R I W E R – Blog eines Seniors

5. April 2009

Opel sollte in die Insolvenz gehen

Opel Laut “Focus” hat ein nicht namentlich genanntes Mitglied der Bundesregierung gesagt, dass General Motors (GM), die Mutter von Opel, Opel bereits restlos an amerikanische Banken verpfändet hat. Darunter fallen nicht nur die Opel-Patente, die als Sicherheit für Milliardenhilfen an die US-Regierung abgetreten wurden, auch sämtliche Vermögenswerte wie Werksgelände und Fabriken der europäischen Tochter sind als Sicherheit an den Banken abgetreten. Betroffen sind die vier deutschen Fabriken in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern, aber auch die Werke in anderen europäischen Ländern. So wie es aussieht, hat Opel keine Masse mehr.

Einen richtigen Durchblick über die Vermögensverhältnisse scheint kaum einer zu haben. Weil dem so ist, werden auch keine Käufer und Investoren für Opel gefunden. Um noch zu retten, was zu retten ist, sollte Opel in die Insolvenz gehen!
Das deutsche Insolvenzrecht ist mit das Beste, was es auf der Welt gibt. Allemal besser als das amerikanische “Chapter Eleven”. Leider hat die Insolvenz in Deutschland einen erheblichen negativen Touch. Das liegt nicht zuletzt an die von den Gerichten bestellten Insolvenzverwalter selber. Die Meisten von ihnen wollen zunächst nur ihr eigenes Schäfchen im Trockenen sehen. Da ein Insolvenzverwalter direkten Zugriff auf die Vermögensmasse einer liquiden Firma hat, bedienen sie sich zunächst einmal selbst und vergrößern damit das finanzielle Risiko eines Betriebes. Ihnen fehlt selbst der Mut zum Risiko, damit der Betrieb wieder auf die Beine kommt.

Das es auch anders geht, haben namhafte Insolvenzverwalter bewiesen. Als Beispiel sei hier die Firma Märklin genannt. Sie wird weiter bestehen. Nach einem Konzept des vorläufigen Insolvenzverwalters Michael Pluta müssen dazu 400 von 1400 Mitarbeitern entlassen werden. Auch wenn ein großer Teil der Verluste durch Beraterhonorare verursacht wurde, kann die Firma nur in verkleinerter Form langfristig überleben. Für die Modelleisenbahnfirma gibt es ein Dutzend ernsthafter Kaufinteressenten.

Im Falle Opel hätte ein Insolvenzverwalter einen Überblick über die tatsächlichen Vermögensverhältnisse. Die Gläubiger, ob US-Regierung oder US-Banken, müssten zunächst einmal stillhalten. Sicherlich müssten auch Mitarbeiter von Opel entlassen werden und andere einschneidende Maßnahmen wären von Nöten, um den Verkauf an einem Investor interessant zu machen. Letztendlich müssten die Gläubiger einem Sanierungskonzept zustimmen. Wenn es richtige Kaufleute sind, müssten sie erkennen, dass ein Gang in die Insolvenz, auch wenn er über ein paar Jahre gehen sollte, lukrativer für sie ist, als ein plötzlicher Bankrott, wo sie fast leerausgehen würden.

Die Politik wird kaum etwas ausrichten können. Wir sind in einem Wahljahr und da verspricht jede Partei das Blaue vom Himmel, immer darauf bedacht, ja keine Wählerstimmen zu riskieren. Hoffentlich kommt möglichst bald Bewegung in die Sache und die Geschäftsleitung von Opel stellt endlich einen Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht.

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