R I W E R – Blog eines Seniors

17. Juni 2009

Dean Martin

Heute wäre er 92 Jahre geworden Dino Crocetti, besser bekannt als Dean Martin, ein US-amerikanischer Schauspieler. Geboren am 17. Juni 1917, gestorben am 1. Weihnachtstag 1995. Zunächst verdiente Martin seinen Lebensunterhalt u.a. als Schuhputzer, Tankwart und Boxer. Später kamen Auftritte als Popsänger in Nachtlokalen hinzu. 1946 begegnete er in Atlantic City dem Komiker Jerry Lewis, mit dem er von nun an ein sehr erfolgreiches Komiker-Duo bildete. In den 1950er Jahren drehte Martin gemeinsam mit Lewis 16 Filme, die alle sehr erfolgreich waren. Wegen Unstimmigkeiten trennte sich das Duo 1956.

Dean Martin war immer korrekt gekleidet. In der Hand hatte er meistens eine Zigarette oder ein Whiskyglas, mitunter auch beides zusammen. Erfolgreich war er weiterhin auch als Entertainer im Smoking und als Sänger. Einer seiner erfolgreichsten Hits war “Everybody loves somebody sometime”.

28. Mai 2009

Kreml-Flieger

Rust-1 Was muss ein junger Mann von 18 Jahren tun, damit er in kürzester Zeit in fast allen Medien der Welt erscheint? Er muss sich etwas originelles ausdenken, was vor ihm keiner getan hat und wahrscheinlich auch nie wieder einer machen wird. Am 28. Mai 1987, heute vor 22 Jahren, landete der Hamburger Mathias Rust mit einem Leichtflugzeug der Marke Cessna 172 im Herzen der sowjetischen Metropole Moskau auf dem Roten Platz, direkt vor dem Kreml.
Rust Wahrscheinlich war er sich seines Tuns gar nicht bewusst und man könnte die ganze Sache als “dummer Jungenstreich” abtun, wenn da nicht die unglaubliche politische Brisanz diesen Flug so aufgewertet hätte.

Da geht dieser Mathias Rust hin und dringt mit seinem gemieteten Flugzeug bei St. Petersburg (damals Leningrad) in den sowjetischen Luftraum ein und folgt dann der Eisenbahnlinie nach Moskau. Sein Eindringen wird zwar von der russischen Flugüberwachung bemerkt, bleibt aber aufgrund von Pannen vorerst ohne Reaktion von sowjetischer Seite. Mehr als fünf Stunden und etwa 900 Km kann er unbehelligt bis in die sowjetische Hauptstadt fliegen. In niedriger Höhe, unterhalb des Radarschirms, bleibt er zunächst unentdeckt vom russischen Radar, wird ab dann entdeckt. rust-2 Am Abend erreicht Mathias Rust in Begleitung zweier Abfangjäger Moskau. Gegen 18:15 kreist die Cessna 172 drei Mal über dem Roten Platz und landet schließlich gegen 18:40 Uhr auf der nahe gelegenen Moskwa-Brücke neben der Basilius-Kathedrale. Er entsteigt der einmotorigen Maschine und gibt Autogramme an sich einfindende Schaulustige. Erst Minuten später wird er von Mitarbeitern des KGB festgenommen.

Welch ungeheuerliches Ereignis! Damals waren die politischen Verhältnisse noch ganz anders. Die Sowjetunion und ihre Verbündeten schotteten sich gegenüber der restlichen Welt ab und war tabu für Normalsterbliche aus dem westlichen Ausland. Man sprach vom “Eisernen Vorhang”.

Für Mathias Rust hatte die Tat Folgen. Er wurde am 4. September 1987 zu vier Jahren Arbeitslager wegen illegaler Einreise, Verletzung der internationalen Luftverkehrsregeln und schweren Rowdytums verurteilt. Knapp ein Jahr später wurde er begnadigt und musste die Sowjetunion sofort verlassen. Vielleicht war ihm sein unverhoffter Ruhm zu Kopf gestiegen, jedenfalls kam er in den folgenden Jahren immer wieder mal mit dem Gesetz in Konflikt. Heute lebt er in Berlin und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit professionellem Pokerspiel.

1. Mai 2009

1. Mai

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Was für ein ereignisreicher Tag, der erste Mai, der „Tag der Arbeit„.
Erster Tag des Wonnemonats Mai.
Hier eine Auswahl an Personen, die am 1. Mai geboren sind:

An einem 1. Mai ist auch viel passiert, z.B.:

