R I W E R – Blog eines Seniors

8. Mai 2009

Französische Speisekarte

Filed under: Reisen — riwer @ 7:00
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Bei der Online-Buchung unseres Ibis-Hotels in Fourmies, habe ich mir auch die Bewertungen der Gäste angesehen, die in diesem Hotel bereits einmal abgestiegen waren. Unter anderem schrieb eine Frau, dass sie für ein paar Tage nach Fourmies gekommen war, um auf den Spuren ihrer Kindheit zu wandeln. Sie war dort aufgewachsen und bereits ihre Großeltern und Eltern waren Bürger dieser Stadt. Sie berichtete über die Tristesse dieser Gegend und schrieb: „Wenn wir als junge Leute ausgehen und was erleben wollten, sind wir in das 20 Kilometer entfernte Chimay in Belgien gefahren.
chimay.jpgAn diesem Satz erinnerte ich mich, als wir am ersten Abend auf der Suche nach einem Restaurant waren. Wir fuhren also in die Innenstadt der benachbarten beligischen Stadt Chimay, die knapp 10.000 Einwohner hat, aber wesentlich mehr zu bieten hat. Der Hunger trieb uns als bald in ein Lokal an der Hauptkirche.
Nun kam das Problem: Weder die Bedienung sprach deutsch oder englisch und auch die Speisekarte gab es nur in einer französischen Fassung, der Landessprache in der Wallonie. Mein Französisch ist gleich null. Wie sollten wir uns verständigen? Wie konnten wir erkennen, welche Gerichte sich hinter den französischen Namen verbargen? Meine Frau löste das Problem auf ihre Weise. Sie bestellte ganz einfach ein Steak. Das Wort Steak wird in den meisten Sprachen dieser Welt auch so geschrieben. Ich wollte etwas  Landestypisches essen und ließ mich auf ein Abenteuer ein. Auf der Speisekarte las ich: „Roulades de cabillaud au jambon de parme et formage de chèvre„. In der Annahme, dass es sich um eine Rindsroulade nach Art des Chefs handeln würde, bestellte ich dieses 15,90 € teure Gericht. Eine Roulade wird gewickelt und so machte ich der Bedienung mit den Händen Zeichen, ob die Bestellung „gewickelt“ sei. Sie war nett und bestätigte meine Zeichen mit einem Nicken. Und tatsächlich bekam ich etwas „gewickeltes„. Es war keine Rindsroulade, wie ich sie erwartet hatte, sondern Fisch, der in einem Speckmantel eingewickelt war, in einer Krabben-Sosse, die mit etwas geschmolzenem Käse unterlegt war. Dazu gab es Pommes Frites. Es schmeckte köstlich. Mein kulinarisches Abenteuer war ein Erfolg, obwohl ich etwas anderes erwartet hatte.
Ein Wort zu den Preisen: Obwohl das Fleckchen Erde um Fourmies, und Chimay eingeschlossen, eine landwirtschaftlich geprägte Gegend ist, deren Haupteinnahmequelle sicherlich nicht der Tourismus ist, waren die Preise etwa 25 Prozent höher, als die, die ich in der Kölner Bucht gewohnt bin. Z.B.: Das Steak mit der Beilage kostet in Köln ca. 12 – 13,- €. In dieser Gegend sind dafür fast 17,- € hinzulegen. Will man mehr Menschen in die südwestlichen Ausläufer der Ardennen ziehen, müssen sich zu allererst die Preise ändern, gerade in dieser, auf der ganzen Welt, wirtschaftlich angespannten Zeit.

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