viel Obst und Gemüse isst, der »trinkt« entsprechend mehr als jemand, der sich von Brot ernährt.

Bleibt eine Menge von einem bis eineinhalb Litern, die man dem Körper in flüssiger Form zuführen sollte. Und dabei zählen Kaffee, Tee und schwach alkoholische Getränke wie Bier durchaus mit. Woher der Mythos von den zwei Litern kommt, ist nicht klar. Jedenfalls haben mehrere Studien, zuletzt 2008 im Journal of the American Society of Nephrology, keinen Beleg für irgendwelche positiven Wirkungen des übermäßigen Trinkens gefunden. Zu viel Wasser macht weder die Haut schöner, noch hilft es beim Abnehmen. Auch alte Menschen sollte man nicht zum Trinken zwingen, solange keine Anzeichen für einen tatsächlichen Wassermangel vorliegen.

Übrigens hat der Körper einen ausgeklügelten Mechanismus, mit dem er den Menschen warnt, wenn er zu wenig Wasser hat. Das Phänomen nennt sich »Durst«.

20. Dezember 2008

Lesen mit Elke Heidenreich

Elke Heidenreich, bekannt durch Funk und Fernsehen, ist wieder auf dem Bildschirm zu sehen. Nicht im Fernsehen, sondern auf den Monitor, der mit dem Internet verbunden ist. Im ZDF moderierte sie die Literatursendung “Lesen”. Am 11. Oktober, anlässlich der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises, tadelte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki die Programminhalte der deutschen Fernsehsender. In einem Zeitungsartikel in der FAZ unterstützte Elke Heidenreich diese Kritik. Ohne den Namen zu nennen traf diese Schelte auch ihren Arbeitsgeber, das ZDF. Indirekt bot sie zudem ihre Kündigung an. Die Reaktion des ZDF lies nicht lange auf sich warten und sie wurde gefeuert.
In Interviews gestand sie, wie sehr die Literatursendung “Lesen” ihr am Herzen lag. Seit Anfang Dezember moderiert sie eine 30 minütige Sendung im Internet. Unter http://litcolony.de/littv sind bisher zwei Folgen erschienen. Locker vom Hocker gestaltet sie diese Sendung aus ihrem Stammlokal “Backes” in der Kölner Südstadt. Sicher, die Kameraeinstellungen sind nicht immer professionell, wie man es vom ZDF gewohnt ist, dafür hat diese Sendung aber kein bischen von ihrem Charm verloren. Schauen Sie mal rein!

, , , , , , , ,

The Rubric Theme. Bloggen Sie auf WordPress.com.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.