  • 381: Auf dem vom oströmischen Kaiser Theodosius I. (der Große, Flavius Theodosius, 347-395) eingerufenen 2. Ökumenischen Konzil (1. Konzil von Konstantinopel) in Konstantinopel wird die Errichtung der orthodoxen katholischen Staatskirche faktisch vollzogen. Am 28. Februar 380 hatte Theodosius allen ihm untergebenen Völkern den Trinitätsglauben (Glaube an die Dreieinigkeit von Gottvater, Sohn und Heiliger Geist) vorgeschrieben, wie er auf dem »Konzil von Nizäa« (20. Mai 325) sanktioniert worden war.
  • 1572: In Rom stirbt Pius V. (Antonio Michele Ghislieri, 1504-1572), Papst seit dem 17. Januar 1566. Der sittenstrenge Papst ging mit äußerster Härte gegen Häretiker und Irrlehrer vor, veröffentlichte Bullen gegen Juden und Muslime. In Frankreich unterstützte er den Kampf gegen die Hugenotten. Die englische Königin Elisabeth I., die die anglikanische Staatskirche wiederhergestellt hatte, belegte er mit einem Bann und erklärte sie für abgesetzt (dies führte zur Verfolgung der Katholiken in England). Pius V. verbündete sich in der »Heiligen Liga« mit Spanien und Venedig zum Kampf gegen die vorwärts drängenden Türken. Nach dem Sieg der christlichen Flotte in der »Seeschlacht bei Lepanto« (7. Oktober 1571) führte Pius V. – aus Dankbarkeit gegenüber der Gottesmutter – das Rosenkranzfest ein.
  • 1851: Die erste Weltausstellung überhaupt findet vom 1. Mai bis zum 11. Oktober 1851 in London statt. Die Sensation der Ausstellung ist der ab dem 30. Juli 1850 im Londoner Hyde Park errichtete »Kristallpalast« des Architekten Sir Joseph Paxton (1803-1865). Das lichtdurchflutete Gebäude ist 563,3 Meter lang und 124,4 Meter breit (im Querschiff sogar 300 Meter). Das Mittelschiff ist 19,5 Meter hoch, das Querschiff 41 Meter. Die Nutzfläche beträgt 90.000 Quadratmeter. Bis zu 2.200 Arbeiter sind gleichzeitig am Bau beschäftigt, 84.000 Quadratmeter Glas (300.000 Glasscheiben), 170.000 Kubikmeter Holz und 4.500 Tonnen Gußeisen werden in einer Rekordzeit von 7 Monaten verbaut. Der »Crystal Palace« – so betitelt von der Zeitschrift »Punch« – wird nach Ende der Weltausstellung abgebaut und 1854 in Sydenham (Kent) neu errichtet. Am 30. November 1936 wird er bei einem Großfeuer zerstört.
    »Als wir die Mitte des Gebäudes betraten, eröffnete sich ein magischer Anblick, so geräumig, so glorios, so ergreifend.« (Königin Victoria in ihrem Tagebuch über den Eröffnungstag am 01.05.1851)
  • 1869: In den USA treten 400.000 Beschäftigte aus 11.000 Betrieben in den Streik, um den 8-Stunden-Tag durchzusetzen, was nur einem kleinem Teil gelingt. In Chicago wird bei der Kundgebung am Haymarket eine Bombe auf die anwesenden Polizisten geworfen. Sieben Polizisten sterben. Obwohl keine Beweise vorliegen, werden 4 Arbeiterführer zum Tode verurteilt und gehenkt.
  • 1873: Der österreichisch-ungarische Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) eröffnet die Weltausstellung in Wien. Sie wird durch einen Börsenkrach am 8. Mai und einer damit verbundenen schweren Wirtschaftskrise sowie dem Ausbruch einer Choleraepidemie erschüttert. Bis zum 31. Oktober besuchen etwa 7,3 Millionen Menschen die Weltausstellung.
  • 1890: Auf Beschluss der »Zweiten Internationale«, einer internationalen Versammlung von 400 Delegierten sozialistischer Parteien und Gewerkschaften – anlässlich des 100. Jahrestages des Sturms auf die Bastille am 4. Juli 1889 – wird in Paris der 1. Mai als »Manifestation der internationalen Arbeiterbewegung« festgelegt. Hintergrund sind die Forderungen nach der Einführung des 8-Stunden-Tages und der sozialen Verbesserungen für die Werktätigen in Europa und in den USA. Im Oktober 1890 beschließt die Sozialdemokratische Partei (SPD) die dauerhafte Einführung des »Feiertags der Arbeiter«.
  • 1929 (vor 80 Jahren): Bei einer von Polizeipräsident Zörgiebel (SPD) verbotenen Demonstration in Berlin zum Tag der Arbeit, zu der die KPD aufgerufen hat, werden bei dem Kämpfen mit der Polizei neun Menschen getötet. 63 Demonstranten und unbeteiligte Personen sowie etwa 30 Polizisten werden schwer verletzt. In den nächsten Tagen gehen die Auseinandersetzungen weiter. Insgesamt sterben 31 Menschen, 1.200 werden verhaftet. Preußen verbietet als Folge des »Berliner Blutmai« den »Roten Frontkämpferbund«, die »Rote Jungfront« und die »Rote Marine«
  • 1931: US-Präsident Herbert Clark Hoover (1874-1964) weiht das von William Lamb (1883-1852) entworfene Empire State Building an der Fifth Avenue in Manhattan (New York) ein. Das 102 Stockwerke umfassende Bürogebäude ist mit 381 Metern vier Jahrzehnte lang das höchste Gebäude der Welt. Rechnet man den Fernsehturm hinzu der in den 50er Jahren entstand, erreicht das Gebäude sogar eine Höhe von 449 Metern. Es wird durch eine 61.000 Tonnen schwere Stahlkonstruktion gestützt und wiegt insgesamt 370.000 Tonnen. Zehn Millionen Ziegelsteine werden verbaut und 700 Kilometer Kabel verlegt. Das Treppenhaus hat 1.806 Stufen. Die Büroräume bieten 15.000 Mitarbeitern Platz, die Aufzüge können 10.000 Personen pro Stunde befördern. Die Architekten dieses Wahrzeichens sind Shreve, Lamb und Harrison. Berühmt wird es nicht zuletzt durch zahlreiche Filme: »King Kong« (1933), »On The Town« (1949) und »An Affair To Remember« (1957). Am 28. Juli 1945 rast – bei schlechter Sicht – ein B-25-Bomber der amerikanischen Luftwaffe in das 79. Stockwerk. Die 3 Crewmitglieder und 11 Menschen im Empire State Building sterben, der Schaden am Gebäude ist aber relativ gering.
  • 1945: Der nationalsozialistische Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (1897-1945), einer der führenden NSDAP-Politiker, begeht zusammen mit seiner Frau Magda Goebbels (1901-1945) Selbstmord, nachdem die beiden ihre sechs Kinder im Bunker unter der Reichskanzlei in Berlin umgebracht haben.
  • 1970: US-Truppen fallen auf Befehl von US-Präsident Richard Nixon (1913-1994) in Kambodscha ein, um die Nachschubwege des vietnamesischen Vietcong zu zerstören. Im März 1970 hatte General Lon Nol den Staatspräsidenten Prinz Norodom Sihanouk (*1922) gestürzt und Kambodscha zur Republik erklärt. Die Angriffe seiner Truppen auf die Vietcong-Soldaten im Grenzgebiet machen Kambodscha für die nächsten Jahre zum Schlachtfeld des Vietnamkrieges. Unterstützt von Nordvietnam und Prinz Sihanouk kämpfen die kommunistischen »Roten Khmer« gegen Lon Nols Regime, während dieser von den Amerikanern und Südvietnam unterstützt wird. Am 14. April 1975 erobern die »Roten Khmer« Kambodschas Hauptstadt Pnom Penh.
  • 1991: Ende des seit 1975 anhaltenden Bürgerkrieges im Libanon. Etwa 90.000 Menschen werden während dieser Zeit getötet, 115.000 verletzt. 20.000 Menschen gelten als vermisst, 800.000 flohen ins Ausland.
  • 1997: Bei der Wahl zum britischen Unterhaus erlangt die »Labour Party« mit Tony Blair (*1953) die absolute Mehrheit der Sitze. Die »Labour Party« löst damit die Konservativen nach 18 Jahren an der Regierung ab und stellt mit Tony Blair den jüngsten Premierminister in Großbritannien seit 1812.
  • 2003: US-Präsident George W. Bush verkündet, von den Medien unwidersprochen, den Sieg im Irak-Krieg sowie das Ende der Hauptkampfhandlungen, 41 Tage nach dem Einmarsch (20. März 2003).
  • 2004 (vor 5 Jahren): Die »EU-Osterweiterung« vergrößert die Europäische Union um weitere zehn Länder – Polen, Ungarn, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern – und umfasst nun 455 Millionen Menschen. Die neuen Beitrittsländern feiern dieses historische Ereignis mit Straßenfesten, Konzerten und Feuerwerken.

