R I W E R – Blog eines Seniors

15. März 2008

Gasthörer zu 50% Senioren?

Ich finde es schön, dass jung und alt so gut miteinander auskommen:

Mein Freund, der Seniorenhörer
„Die nehmen einem immer die Plätze weg.“ Das ist wahrscheinlich der häufigste Kommentar von Studenten über Seniorenhörer an der Uni. Ältere Menschen können in Köln nämlich das reguläre Studienangebot wahrnehmen. Wenn man deren jüngere Kommilitonen so klagen hört, müssten eigentlich in jeder Veranstaltung zu 50 Prozent Seniorenstudenten sitzen. „Ich krieg wirklich nie einen Platz.“ Zu solchen Sätzen nicken die meisten Studenten meines Alters verständnisvoll und mitleidig, um sich dann gegenseitig in eine Anti-Seniorenhörer-Stimmung hineinzusteigern.

Meine Erfahrung ist: Eine Zuhörerschaft, die zur Hälfte aus Seniorenhörern besteht, das mag es in Geschichtsseminaren über den Zweiten Weltkrieg geben. Aber grundsätzlich ist das die Ausnahme. Irgendwo findet sich eigentlich immer ein Platz. Sollen die Leute doch pünktlich hingehen, denke ich mir.

Statt sich aufzuregen, empfehle ich, sich am besten mit einem Rentnerstudenten anzufreunden. Hat man erst einmal ein paar nette Worte gewechselt, kann man sich eines treuen Begleiters fürs ganze Semester sicher sein. Anita zum Beispiel hält mir in der Vorlesung, zu der ich regelmäßig angehetzt komme, bereitwillig einen Platz frei und leiht mir ihre Notizen, wenn ich mal gefehlt habe. Im Gegenzug erkläre ich ihr, wie man die Materialien zu der Veranstaltung aus dem Internet herunterladen kann. In einem Philosophieseminar fragt mich Günther mit besorgter Miene, „haben Sie das verstanden?“, und ich antworte nur, „nee, kein Wort“ – „Ah, gut, ich nämlich auch nicht.“ Da meine ich Günthers Erleichterung förmlich zu spüren, dass ich mit meinen biologisch noch recht frischen Gehirnzellen auch nicht in der Lage war, Sätze zu verstehen wie „seid nicht eins oder viele, seid Vielheiten! Seid der rosarote Panther!“. Ich wiederum bin ganz froh, dass man solchen Sätzen auch nach mit 50 Jahren mehr Lebenserfahrung nicht direkt einen Sinn zuweisen kann. mehr ….

Technorati Tags: , , , , ,

Advertisements

1 Kommentar »

  1. Sätze zu verstehen wie „seid nicht eins oder viele, seid Vielheiten! Seid der rosarote Panther!

    Sowas wird an Universitäten gelehrt ? 😯

    Kommentar von Gucky — 15. März 2008 @ 14:18


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: