R I W E R – Blog eines Seniors

30. April 2009

E-Book Reader – Sony PRS-505

Filed under: Hard- Software — riwer @ 8:00
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Sony-PRS-505Um es gleich vorweg zu sagen: Ein Ersatz für richtige Bücher ist der Sony Reader PRS-505 nicht. Natürlich, in der Theorie klingt es toll: Ein elektronisches Buch, das bis zu 13 000 Romane speichern kann – bei optimaler Darstellung der Schrift und nahezu unendlicher Akkulaufzeit. Der „PRS-505“ ist das erste E-Book auf dem deutschen Markt, der Kindle von Amazon ist bislang nur in den USA erhältlich. Aber kann das elektronische Lesegerät von Sony in der Praxis wirklich das halten, was der Hersteller theoretisch verspricht? Wird ein elektronisches Buch tatsächlich irgendwann das herkömmliche Papierexemplar ersetzen können?

Das E-Book ist sehr handlich und leicht. Der Reader sieht dank seines lederähnlichen Etuis fast wie ein normales Buch aus. Er hat ein sechs Zoll großes Display und wiegt 260 Gramm. Der interne Speicher umfasst 192 Megabyte (ca. 160 Titel), kann aber auf 16 Gigabyte erweitert werden (ca. 13 000 Titel). Mit der mitgelieferten Software können auch PDF-Dokumente, Word-Dokumente und andere Textformate auf das Gerät übertragen werden.
Es fällt etwas schwer, den Reader einzuschalten. Der längliche Knopf an der Kopfseite ist unhandlich. Weil sich direkt daneben zwei Chips befinden, ist er zudem erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Wenn dann allerdings das übersichtliche Menü auf dem Display mit gut 15 Zentimetern Durchmessern erscheint, gibt es keine Zweifel mehr an der Qualität der Schriftdarstellung. Die Buchstaben sind auch im prallen Sonnenlicht einwandfrei zu lesen. Die Schriftgröße kann in drei Stufen verstellt werden. Zudem ist die Menüführung sehr übersichtlich. Der Bildschirm kann ausschließlich schwarz und weiß darstellen, das ist besonders bei der Bildfunktion nicht optimal.

Dass die Schrift bei Sonys E-Book so kontrastreich dargestellt wird, hängt mit der so genannten elektronischen Tinte zusammen. Nachteile, wie sie von herkömmlichen Displays bekannt sind, beispielsweise Flimmern, ungleiche Ausleuchtung, abnehmende Lichtstärke oder störende Licht-Reflektionen, die die Augen ermüden können, gibt es beim elektronischen Papier nicht. Das sehr hohe Kontrastverhältnis sorgt dafür, dass die Anzeige einer herkömmlichen Buchseite sehr ähnlich ist. Die Inhalte sind selbst aus flachen Blickwinkeln gut wahrzunehmen. Die Schrift wird nahezu perfekt dargestellt. In der prallen Sonne sind die Buchstaben besonders gut zu lesen.

Energie wird lediglich zum Seitenaufbau nötig. Da keine Hintergrundbeleuchtung nötig ist, wird die Akkulaufzeit nur in Seitenumschlägen gerechnet und nicht in Stunden oder Minuten. Betriebszeiten von wenigen Stunden, wie sie von Laptops oder Netbooks bekannt sind, spielen beim „PRS-505“ deshalb keine Rolle. Die Akkuleistung hängt also lediglich von der Lesegeschwindigkeit und der Umblätterhäufigkeit des Verwenders ab. Der Hersteller gibt an, dass eine volle Akku-Ladung für fast 6800 Seitenumschläge reicht. Das entspricht ungefähr zwölf Romanen mit jeweils gut 500 Seiten. Da eine einmal aufgerufene Seite keine weitere Energie benötigt, kann wenn sogar auf das Ausschalten verzichten. Das E-Book kann zunächst nicht direkt an der Steckdose geladen werden. Dafür muss man einen extra Adapter für knapp 30 Euro kaufen.

Das Sony PRS-505 hat einen guten Musikklang, eignet sich also auch für Hörbücher. Das E-Book kann Text-, Audio- und Foto-Dateien wiedergeben. Bilder können jedoch nicht farbig dargestellt werden.

Der „PRS-505“ ist in vielen Buchhandlungen ausgestellt und erhältlich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht gerade gut. Der Reader kostet mit zwei installierten Büchern 299 Euro. Auf dem Gerät sind die Bücher „Gut gegen Nordwind“ (Daniel Glattauer) und „Querschläger“ (Silvia Roth) bereits installiert. Weiterhin sind im Lieferumfang einige Leseproben enthalten.
Obwohl die Druck- und Papierkosten entfallen, da die Literatur nur noch digital aus dem Internet über den Computer auf den Reader geladen wird, sind auch die Bücher selten günstiger zu bekommen. Zukünftig sollen E-Books jedoch 20 bis 25 Prozent günstiger sein, heißt es bei Sony. Experten glauben zudem, dass auch die Reader selbst in absehbarer Zeit weniger als 100 Euro kosten werden. Erst wenn sich der Preis reguliert hat, wird das E-Book, bei aller technischen Klasse, eine annehmbare Alternative zum gedruckten Buch sein. Die meisten Verlage verkaufen bereits jetzt auch aktuelle Bestseller als E-Book.

Die Geräte der nächsten Generation sollen mit einem drahtlosen Internetzugang versehen werden. Über das Handynetz ist es dann möglich, jederzeit und überall neue Bücher auf den Reader zu spielen. Ähnlich soll das auch bei der Tageszeitung funktionieren. Der Nutzer muss sie nicht mehr aus dem Briefkasten holen, sondern hat sie beim Einschalten morgens bereits auf seinem E-Book – egal, wo er sich gerade befindet.

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