22. April 2009

Nobelpreisträgerin wird 100 Jahre

Rita-Levi-Montalcini Eigentlich ist Rita Levi Montalcini außerhalb Italiens kaum jemanden bekannt, es sei denn, man interessiert sich für Medizin und Physiologie. Vor 100 Jahren, am 22. April 1909, wurde die betagte Italienerin als Zwilling in Turin (Italien) geboren.

Eigentlich, sagt sie, habe sie nach dem  Medizinstudium Ärztin werden wollen, in Afrika als Pionierin angewandter Nächstenliebe wie Albert  Schweitzer. 1928 begann sie ein Studium der Medizin und schloss es 1936 ab. Mussolini´s faschistische Rassengesetze machten es der Jüdin Levi Montalcini unmöglich eine akademische Laufbahn in Italien einzuschlagen. Sie wich nach Belgien aus. 1943 kehrte  sie heimlich nach Turin zurück und richtete im Schlafzimmer ihr provisorisches Labor ein. Als kurz darauf deutsche Truppen in Italien einfielen, tauchte sie in Florenz unter. Erst nach dem Krieg ging sie in die USA.

Experimente mit Hühnerembryos und Mäusetumoren brachten sie auf die Spur des Proteins NGF, das Nerven wachsen lässt. „Nerve Growth Factor“ (Nervenwachstumsfaktor) heißt der Stoff. Die Entdeckung aber und vor allem die daraus erwachsenden Perspektiven zur Heilung verletzter Nervenbahnen – bei Querschnittsgelähmten beispielsweise – haben der Forscherin 1986 als einziger Italienerin den Nobelpreis für Medizin eingebracht.

Schon als Kind habe sie sich „geschworen,  niemals  Ehefrau  und  Mutter“ zu werden. Verheiratet war sie nie. Oder besser: „pausenlos, mit  der  Wissenschaft“, wie Levi Montalcini sagt. Vielleicht kommt daher ihr hohes Alter.

Levi Montalcini ist eine moralische Größe in Italien. Wenn sie vor Studenten spricht, erntet sie rauschenden Applaus. Seit  2001 sitzt sie, vom Staatspräsidenten zur Senatorin auf Lebenszeit ernannt, im italienischen Parlament.

Auch der Geist ist rege wie eh und je. „Mein Gehirn  funktioniert  heute besser als mit 20 Jahren“, sagte Rita Levi Montalcini bei einem Festakt zu ihren Ehren, „weil  es  angereichert ist mit so vielen Erfahrungen und weil ich mir die Neugier erhalten habe.“ Wenn sie von ihrem Vater etwas mitgenommen hat, dann seine weltoffene Freigeisterei. Religiös, sagt Levi Montalcini, sei sie niemals gewesen. Persönlich überzeugend war sie wohl trotzdem, sonst hätte Papst Paul VI. sie nicht als erste Frau  in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften berufen.

