R I W E R – Blog eines Seniors

15. März 2008

Winzige U-Boote im Essen

Der Umweltschutzverband BUND warnt erstmalig mit einer Studie vor umstrittene Nanopartikel in deutschen Lebensmitteln. Mit ihnen wird in Nahrungsmitteln die Farbe, der Geschmack und die Struktur verändert. Bisher ist man davon ausgegangen, dass Genussmittel hier von verschont waren. In 93 Produkte konnte der Umweltschutzverband Nanopartikel nachweisen. Über Haut, Lunge und Magen kommen die Winzlinge in unser Blut und schließlich in sämtliche Organe. Nötige Langzeitstudien gibt es nicht und in Mäusen konnten nach der Verabreichung schwere Schäden festgestellt werden. Der Gesetzgeber ist aufgerufen, klare Richtlinien vorzugeben.

Müssen wir uns um unsere Gesundheit ernsthaft Sorgen machen? Wird von der Industrie und der Wirtschaft fahrlässig mit unserem Leben umgegangen? Was ist mit der Kennzeichnungspflicht? Müssen erst Menschen zu Schaden kommen, bis gehandelt wird?

Obwohl wissenschaftliche Belege für mögliche Gesundheits- und Umweltgefahren von Nanomaterialien zunehmen, werden sie im Lebensmittelbereich nachweislich in rund einhundert Produkten eingesetzt, die zum Teil auch in Deutschland verkauft werden.
Der BUND fordert die Bundesregierung auf, den Verkauf von Lebensmitteln, Verpackungen, Küchenartikeln und Agrochemikalien, die Nanomaterialien enthalten, sofort zu stoppen, bis ausreichende wissenschaftliche Belege über eine Unbedenklichkeit vorliegen. Mehr…

Das Cover der aktuellen Bund-Studie.
nanostudie_titelWas sind Nanos?

Als Nanos
(griechisch: Zwerg) werden kleinste Partikel bezeichnet, die nicht größer als 100 Nanometer sind. Ein Nanometer misst den millionstel Teil eines Millimeters und ist damit 80 000-mal kleiner als ein menschliches Haar. Nanowissenschaftler versuchen, Substanzen wie Silber, Zink oder Titan im Nanobereich etwa durch chemische oder mechanische Verfahren zu verändern, um die Eigenschaften der Stoffe zu optimieren. Verändert werden kann vieles: Form, Konsistenz, Geschmack oder die Haltbarkeit von Stoffen.
Experten glauben, dass die Eingriffe nicht ohne sind: Denn durch die Änderungen der Substanzen im Nanobereich entstünden ganz neue chemische Stoffe, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Der BUND fordert daher Produkte, die Nanoteile enthalten, aus dem Handel zu nehmen.
Die Nano-Technologie stößt bei Kritikern nicht nur im Lebensmittelbereich auf Bedenken. So können dem BfR zufolge Nanopartikel in Sonnencremes unter Umständen in die Haut eindringen. Waschmaschinen, die antibakteriell wirkende Silberteilchen in Nanogröße verwenden, könnten die Umwelt belasten. Der BUND glaubt zumindest, dass die Partikel auch in Kläranlagen Bakterien angreifen.

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