R I W E R – Blog eines Seniors

18. Mai 2009

Metz

Filed under: Reisen — riwer @ 7:46
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Metz, der Hauptort der Region Lothringen im Nord-Osten Frankreichs, war unsere letzte Station in einer einwöchigen Rundreise. Sie ist mit ihren knapp 125.000 Einwohnern etwas größer als Trier und liegt ebenfalls an der Mosel. Im Gegensatz zu Trier, prägt die Mosel jedoch das Metzer Stadtbild, durch ihre Nebenarme und dem Fluss Seille, der im nördlichen Stadtgebiet in die Mosel fließt. Mehrere Brücken überqueren die beiden Flüsse.

Metz hat eine wechselvolle, 3000-jährige Geschichte hinter sich. Allein in den letzten 150 Jahren wurde es zweimal von Deutschland anektiert. Nach dem verlorenen deutsch/französischen Krieg von 1870/71 musste Frankreich das Elsass und Lothringen dem neuen Reich Deutschland abtreten. Metz-Bahnhof Da der deutsche Kaiser Wilhelm I. mit Überfällen seitens Frankreich rechnete, wurde Metz in den folgenden Jahren zur stärksten deutschen Festungsstadt ausgebaut. Deutsche Bauten, die in der wilhelminischen Zeit bis 1918 in Metz gebaut wurden, sind heute noch zahlreich in Metz zu sehen, z.b.: der Hauptbahnhof von Metz ( franz. Gare SNCF), linkes Bild, das Quatier Impérial (Bahnhofviertel) und die Metz-Deutsches-Tor Brücke über die Seille (franz. Porte des Allemands), rechtes Bild. In einer Umfrage von 1900 gaben 78% der Einwohner Metz deutsch, der Rest französisch als ihre Muttersprache an. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg 1918 wurden Elsass und Lothringen und damit auch Metz wieder französisch, bis Hitler 1940 die Gebiete Elsass und Lothringen wieder “heim ins Reich holte”. Erst die Einnahme der Gebiete durch die Alliierten 1944 stellte den alten Zustand wieder her.
Heute sprechen nur noch sehr wenige Einwohner deutsch, vor allem bei den jüngeren Menschen kommt man mit englisch besser zurecht.

Metz-Kathedrale Die Altstadt von Metz wird durch die Kathedrale St. Etienne beherrscht. Sie steht in deren Mittelpunkt und um sie herum spielt sich das urbane Leben ab. Etwas “armselig” kommt der Turm der der Kathedrale weg. Er ist im Gesamtbild des Gebäudes kam auszumachen. Die Kathedrale selbst ist etwa so alt, wie der Kölner Dom, fast 800 Jahre. In der Innenausstattung steht keine der anderen nach. Metz-Markthalle-1 Vor dem Südportal (siehe Foto) liegt die Markthalle. In ihr werden alle Köstlichkeiten des täglichen Lebens, die bei uns auf den Tisch landen, angeboten. Am Samstag unseres Besuches mussten an einzelnen Ständen Wartekarten ausgegeben werden, bis man dran war, um seine Ware im Empfang zu nehmen (ähnlich wie wir es zum Teil in einer Arztpraxis erleben). Metz-Markthalle-2 Das Verkaufspersonal war gerade bei den Metzgern so zahlreich, dass sie sich auf dem engen Stand im Wege standen. Vielleicht war der Andrang auch deshalb so groß, weil tags zuvor ein Feiertag war (siehe Blog zuvor) und um die Kathedrale herum ein Flohmarkt stattfand. Auf jeden Fall war es ein emsiges Treiben.

Viele Cafe´s, Bristos und Restaurants findet man in der Innenstadt, die sich hauptsächlich um den Place St. Jacques platzieren. Sie laden ein zum Verweilen, sich bei einem Cafe und einem Snack ein paar Minuten Ruhe zu verschaffen. An östlichen Ende des Platzes schließt sich ein großes Einkaufzentrum an (Centre St. Jacques), wo fast alles zu haben ist.
Metz-Templerkapelle Für den Touristen hält Metz eine große Zahl von Baudenkmäler und Kirchen bereit. Ein besonderes Kleinod dürfte die gotische Templerkapelle aus dem 1200. Jahrhundert sein. Sie liegt eingebettet zwischen Regierungs- und Militärgebäuden neben einem Hotel. Von der ehemals hier stehenden Burg des Templerordens ist nur noch die gotische Kapelle der Tempelritter erhalten.

Sollten Sie mal wieder ein Wochenende, einen Kurztrip oder eine Städtereise planen, dann ziehen Sie Metz in Ihren Überlegungen mit ein. Die kleine Stadt hat viel zu bieten. Sie ist von Deutschland aus über die Autobahn in wenigen Stunden zu erreichen. Französische Sprachkenntnisse sind auf jeden Fall von Vorteil.

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