10. April 2009

Der General Gottes

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Es ist die außergewöhnlichste Armee der Welt, die William Booth vor 144 Jahren im viktorianischen England gegen das soziale Elend in Stellung bringt. „Rettet Seelen. Geht den Schlimmsten nach“, ruft der streitbare Methodistenpfarrer seinen Mitkämpfern zu. Diese findet er anfangs unter bekehrten Trinkern, reuigen Dirnen und ehrlich gewordenen Dieben. Suppe, Seife, Seelenheil – so lautet bis heute das Motto der Heilsarme, die sich getreu dem Willen ihres bibelfesten Gründers als Sozial- wie auch als Missionswerk versteht. Mit mehr als einer Million Soldatinnen und Soldaten ist The Salvation Army derzeit in 117 Ländern der Erde für die Ärmsten im Fronteinsatz. Bewaffnet sind die barmherzigen Kämpfer in den altmodischen blauen Uniformen nur mit Gitarre, Demut und Suppenkelle, ihre Munition stammt allein aus dem Evangelium.

William_Booth William Booth, erster General der Heilsarmee, wird am 10. April 1829 in Nottingham in eine Zeit großen Hungers hineingeboren. Das soziale und wirtschaftliche Leben ist geprägt von extremen Gegensätzen zwischen Arm und Reich. Als Williams Vater, ein kleiner Bauunternehmer, geschäftlich ruiniert stirbt, beginnt für den 13-Jährigen der Überlebenskampf. Nach einem religiösen Erweckungserlebnis schwört er: „Alles, was an William Booth ist, soll Gott gehören.“ Eine Heimat findet der ernste, junge Mann zunächst in der Kirche der Methodisten. Doch Booth will hinaus auf die Straße, seiner eigentlichen Kirche, um sich ganz praktisch der Not der Bevölkerung anzunehmen. 1865 gründet der Prediger in den Armen-Vierteln Ost-Londons die Christliche Mission und organisiert sie nach militärischen Regeln. Intellektueller Kopf dieser evangelischen Freikirche – und später als Generalin auch Nachfolgerin von William Booth – ist aber dessen Ehefrau Catherine.

Dank ihres Einflusses wird – höchst ungewöhnlich für jene Zeit – die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Gründungsakte der Christlichen Mission festgeschrieben. Auch das Recht der Frauen zu predigen, setzt Catherine Booth gegen ihren autokratisch herrschenden Ehemann durch. 1878 wird die Christliche Mission in The Salvation Army, also Heilarmee, umbenannt. Auf seinem Eroberungsfeldzug im Namen der Nächstenliebe schickt William Booth seine Soldaten in alle fünf Kontinente hinaus und lässt sie Schulen, Hospitäler und andere soziale Einrichtungen bauen.

In der eigenen Familie dagegen versagt der ebenso charismatische wie autoritäre Heerführer. Zwar werden alle seine sechs Kinder Offiziere der Heilsarmee, zwei sogar General, doch früher oder später entziehen verweigern sie alle dem unbarmherzigen Vater die Gefolgschaft. Obwohl nach dem Tod seiner Frau Catherine im Jahr 1890 ein einsamer Mann, behält William Booth bis ins hohe Alter die Zügel fest in der Hand. Als Ehrenbürger von London und Ehrendoktor der Universität Oxford stirbt der General Gottes am 20. August 1912 in London.

6. April 2009

ABBA – Waterloo

Beim Grand Prix d’Eurovision am 6. April 1974 im englischen Seebad Brigthon ist die britische Sängerin Olivia Newton-John die klare Favoritin. Das ändert sich erst, als ein kleiner Mann namens Sven-Olof Walldoff das Dirigentenpult betritt.

Walldoff ist als Napoleon verkleidet, denn der Song der schwedischen Pop-Gruppe Abba, den er zu dirigieren hat, heißt „Waterloo“. Er handelt von der Ergebenheit der Liebe, die mit der entscheidenden Niederlage des französischen Feldherrn an der belgischen Küste verglichen wird. „Waterloo, ich kam davon wie Napoleon“, heißt es in der deutschen Fassung des Lieds, die Abba nach ihrem überwältigenden Erfolg in Brighton einspielen: „Waterloo, ich gebe auf und komm zu dir. / Waterloo, auch wenn ich dabei mein Herz verlier. /Oh, oh, oh, oh, Waterloo, auch wenn ich dabei mein Herz verlier“.

abba Mit insgesamt 24 Punkten gewinnt Abba den Grand Prix d’Eurovision. Da schadet es auch nichts, dass die Musiker Björn Ulvaeus und Benny Andersson sowie die Sängerinnen Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad etwas unbeholfen auf der Bühne wippen. Bei den Damen mag das an den goldenen und silbernen Plateauschuhen liegen, die kaum Bewegungsfreiheit lassen. Denn im Gegensatz zum Dirigenten trägt die Gruppe keine historische Kostümierung. Vielmehr setzen sie mit blauem Häkelmützchen und Pumphose, Afrolook, Sternengitarre und langem Wallerock bei vielen ihrer Fans modische Maßstäbe. Der Band selbst wird ein solcher Aufzug bald eher peinlich sein. Sie hätten solche Klamotten „nur in den ersten zwei, drei Jahren unserer Karriere getragen“, wird sich Björn Ulvaeus später etwas beschämt erinnern. „Danach haben wir uns besser angezogen.“

Bei der Vorausscheidung zum Grand Prix d’Eurovision 1973 war die Gruppe mit „Ring Ring“ noch ausgeschieden. „Waterloo“ belegt in England und Irland, Norwegen und Finnland, Belgien und Südafrika, der Schweiz und Deutschland Platz eins der Hitparaden. Mit dem Erfolg beginnt eine beispiellose Musikkarriere, die Abba, deren Mitglieder inzwischen miteinander verheiratet sind, mit einfachen Texten, tanzbaren Rhythmen und mehrfach überlagert aufgenommenen Instrumenten fortsetzen. Hits wie „Mamma Mia“ (1975), „Fernado“ (1976), „Take a Chance on Me“ (1978), „Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)“ (1979) oder „Thank You for the Music“ (1983) folgen.

In den siebziger Jahren trennen sich Agnetha und Björn. Benny und Anni-Frid lassen sich 1982 scheiden. Damit ist das Ende von Abba eingeläutet. Aber die Musik im typischen Abba-Sound lebt weiter. 1999 feiert das Musical „Mamma Mia“ in London Premiere. Bis heute haben sich weltweit rund 370 Millionen Abba-Platten verkauft.

2. April 2009

April – April

1-AprilaprilWurde Ihnen gestern auch ein April – April zugerufen? Sind Sie in den April geschickt worden? Fanden Sie es lustig oder haben Sie sich geärgert? Woher stammt eigentlich dieser Brauch und was hat es mit ihm auf sich? Vielleicht gibt Ihnen folgender Beitrag eine Erklärung:

Lügen haben kurze Beine, sagt der Volksmund; Lügen ist eine Sünde, sagt die Kirche. Doch wir alle wissen: Auch ein ehrlicher Mensch lügt jeden Tag – etwa um Peinlichkeiten zu umspielen oder um harte Wahrheiten abzumildern. Notlügen sind das Schmiermittel für ein friedliches Zusammenleben. Vielleicht gönnen wir deshalb der offiziell verpönten Unwahrheit einmal im Jahr einen glänzenden Auftritt: Am 1. April darf gelogen werden, dass sich die Balken biegen. Auch an dieser Stelle wurde anlässlich dieses Datums schon so mancher Aprilscherz verzapft. Da hat etwa Karl Marx unter dem Pseudonym Karl May den Winnetou erfunden. Oder Theodor Erhard, Vater von Kanzler Ludwig und Komiker Heinz, erfährt im Stichtag endlich die ihm gebührende Ehrung.

Wer wen wann zum allerersten Mal in den April geschickt hat, darüber liegen genaue Aufzeichnungen vor. Glauben Sie nicht? Zugegeben, das war eindeutig geschwindelt. „Wie bei vielen Kulturphänomenen gibt es auch zum 1. April eine Fülle von Ansätzen über Erstnennungen“, erklärt Gunther Hirschfelder, seines Zeichens Dozent für Volkskunde in Bonn. Manche vermuten, der Brauch gehe schon auf die alten Römer zurück. Die sollen am 1. April zu Ehren der Venus rauschende Feste gefeiert haben, derbe Scherze inklusive. Die meisten Erklärungsansätze verweisen aber ins 16. Jahrhundert. So könnte der Augsburger Reichstag von 1530 verantwortlich sein, der eine Reform des Münzwesens zum 1. April beschließt, den Termin dann aber kurzfristig wieder vertagt. Die so genarrten Spekulanten ernten in der Bevölkerung nur Hohn und Spott.

Die plausibelste Erklärung zur Entstehung des europaweit verbreiteten Aprilscherzes orten Hirschfelder und andere Brauchtumsexperten allerdings vor 445 Jahren in Frankreich. 1564, also 18 Jahre vor der von Papst Gregor XIII. dekretierten und bis heute gültigen Kalenderreform, verlegt König Karl IX. das Neujahrsfest eigenmächtig vom 1. April auf den 1. Januar. Eine Neuerung, die allerdings wegen noch wenig ausgebildeter Nachrichtentechnik nur mangelhaft Verbreitung findet. Das daraufhin unweigerlich eintretende Kalenderchaos nutzen Scherzbolde, die trotzdem von der Reform erfahren haben, auf ihre Weise: Sie schicken die Unwissenden in den April, also ins Neue Jahr, das eigentlich schon das alte ist. Im Lauf der Zeit, so Hirschfelder, reift dieses Muster zum jährlichen Lügen-Schabernack, mit dem man gutgläubige Freunde, Verwandte oder Nachbarn verulkt. Im Zeitalter moderner Kommunikationsmittel ist diese über Jahrhunderte tradierte, persönliche Form des Aprilscherzes eher selten geworden. Das Veräppeln zum 1. April erledigen heute stellvertretend Zeitung, Fernsehen und Internet – und ganzjährig all jene TV-Formate, die ihren Opfern mit versteckter Kamera auflauern.

25. März 2009

John & Yoko – Bed-In

johnyoko-bed Ganz in Weiß, wie bei einer richtigen Hochzeit. Mann und Frau im Bett, in einem weißen Bett. Weiße Möbel, weiße Bademäntel, weißer Flieder. Tee auf dem Tisch. An den Fenstern Plakate mit der Aufschrift: “Hair Peace” und “Bed Peace”. Das ganze Zimmer ein großes Chaos, gar nicht hochzeitlich und mitten drin auf dem Bett: John Lennon und Yoko Ono. Sie zelebrierten ein Hochzeitshappening vom 24. bis zum 31. März 1969, in Zimmer 902 im Amsterdamer Hilton-Hotel. Zahlreiche Pressevertreter von Funk, Fernsehen und den Printmedien waren anwesend und das Paar erklärte auf diese Weise ihre Beweggründe für eine „Kampagne für den Frieden“.
War das eine Show, damals vor 40 Jahren. Die Beatles waren ohnehin schon damals eine Legende. Und dann dieses Happening, das genau in die Zeit passte, die Zeit der Flower Power und Peace Bewegung, die um die Welt ging. Eine Bewegung gegen den Krieg, gegen den gerade herrschenden Vietnam-Krieg.

Etwa einen Monat später wiederholten John und Yoko dieses “Bed-In” in einem Hotel im kanadischen Montreal. Hier entstand dann der sehr erfolgreiche Song “Give peace a chance”.



John, der sensible Sänger der Beatles, und Yoko, seine aus Japan stammende Frau, sollten nur gut 10 Jahre ein Paar bleiben. Am 8. Dezember 1980 wurde John Lennon in New York durch den geistig verwirrten Attentäter Mark David Chapman erschossen.

Die Ära der Beatles ging schon vor der Hochzeit zu Ende. Einer der Gründe lag sicherlich in der Person Yoko Ono begründet. Mehr dazu über die angegebenen Links.

22. März 2009

Geburtstag – 22.03.

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Eine Auswahl bekannter Größen der Geschichte und des öffentlichen Lebens:

1459 (vor 550 Jahren): Maximilian I. – deutsch-römischer Kaiser
1599: Anthonis van Dyck – flämischer Maler und Radierer
1797: Wilhelm I. – König von Preußen 1861-1888, Kaiser 1871-1888
1923: Marcel Marceau – französischer Pantomime
1931: William Shatner – kanadischer Filmschauspieler, bekannt als »Captain James T. Kirk« in der Fernsehserie Star Trek (Raumschiff Enterprise)
1937: Armin Hary – deutscher Leichtathlet
1945: Paul Schockemöhle – deutscher Springreiter
1946: André Heller – österreichischer Künstler
1948: Andrew Lloyd Webber – britischer Komponist

60Geburtstag 1949: Ein lieber Verwandter,

der heute seinen 60. Geburtstag feiert.

Willkommen im Club der Senioren !!!

 

Herzlichen Glückwunsch

zum Geburtstag !!!

16. März 2009

80 Jahre – Nadja Tiller

Nadja Tiller wird heute 80 Jahre alt oder muss man sagen 80 Jahre jung? Dazu erst einmal unseren

Herzlichen Glückwunsch !!!

Wer kennt sie noch, die “ewige Dame” des deutschen Films? Den Älteren unter uns ist sie noch sehr geläufig, meistens in Verbindung mit ihrem Ehemann Walter Giller. Die 50er Jahre Schönheit war schon berühmt, als das Fernsehen noch in den Kinderschuhen steckte. Damals ging man noch ins Kino um sein Idol bewundern zu können. Walter Giller machte ihr schon 1953 einen Antrag, geheiratet wurde 1956. 53 Jahre hält bereits diese für viele vorbildliche Ehe, die durch keinerlei Skandale beeinträchtigt wurde. Jedenfalls war nichts Negatives in der Presse zu lesen. Und deshalb waren sie das Traumpaar des deutschen Films.

Tiller-Giller Nadja Tiller wurde in Wien geboren und wurde 1949 zur “Miss Austria” gewählt. Sie hatte im Gegensatz zu ihrem Lebenspartner durchaus das Potenzial ein Weltstar zu werden. Ausgerechnet ein “Skandalfilm” machte sie über Nacht international berühmt. Im Film “Das Mädchen Rosemarie” (eine Luxus-Prostituierte der Frankfurter Halbwelt, die 1957 ermordet wurde) spielte sie sehr überzeugend die Hauptrolle. Internationale Regisseure wurden auf sie aufmerksam. Eingeweihte wollen wissen, dass sie aus Liebe zu Walter Giller in Deutschland blieb und eine Weltkarriere ausschlug. In der folgenden Zeit drehte sie noch viele Filme und war auch in vielen TV-Rollen zu sehen mit und ohne ihren Gatten. Fast immer war sie als “Grande Dame” zu sehen.

Heute lebt das Paar Tiller/Giller in einem Hamburger Seniorenstift in getrennten Wohnungen, weil “Walter schnarcht”. Beide planen noch einen gemeinsamen Film. Zuletzt haben sie gemeinsam ein Hörbuch aufgenommen, ein Ehedrama von Henning Mankett.
Von dieser Stelle: Alles Gute für eine noch lange gemeinsame Zukunft !

10. März 2009

Ich habe fertig

Erinnert Ihr Euch noch, heute vor 11 Jahren, am 10. März 1998, gab er seine legendäre Pressekonferenz. Damals war der Italiener Giovanni Trapattoni Trainer des Fußballvereins FC Bayern München. Giovanni Trapattoni wurde von den Nationalspielern des FC Bayern München wegen seiner Taktik öffentlich kritisiert. Zwei Tage nach einer 0:1-Niederlage gegen den FC Schalke 04 regt sich Giovanni Trapattoni über einige Spieler auf. Auf der Pressekonferenz platzte ihm der Kragen. Die Zitate des Italieners »Spieler ware schwach wie eine Flasche leer« und »Ich habe fertig« gehen in den deutschen Sprachgebrauch ein und werden noch heute scherzhaft verwendet.
Hier ein Mitschnitt der Pressekonferenz.

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3. März 2009

Loki Schmidt

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Herzlichen Glückwunsch !!!

Heute wird die ehemalige First-Lady der Bundesrepublik Deutschlands Loki Schmidt 90 Jahre alt. Fast 67 Jahre ist die Jubilarin mit dem Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt verheiratet. Respekt, das soll denen erst einmal jemand nach machen.
Beide sind Kettenraucher seit frühester Jugend. Man könnte bald annehmen, dass dies ein Garant für ein hohes Alter ist. Ich würde mich nicht darauf verlassen.
Trotzdem, alles Gute und weiterhin beste Gesundheit für viele weitere Lebensjahre.

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23. Dezember 2008

Loki – Frag mich mal was ..

Ein großer Mann, Weltbürger, Europäer und Deutscher, unser Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, wird heute 90 Jahre alt. Wünsche und Ansprachen werden und wurden an anderer, kompetenteren Stelle genug gesagt. Deshalb hier nur einen

Herzlichen Glückwunsch !

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21. Dezember 2008

Lockerbie

Erinnern Sie sich? Heute vor 20 Jahren wurde durch einen Sprengsatz ein amerikanisches Flugzeug über Schottland zum Absturz gebracht. Ein Verantwortlicher wurde schnell gefunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch war er wirklich der Täter? Steckte Libyen dahinter? Warum wurde seitens der amerikanischen Regierung bis heute Beweismaterial zurückgehalten? Sind die Drahtzieher des Anschlages woanders zu suchen? War es unter Umständen ein Vergeltungsakt, für den Abschuss eines ein halbes Jahr zuvor von einem amerikanischen Kriegsschiff abgeschossenen vollbesetzen iranischen Airbus? Fragen über Fragen.

Aufklärung soll ein erneuter Prozess im kommenden Jahr bringen. Nähere Informationen liefert der nachstehende Online-Artikel auf der Homepage des WDR.

Leicht verspätet hebt der PanAm-Jumbo am Abend des 21. Dezembers 1988 in London Heathrow mit Ziel New York ab. 37 Minuten später, um 19.02 Uhr, verschwindet die Boeing 747 der US-Airline über Schottland plötzlich von den Radarschirmen. Am Himmel über der Ortschaft Lockerbie taucht ein Feuerball auf; die dreieinhalbtausend Einwohner hören einen ohrenbetäubenden Knall. Dann regnen aus knapp zehn Kilometern Höhe 90 Tonnen Kerosin als Flammenregen herab. Tonnenschwere Wrackteile des auf den Namen „Maid of the Seas“ getauften Jumbos reißen in und um Lockerbie tiefe Krater. Zwei Dutzend Häuser werden zerstört, elf Einwohner getötet. Von den 243 Passagieren und 16 Crewmitgliedern in der Maschine hat niemand eine Überlebenschance. Wenige Tage nach der Katastrophe steht fest: Eine Bombe mit 300 Gramm Plastiksprengstoff, versteckt in einem Samsonite-Koffer aus Malta, hat ein halbmetergroßes Loch in die linke Seite der Boeing geschlagen. Nur Sekunden nach der Detonation reißt das gesamte Bugteil mit dem Cockpit vom Rumpf der Boeing ab. (weiter …..)

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18. Juli 2008

Papst unfehlbar

Am 18. Juli 1870 verkündete Papst Pius IX. auf dem Ersten Vatikanischen Konzil (»Vaticanum I«, 8. Dezember 1869 – 20. Oktober 1870), das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes. Die vom Papst als Amtsperson verkündeten Entscheidungen in Glaubens- und Sittenfragen werden dadurch als unfehlbar und unabänderlich angesehen.
Es reizt mich außerordentlich, dieses Ereignis zu kommentieren. Doch bleibe ich meinem Grundsatz treu, mich bei Religionsfragen und parteipolitischen Ausführungen zu enthalten. Beides sind Weltanschauungen, bei denen man durchaus unterschiedlicher Meinung sein kann. Beides sind Konfliktpotenziale, die schon viel Unheil in diese Welt getragen haben. Soll sich jeder seine eigene Meinung bilden und keiner sollte sich anmaßen, den Mitmenschen zu „bekehren“.

Stattdessen möchte ich auf das Kalenderblatt der Deutschen Welle vom heutigen Tage verweisen:

18.7.1870: Papst unfehlbar

Für alle normalen Menschen ist „Unfehlbarkeit“ ein gewaltiges Wort. Nur allzu gut weiß wohl jeder um seine kleinen Fehler und großen Schwächen. Beim Papst ist das ganz anders – natürlich. Doch der oberste Hirte der katholischen Kirche als ein Übermensch, sündenlos und allwissend? In bestimmten Situationen schon, sagen die Bischöfe:

„Wenn der römische Bischof in höchster Lehrgewalt spricht, das heißt, wenn er seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, (…) so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte.“ ( weiter … )

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4. Juli 2008

Herzlichen Glückwunsch !!!

Heute vor 50 Jahren haben sich zwei liebe Freunde von mir das Ja-Wort gegeben. Ich schätze sie sehr und ich freue mich, dass ich mich zu ihrem Freundeskreis zählen darf. Von dieser Stelle:

Herzlichen Glückwunsch

50-Jahre

zur Goldenen Hochzeit!

Als sie damals geheiratet haben, war Theodor Heuss Bundespräsident. Es war die Zeit des viel gepriesenen Wirtschaftswunder. VW-Käfer, DKWs und Borgwards rollten über Deutschlands Straßen, zu Hause gab es gemeinsame Fernsehabende mit den Nachbarn, und wer es sich leisten konnte, fuhr in den Ferien an die Adria. Lang, lang ist’s her.

Beide sind noch sehr mobil und stecken voller Tatendrang. Mögen sie noch lange ihre Vitalität behalten und noch viele, viele gemeinsame Jahre zusammen haben.

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1. Juli 2008

Postleitzahlen

Erinnert Ihr Euch noch? Heute vor 15 Jahren wurde in Deutschland das Postleitzahlensystem umgestellt. Diese Umstellung hat damals für viel Wirbel gesorgt. Statt einer vierstelligen Zahl musste man sich eine bis heute gültige fünfstellige Postleitzahl (PLZ)merken. Was die Post einen historischen Moment nannte, war für viele ein absehbares, katastrophales Chaos.
Die Wiedervereinigung machte diese Umstellung notwendig. Auch die frühere DDR hatte ihr eigenes Postleitzahlensystem und so gab es für eine Postleitzahl zwei unterschiedliche Adressbezeichnungen. Ein zweiter Grund war die differenziertere Unterteilung von Stadtbezirken und Straßen. Die Briefsortierung sollte automatisiert werden und mit den künftigen Briefverteilzentren sollte Zeit und Personal eingespart werden.
70 Millionen Briefe werden täglich befördert und mit Briefsortiermaschinen auf den richtigen Weg gebracht. Sie können stündlich 36000 Stück, anhand der fünstelligen Postleitzahl, eindeutig zuordnen.
1961 hatte die Bundesrepublik als erstes Land ein Briefsortiersystem mit Hilfe von vierstelligen Postleitzahlen eingeführt. Viele Ländern kopierten das System, 1963 die USA und 1964 die damalige DDR.
Das Briefe schreiben verzeichnet heute rückläufige Zahlen. Mehr und mehr nimmt das Versenden von E-Mails zu. Es ist ja so viel bequemer und spart Kosten und Zeit. Der gute alte handgeschriebene Brief ist aus der Mode gekommen, obwohl er viel persönlicher war.

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21. Juni 2008

Sommersonnenwende

Heute, am 21. Juni, haben wir laut Kalender die kürzeste Nacht des Jahres, die Sommersonnenwende. Da wir auf der Nordhalbkugel leben, ist es die kürzeste Nacht, am Äquator ist heute die Tag- und Nachtgleiche und auf der Südhalbkugel unseres Erdballs ist heute die Nacht am längsten. In vielen Ländern der Europas und in den USA beginnt die Jahreszeit des Sommers.

Die Sommersonnenwende wird auch heute noch von vielen Menschen als mystischer Tag betrachtet, oft begleitet von weltlichen und religiösen Feierlichkeiten. Literarisch hat die Besonderheit um das heutige Datum kein geringerer als William Shakespeares in seinem Drama „Ein Sommernachtstraum“ bearbeitet.

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17. Juni 2008

17. Juni

Heute vor 55 Jahren, am 17. Juni 1953, wurde ein Aufstand von großen Teilen der arbeitenden Bevölkerung der damaligen DDR und Ost-Berlin blutig niedergeschlagen. Russische Panzer kamen den Machthabern der sozialistischen Republik zur Hilfe und halfen bei der Wiederherstellung von „Ruhe und Ordnung„. Es gab viele Tote und Verletzte.

Zum Gedenken an diesen Volksaufstand verabschiedete der damalige deutsche Bundestag am 04. August 1953 ein Gesetz, dass den 17. Juni zum „Tag der Deutschen Einheit“ und zum Feiertag erklärte.

Erst mit der Wiedervereinigung 1990 wurde der 17. Juni als Feiertag abgeschafft und der 3. Oktober zum Nationalfeiertag erklärt, zum Gedenken an die Wiedervereinigung.

Soweit der politische Teil. Für uns als Kinder und Heranwachsende der damaligen Zeit wurde der 17. Juni in der vorsommerlichen Zeit gern als willkommener Feiertag angenommen. Das Gedenken an die Bedeutung des Tages war Sache der Politiker. Uns war Baden gehen und das Genießen der zusätzlichen freien Zeit wichtiger.

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15. Juni 2008

Morning (Morgenstimmung)

Vor 165 Jahren, am 15. Juni 1843 wurde Edvard Grieg geboren. Er war einer der berühmtesten Söhne Norwegens, der bekannteste Komponist dieses Landes. Von seinen Orchesterwerken sind die beiden Peer-Gynt Suiten wohl die bekanntesten Musikstücke. Sie sind eine Vertonung des dramatischen Gedichtes gleichen Namens von Henrik Ibsen, ebenfalls ein Sohn Norwegens. Die Morgenstimmung, den ersten Satz seiner Peer-Gynt-Suite Nr. 1 kennt wohl fast jeder, wenn meistens auch nur der Melodie nach. Wenn die ersten Töne erklingen, kommt der Aha-Effekt.
Hört Euch das Stück einmal an. Lasst die Stimmung auf Euch wirken. Die richtigen Töne um einen neuen Tag zu beginnen. Es passt auch zu meinem vorherigen Blog über Dartmoor.

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